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Dass China im Laufe seiner mehrtausendjährigen Geschichte viele unterschiedliche Hauptstädte hatte, ist nicht verwunderlich. Die wechselnde Benennung der Städte durch die Geschichte kann dagegen für Verwirrungen sorgen.
Jürgen Hoeren: Ni hao, Baus xiansheng, Ni hao Gu lao shi. Wenn ich mich recht erinnere, dann hatte China in Laufe seiner Geschichte eine ganze Reihe von Hauptstädten.
Mu Gu: Ja, bei uns war das nicht wie in Italien, Frankreich oder England und vielen anderen europäischen Ländern. Im Laufe von mehreren tausend Jahren und über 20 Dynastien wurde die Hauptstadt oft verlegt. Aber die drei Städte, die am längsten Hauptstadt waren, haben wir schon erwähnt: Xi´an, Nanjing und Beijing. Ich komme aus der Gegend von Xi´an, das als Chang´an / Langer Friede viele hundert Jahre lang Hauptstadt war.
Wolfgang Baus: Peking wurde ja erst im 13. Jahrhundert unter den Mongolen Reichshauptstadt und hieß damals Dadu / Große Hauptstadt. Das ist die Stadt, von der Marco Polo dem Westen berichtet hat. Und die an die Mongolendynastie anknüpfende Ming-Dynastie hatte ihre Hauptstadt zunächst wieder im Süden, in Nanking; erst ihr dritter Kaiser verlegte sie nach Norden, ins einstige Dadu, das, solange Nanking Hauptstadt war, Beiping / nördlicher Friede hieß.
G: Der dritte Kaiser baute sie aufwendig um und nannte sie Beijing. Unter diesem Namen blieb sie dann Hauptstadt bis zum Ende der Kaiserzeit.
B: Ja; nur wird die Sache nicht eben übersichtlicher dadurch, dass Peking noch früher von den Liao-Herrschern, die aus den Steppen nördlich der Stadt kamen, Nanjing genannt wurde, weil die Stadt eben südlich ihrer Herkunftsländer lag.
G: Als die Republikaner unter Sun Yatsen den Kaiser stürzten, verlegten sie die Hauptstadt abermals nach Nanking. Beijing hieß fortan wieder Beiping.
Bis am 1.Oktober 1949 Mao Zedong auf dem Tian´anmen, dem Platz des himmlischen Friedens, die Volksrepublik ausrief. Seither ist Peking wieder Hauptstadt und heißt entsprechend wieder Beijing.
B: Was übrigens Maos Widersacher Chiang Kaishek nie anerkannte, so dass in Taiwan, wo er im Exil regierte, noch jahrelang weiter von Beiping gesprochen werden musste. Beijing hätte dort geklungen, als akzeptiere man die von den Kommunisten auf dem Festland geschaffenen Tatsachen. Inzwischen spricht man aber auch dort von Beijing.
H: Das war ein interessanter Exkurs in die Geschichte! Bis Montag! Mingtian jian!
Letzte Änderung am: 17.09.2007, 13.47 Uhr