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Musikstück der Woche 30.5.-5.6.2011 Leicht und zart

Robert Schumann: Arabeske für Klavier C-Dur op. 18

Im größten Trennungsschmerz hilft oft nur noch Musik: Robert Schumann schrieb seine Klavierarabeske in Wien, weit weg von seiner geliebten Clara, und versah sie mit einer hoffnungsfrohen Widmung. In unserem Musikstück der Woche spielt Martin Helmchen – ein Live-Mitschnitt aus der SWR-Konzertreihe „Internationale Pianisten in Mainz“, aufgenommen im Frankfurter Hof im Januar 2009.

Der Pianist Martin Helmchen

Der Pianist Martin Helmchen


Robert Schumann: Arabeske für Klavier C-Dur op. 18

Martin Helmchen (Klavier)

Live-Mitschnitt vom 30.01.2009 aus dem Frankfurter Hof in Mainz


Friedrich Wieck gehört nicht gerade zu den Sympathieträgern der Musikgeschichte: Schuld daran ist der Drill, mit dem er seine Tochter Clara zur Klaviervirtuosin dressierte und die Sturheit (man möchte fast sagen: Herzlosigkeit), mit der er die Verbindung zwischen Clara und Robert Schumann zu verhindern suchte. Die Nachwelt hat Wieck in der Ecke der Finsterlinge abgestellt. Und auch unser Musikstück der Woche, die Arabeske op. 18 von Robert Schumann, holt ihn da nicht heraus. 

Schumann schrieb die Arabeske 1839 in Wien. Wieck, sein Klavierlehrer, hatte ihn gezwungen, Leipzig zu verlassen und sich andernorts eine Existenz aufzubauen. Gewidmet ist das Stück „Frau Majorin F. Serre auf Maxen“. Friederike Serre war eine der großen Kunstförderinnen ihrer Zeit. Auf ihrem Schloss in Maxen (in der Nähe von Dresden) lud sie Musiker und Literaten ein und unterstützte sie nach Kräften. Hans Christian Andersen, Carl Maria von Weber, Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer, Ludwig Tieck, Ludwig Bechstein, Jenny Lind und Ottilie von Goethe gingen hier ein und aus. Auch Friedrich Wieck gehörte zu den Freunden des Ehepaars Serre. Im Jahr 1837, als die Liebe zwischen seiner minderjährigen Tochter Clara und dem Studenten Robert Schumann stärker und ernsthafter wurde, und Wiecks Trennungsversuche erfolglos bleiben, schickte er Clara zu den Serres „in Sicherheit“. Die Rechnung ging indessen nicht auf: das Ehepaar unterstützte die beiden jungen Liebenden. Robert Schumanns dankte es ihnen später mit der Widmung der „Arabeske“ und des „Blumenstücks“ für Klavier.

Zur Musik

„Leicht und zart“ lautet Schumanns Spielanweisung. Wie der Titel andeutet, lebt diese Arabeske vom Ornamentalen, von der kunstvoll verschnörkelten Verzierung. Zwei Refrain-Abschnitte bilden den Rahmen des Stücks. Darin ist eine schlichte, zierliche Kantilene mit zarten Figurationen umspielt. Die Musik bleibt dabei im Flüsterton des Piano bzw. Pianissimo. Zwischen diese Refrain-Abschnitte sind zwei Passagen in Moll eingebettet. Hier verlassen wir den Bereich der zarten Pastelltöne: Der Klaviersatz wird massiver, blockhafter, die Dynamik steigert sich bis zum Fortissimo und die wehmütige Grundstimmung erfährt eine Steigerung bis hin zum schmerzvollen Pathos. Besonders im zweiten Moll-Abschnitt arbeitet Schumann mit archaisch wirkenden barocken Harmonien. Die Arabeske verklingt „langsam“ mit einem liedhaften, fein ausgezierten Schnörkel und in versöhnlichem Tonfall.

Martin Helmchen

wurde 1982 in Berlin geboren und erhielt den ersten Klavierunterricht mit sechs Jahren. Heute kann er mit zwei "ECHO Klassik" Auszeichnungen und dem "Credit Suisse Young Artist Award" bedeutende Preise der Musikszene und Konzerterfahrung mit so bedeutenden Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin oder dem NHK Symphony Orchestra Japan vorweisen.
Nach dem Studium bei Galina Iwanzowa an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin wechselte Martin Helmchen 2001 zu Arie Vardi an die Hochschule für Musik und Theater Hannover, außerdem nimmt er bei William Grant Naboré an der "Klavierakademie Comer See" Unterricht. Einen ersten entscheidenden Impuls bekam seine Karriere, als er 2001 den "Concours Clara Haskil" gewann.
Seither tritt Martin Helmchen mit zahlreichen renommierten Orchestern auf, so mit dem RSO Stuttgart, den Bamberger Symphonikern, dem RSB Berlin, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Orchestre National de France, den Wiener Symphonikern, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem London Philharmonic Orchestra sowie dem BBC Symphony Orchestra; er arbeitete mit Dirigenten wie Marc Albrecht, Lawrence Foster, Philippe Herreweghe, Kurt Masur, Christoph Poppen und Bruno Weil. Festivalengagements führten ihn zu allen bedeutenden deutschen Festivals sowie zur Schubertiade, nach Lockenhaus und zum Marlboro Festival. 

Doris Blaich

Letzte Änderung am: 28.04.2011, 17.47 Uhr

Sendezeit Montags ab 13.05 Uhr

Musikstück der Woche im SWR2 Mittagskonzert

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