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Musikstück der Woche vom 16. bis 22. März 2009 Gold im Mund

Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 6 D-Dur "Le matin"

Mit dieser Sinfonie führte sich Joseph Haydn als Vizekapellmeister am Fürstenhaus Esterházy ein. Die Anregung, die Tageszeiten in ein sinfonisches Gewand zu kleiden, kam von seinem neuen Dienstherrn. Unser Livemitschnitt stammt vom Mai 2000 aus dem Konzerthaus Freiburg. Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg spielt unter der Leitung von Sylvain Cambreling.

Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 6 D-Dur "Le matin"
Adagio - Allegro
Adagio - Andante - Adagio
Menuetto - Trio
Finale. Allegro

Haydn war neunundzwanzig, als er die Sinfonie "Le matin" (Der Morgen) komponierte. Am 1. Mai 1761 hatte er seinen Anstellungsvertrag als Vizekapellmeister am Fürstenhaus Esterházy unterschrieben. Diese Sinfonie ist die musikalische Visitenkarte, mit der er sich dem Fürsten Anton Paul vorstellte – und sich bei den Musikern der Hofkapelle einführte. Die Kapelle war klein, aber fein: Sechs Geiger gehörten dazu (einer davon war Haydn selbst), ein Bratscher, ein Cellist und ein Kontrabassist. Die Bläsergruppe umfasste zwei Oboisten (die im Wechsel auch Flöte spielten), einen Fagottisten und zwei Hornisten.

Für jeden einen Solo-Auftritt

Wie viele von Haydns Sinfonien, beginnt auch "Le matin" mit einer langsamen Einleitung. Haydn schreibt darin einen seiner schönsten musikalischen Sonnenaufgänge. Danach gibt er der Flöte ausgiebig Gelegenheit, sich solistisch zu entfalten – wie überhaupt alle Instrumente in dieser Sinfonie einzeln auftreten dürfen: Im Menuett tritt das Bläserensemble prominent hervor, das Finale ist ein großes showpiece für Haydns Konzertmeister, den hervorragenden Geiger Luigi Tomasini. Die Sinfonie ist also nicht nur ein Zeugnis für Haydns musikalischen Erfindungsreichtum, sondern auch für sein psychologisches Geschick: Die Sympathie und Solidarität seiner Musiker-Kollegen konnte er sich am besten damit sichern, dass er für jeden eine dankbare und wirkungsvolle Partie schrieb. Und die Begeisterung des Fürsten war ihm obendrein sicher. Ein wahrlich goldener Morgen!

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

Das 1946 gegründete SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg identifiziert sich bis heute mit den Idealen seiner "Gründerväter", die der festen Überzeugung waren, dass die engagierte Förderung der neuen Musik ebenso wichtiger Bestandteil des Rundfunk-Kulturauftrags ist wie der pflegliche Umgang mit der großen Tradition.

In diesem Sinne haben die Chefdirigenten von Hans Rosbaud über Ernest Bour bis zu Michael Gielen gearbeitet und einen Klangkörper kultiviert, der für seine schnelle Auffassungsgabe beim Entziffern neuer, "unspielbarer" Partituren ebenso gerühmt wird wie für exemplarische Aufführungen und Einspielungen des traditionellen Repertoires eines großen Sinfonieorchesters. Seit 1999 ist Sylvain Cambreling Chefdirigent. An die 400 Kompositionen hat das Orchester bisher uraufgeführt und damit Musikgeschichte geschrieben; es gastiert regelmäßig in den (Musik)-Hauptstädten zwischen Wien und Amsterdam, Berlin und Rom, Salzburg und Luzern.

Doris Blaich

Letzte Änderung am: 11.03.2009, 12.56 Uhr

Sendezeit Montags ab 13.05 Uhr

Musikstück der Woche im SWR2 Mittagskonzert

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