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Das Dresdner StreichTrio erinnert mit Ernst von Dohnányis Serenade C-Dur op. 10 an unbekannte Trioliteratur.
Im Asamsaal des Ettlinger Schlosses gastierten die Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden und des MDR-Sinfonieorchesters am 10.September 2006 als Dresdner StreichTrio mit einem Werk des "ungarischen Brahms".
Ernst von Dohnányi: Serenade für Streichtrio op. 10 Marcia: Allegro, Romanza: Adagio non troppo, quasi andante, Scherzo vivace, Tema con variazioni: Andante con moto, Rondo - Finale: Allegro vivace
Ernst von Dohnányi (1877- 1960), in Ungarn geboren, wuchs in der Spätzeit der k.u.k-Monarchie auf. 1902, im Jahr, als er die Streicherserenade schrieb, wurde Dohnányis Sohn Hans geboren, der später mit Christine Bonhoeffer verheiratet war, einer Schwester von Dietrich Bonhoeffer. Als Jurist machte Hans in Hamburg Karriere, fand während der Zeit des Nationalsozialismus zum Widerstand und wurde 14 Tage vor Kriegsende gemeinsam mit seinem Schwager Dietrich erhängt. Hans hinterließ zwei Söhne, den einstigen Ersten Bürgermeister von Hamburg, Klaus von Dohnányi, und den Dirigenten Christoph von Dohnanyi. Großvater Dohnányi, der im übrigen auch einer der ganz großen Klaviervirtuosen seiner Zeit war, sah sich schließlich gezwungen, über Argentinien in die USA auszuwandern. In den 50er Jahren konnte Ernst von Dohnányi in den USA noch seinen hochbegabten Enkel Christoph von Dohnányi musikalisch unterweisen. Als Komponist ist er keinen so radikalen Weg gegangen wie seine ungarischen Kollegen Zoltan Kodály und Béla Bartók, orientierte sich eher an Vorbildern wie Johannes Brahms und wird daher – trotz seiner Lebensdaten – meist den Spätromantikern zugeordnet.
Bis zu seinem 17. Lebensjahr hatte Ernst von Dohnányi bereits über 70 Werke geschrieben und hatte sich mit seinem Fable für Brahms den Beinamen des "ungarischen Brahms" eingebracht. In der Serenade op. 10 von 1902 griff Dohnányi die fast vergessene Gattung des Streichtrios wieder auf und fand innerhalb dieser Rückbesinnung auf die Serenadentradition des 18. Jahrhunderts zu seinem eigenen Stil. Die alten Musikformen werden hier frei, manchmal etwas ironisch distanziert aufgegriffen und mit modernen Ausdrucksmitteln gefüllt. In einer Rezension aus dem Jahre 1905 wurde die Serenade sogar als "ultramodern" bezeichnet.

Dresdner StreichTrio
Gegründet wurde das Dresdner StreichTrio 1995, als sich drei junge Musiker zusammenschlossen, um sich neben ihrer Verpflichtung in Konzertmeisterpositionen an der Sächsischen Staatskapelle Dresden bzw. am MDR-Sinfonieorchester auch der Kammermusik zu widmen.
Das Repertoire des Dresdner StreichTrios umfasst inzwischen eine Vielzahl von Originalkompositionen für die Besetzung Violine, Viola und Violoncello sowie sämtliche Streichtrios von Beethoven, Mozart und Schubert. Die drei Musiker faszinieren vor allem auch interessante Werke für Streichtrio von Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Jean Françaix, Alfred Schnittke und Ernst von Dohnányi. Mit Aufführungen dieser Werke will das Dresdner StreichTrio die im Schatten des Streichquartetts stehende Kammermusikgattung zu neuer Blüte zu verhelfen.
"Ein Ensembleklang, der in der Trio-Landschaft wahrlich seinesgleichen suchen dürfte." (www.klassik.com)
Schon nach den ersten Konzerten bescheinigten die Presse den drei sächsischen Musiker eine "klangliche Dreieinigkeit par excellence". Einladungen folgten auf etablierte Konzertpodien in ganz Deutschland u.a. in die Dresdner Semperoper, die Münchner Philharmonie und zu verschiedenen Musikfestivals, wie dem Festival-Mitte-Europa , dem MDR-Musiksommer und dem Rheingau Musik Festival. Sein Debüt in der Berliner Philharmonie gab das Dresdner StreichTrio im Jahr 2004.
Kerstin Unseld
Letzte Änderung am: 17.11.2010, 10.36 Uhr