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Heute setzen wir unsere Fragen nach dem Namen einer Person fort und lernen, warum im Chinesischen in der Regel nur nach dem Familiennamen gefragt wird.
Wolfgang Baus (B): Nimen hao. Erinnern wir uns an die Frage nach dem Familiennamen
Mu Gu (G): Nin gui xing
B: Und Sie hatten geantwortet
Jürgen Hoeren (H): Wo xing Hoeren.
B: Diese Art der Frage....
H: Wieso Frage? Woran erkenne ich, dass das eine Frage ist? Da war doch weder ein Fragewort noch ein ma.
B: Ganz recht. Wie unser "Ihr werter Name?" ist es ein unvollständiger Satz, eine Phrase. Sie dürfen in diesem Fall kein ma anhängen.
G: Dafür hat diese Wendung aber einen großen Vorteil: Mit xing fragen Sie ausschließlich nach dem Familiennamen.
H: Warum soll das ein Vorteil sein?
B: Weil Sie meistens ja gar nicht mehr wissen wollen und den vollständigen Namen auf Anhieb kaum behalten würden.
G: Erinnern Sie sich: Als Sie mich fragten Ni jiao shenme mingzi?, hatte ich geantwortet Wo jiao Gu Mu. Woher weiß man nun, ob ich Frau Gu oder Frau Mu bin? Wenn ich in Deutschland sage, ich heiße Gu Mu, redet man mich jedenfalls meistens als Frau Mu an.
H: Weil bei uns der Familienname dem persönlichen Namen nachgestellt wird.
G: Bei uns steht er immer am Anfang. Deswegen kann ich auch nicht gut sagen, dass Mu mein Vorname ist, er steht im Chinesischen eben hinter dem Familiennamen.
H: Und der Familienname hat immer eine Bedeutung?
B: Ja. Aber wenn man einen Familiennamen hört, das hatten wir schon erwähnt, denkt man kaum je an dessen Bedeutung. Sehen Sie, der häufigste Familienname ist Li (im 3.Ton), das heißt Pflaume, so heißen über 7% der Chinesen, mithin etwa so viele Menschen wie Deutschland Einwohner hat. Der zweithäufigste Name ist Wang (im 2.Ton), was König bedeutet, auch über 7%, aber man denkt in China nicht an König oder Pflaume, wenn sich jemand mit so einem Namen vorstellt...
G: ...das ist doch im Deutschen gar nicht anders! Als Ausländerin nehme ich natürlich die Bedeutung des Namens wahr, wenn mir jemand als Herr Bauer, Frau Fischer oder Herr Schuster vorgestellt wird, aber ein Deutscher doch nicht, oder?
H: Dui, Gu laoshi – und damit für heute zai jian!
Letzte Änderung am: 17.09.2007, 13.47 Uhr