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Nachdem wir schon drei wichtige Hilfsverben gelernt haben, erfahren wir heute, was passieren kann, wenn man im Chinesischen einen Satz verkürzt und auf das Vollverb verzichtet. Nebenbei lernen wir, dass in China der Kunde wirklich König ist.
Wolfgang Baus (B): Ni hao, drei wichtige Hilfsverben haben wir bereits gelernt.
Mu Gu (G): Xihuan
B: Gern tun,
G: Yao
B: Wollen und
G: Xiang
B: Möchte
Jürgen Hoeren (H): Ja, und Sie wollten mir erklären, warum man beim Einkaufen für was möchten Sie? nicht sagen kann Ni xiang shenme?
B: Sehen Sie, bei uns ist das ein verkürzter Satz, in dem wir auf das Verb kaufen verzichten. Das geht im Chinesischen nicht, weil xiang, als Vollverb gebraucht, also ohne nachfolgendes Verb wie etwa kaufen, eine andere Bedeutung hat und denken, sich sehnen bedeutet. So dass Ihr Satz Ni xiang shenme? zwar richtiges Chinesisch wäre, aber Was denken Sie? hieße, nicht was möchten Sie? Ich möchte Chinesisch lernen wäre dann
G: Wo xiang xuexi Hanyu...
H: Xuexi?
G: Xue-xi, beides im 2., steigenden Ton, heißt, wie Sie sich wohl erinnern, lernen. Wo xiang xuexi Hanyu, heißt also:
H: Ich möchte gern Chinesisch lernen.
B: Wobei Sie sich xuexi vielleicht leichter merken können, wenn Sie die Bedeutung der einzelnen Silben kennen: Xue ist nachahmen und xi praktizieren, xuexi also nachahmend praktizieren, da haben Sie in dem einen Wort die ganze traditionelle chinesische Pädagogik!
Ich lerne gern Chinesisch - wenn Sie nun von ihren Gewohnheiten sprächen, hieße dann...
G: Wo xihuan xuexi Hanyu.
B: Und wenn Sie schließlich Ihre Entschlossenheit, Chinesisch zu lernen zum Ausdruck bringen wollen, wenn Sie Chinesisch lernen wollen, dann ist wollen, wie gesagt, yao und der Satz: Ich will Chinesisch lernen wäre.....
G: Wo yao xuexi Hanyu.
H: Wenn ich was kaufen will, kann ich sowohl xiang als auch yao verwenden?
G: Richtig, dui. Wobei Sie, wie früher schon einmal angedeutet, mit yao auskommen, denn in China ist der Kunde wirklich König und - das ist mir immer wieder aufgefallen - nicht so höflich wie in Deutschland, wo sich der Kunde noch bedankt, wenn er seine Ware erhält.
H: Was ich in Peking gar nicht könnte, weil wir ja immer noch nicht gelernt haben, was danke überhaupt heißt.
B: Stimmt. Das ist wirklich allerhöchste Zeit. Damit müssen wir nächstesmal beginnen – Zai jian!
Letzte Änderung am: 17.09.2007, 13.47 Uhr