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Heute erfahren wir, dass in China tatsächlich fast jeder Visitenkarten mit sich herumträgt, und lernen wie man nach einer Visitenkarte frage oder mitteilt, dass man keine hat.
Jürgen Hoeren (H): Ni hao, Gu laoshi. Sie sagten, Ihr persönlicher Name Mu bedeute weiden, hüten, ist das ein häufiger Name für Frauen?
Mu Gu (G): Nein, sicher nicht. Bei uns gibt es keine fertigen persönlichen Namen wie Hans oder Maria, unter denen man dann auswählt. Man macht diese Namen selber. In der Regel das Familienoberhaupt, z. B. der Vater oder der Großvater.
Wolfgang Baus (B): Wobei dieser persönliche Name, das sollte man wohl ergänzen, meist zweisilbig ist.
G: Denken Sie an Mao Zedong, Zhou Enlai, Hu Jintao.
B: Ein Teil dieses zweisilbigen persönlichen Namens war der Generationenname, den der Betroffene mit allen Brüdern und Vettern väterlicherseits teilte.
G: So hieß z.B. ein Bruder Mao Zedongs Mao Zemin, ein anderer Mao Zetan, zwei Söhne hießen Mao Anying und Mao Anqing.
B: Gerade seit der Kulturrevolution braucht man den Generationennamen seltener, so dass viele persönliche Namen einsilbig sind.
H: Gilt in China noch, was ich oft über Ostasien generell hörte: Dass man immer Visitenkarten bei sich trägt?
G: Das ist richtig. Wenn Sie allerdings als Tourist nur ein paar Wochen in Peking sind, brauchen Sie sich dafür nicht extra mingpian anfertigen zu lassen....
H: Was anfertigen zu lassen?
G: Mingpian. Ming ist, wie Sie wissen, Name, pian eigentlich Scheibe, aber hier ist Kärtchen gemeint. Mingpian also Namenskärtchen =Visitenkarte.
Ni you mingpian ma? Wäre dann die Frage Haben Sie eine Visitenkarte? Ni you mingpian ma. Sie könnten dann sagen Duibuqi, wo meiyou mingpian
H: Was dann heißt: Entschuldigung, ich habe keine Visitenkarte?
G: Dui, stimmt.
B: Gu laoshi, ni you mingpian ma?
G: Dui buqi, mei you! Zai jian !
Letzte Änderung am: 17.09.2007, 13.47 Uhr