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SWR2 extra: Händel 2009 Zum 250. Todestag Georg Friedrich Händels

SWR2 widmete dem Barockkomponisten im April einen großen Programmschwerpunkt.

SWR2 extra: Händel 2009 Begegnungen mit Händel

Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel? Was fasziniert Sie an Händels Musik? Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2? Musikerinnen und Musiker erzählen von ihrem persönlichen Verhältnis zu Händel. [mehr zu: Begegnungen mit Händel]

Georg Friedrich Händel - Collage SWR2 extra: Händel 2009 Händeln ist menschlich

Händel war ein Grobian, notorisch pleite und außerdem schwul. Sein Englisch war für Londoner Ohren eine Grausamkeit, seine Opern sind zusammengeklaut und unerträglich lang - oder? Die beliebtesten Händel-Irrtümer. [mehr zu: Händeln ist menschlich]

Weblog Weblog: Händel ganz "persönlich"

In unserem Händel-Weblog schreiben SWR2 Musikredakteure über ihre persönlichen Händel-Erlebnisse, geben CD-Tipps und fragen nach Iher Meinung. Erzählen Sie uns, was Händel für sie bedeutet. [zum Weblog zu: Weblog: Händel ganz "persönlich"]

Händel-Zeichnung Service Verschicken Sie Händel als E-Card

Was passiert mit Händels Perücke? Rufen Sie unsere elektronische Postkarte auf und schicken Sie sie weiter. Informieren Sie Freunde und Bekannte über die SWR2 extra: Händel 2009! [mehr zu: Verschicken Sie Händel als E-Card]

SWR2 extra: Händel 2009 Händel im Radio

Vier Wochen Händel in SWR2 - alle Sendungen des Programmschwerpunkts finden Sie hier in chronologischen Wochenübersichten. [mehr zu: Händel im Radio]

Grafik für SWR2 Spielraum: Noten, Buchstaben, Bäume und ein Radio mit einer Maus nebendran Spielraum: Reise in Händels Zeit

Bei der Aufführung der Oper "Radamisto" bei den Händel-Festspielen in Karlsruhe sollte alles so sein wie zu Händels Zeiten. Die SWR2 Spielraumkinder durften bei den Proben hinter die Kulissen spicken. [mehr im SWR-Kindernetz zu: Spielraum: Reise in Händels Zeit]

Letzte Änderung am: 17.04.2009, 10.13 Uhr



SWR2 extra: Händel 2009Alles über George Frideric

Zum 250. Todestag des Barockkomponisten bringt SWR2 im April einen großen Händel-Schwerpunkt.

Händel war ein musikalisches Chamäleon: Er beherrschte alle musikalischen Stile seiner Zeit und schrieb Werke aller Gattungen: Opern, Kantaten, Oratorien, Sonaten, Musik für den Staat, für die Kirche und die Kammer. Er hatte eine glückliche Hand für große Effekte und Sinn fürs Pompöse – das „Halleluja“, die Feuerwerksmusik und seine englischen Krönungsmusiken zeugen davon. Er besaß ein untrügliches Gespür für Dramatik und für die musikalische Darstellung von Affekten – seine Opernhelden sind Menschen aus Fleisch und Blut. Er war aber auch ein Meister der leisen Töne und zarten Farben: Sein Sinn fürs Zerbrechliche und Melancholische war ebenso ausgeprägt wie seine Kunst, die Zuhörer mit kraftvoller Musik zu überwältigen. Im Lauf seines Lebens reiste er tausende von Kilometern, quer durch Europa. Er genoss die Achtung der Mächtigen – italienische Kardinäle, deutsche Fürsten und englische Könige – und blieb sein Leben lang unabhängig: beruflich, künstlerisch und finanziell.

SWR2 extra Händel 2009: Händel in allen Facetten

Als Händel vor 250 Jahren in London starb, hinterließ er mehr Werke als Bach und Beethoven zusammen. Aus seinem riesenhaften Oeuvre stellen wir im Lauf des Aprils einen repräsentativen Ausschnitt vor. Außerdem gibt es Features über Händels Schaffensweise, über seine Sänger und Opernhelden, Interpretationsvergleiche, Gesprächsrunden über die Opern und die Instrumentalmusik, CD-Empfehlungen, eine Musikstunden-Reihe und eine kleine Serie, in der Musiker über "ihren" Händel erzählen. Sie wird täglich in Treffpunkt Klassik gesendet (zwischen 10.30 und 11 Uhr) und steht auch im Internet.

Wir erfüllen Händel-Wünsche und laden zum Händel-Blog ein

Die Händel-Wünsche unserer Hörer erfüllen wir gerne in Treffpunkt Klassik – Ihre Wünsche am 29. April. Und wir haben für "Händel 2009" ein Weblog ins Leben gerufen, in dem SWR2-Redakteure über ihre persönlichen Händel-Erlebnisse berichten. Wir laden alle Musikfreunde herzlich ein, daran mitzuschreiben und zu erzählen, was Händel für sie bedeutet.

Letzte Änderung am: 17.04.2009, 10.13 Uhr



SWR2 extra: Händel 2009Begegnungen mit Händel

Bekannte Musiker und andere Persönlichkeiten erzählen von ihren Erfahrungen mit dem Komponisten und seiner Musik.

Für den Cembalisten Andrea Marcon ist Händel eigentlich ein Italiener, Helmuth Rilling hat als junger Kantor Schulnoten für Händels Oratorien vergeben, die Sängerin Kirsten Blaise hat – Wink des Schicksals – am Geburtstag ihres Lieblingskomponisten Händel ihren Sohn zur Welt gebracht. Der Flötist Barthold Kuijken hält sich mit seinem Enthusiasmus eher zurück; er findet, Händel habe „ein bisschen ein großes Maul“.

Drei Fragen – viele Antworten

An zwanzig Musikerinnen und Musikern haben wir drei Fragen zu Händel gestellt:

  • Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
  • Was fasziniert Sie an Händels Musik?
  • Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?

Galerie "Begegnungen mit Händel"

Begegnungen mit Händel

Barthold Kujiken


Petra Müllejans

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Petra Müllejans, Geigerin

Begegnungen mit Händel. SWR2 Treffpunkt Klassik am 03.04.2009

2:40 min

Petra Müllejans antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Ah crudel! Il pianto mio aus der Oper Rinaldo
Sendung: Freitag, den 3.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Kirsten Blaise

Kirsten Blaise antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Se pietà di me non senti aus der Oper Giulio Cesare
Sendung: Donnerstag, den 16.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Andreas Scholl

Andreas Scholl antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Dove sei amato bene aus der Oper Rodelinda
Sendung: Mittwoch, den 1.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Dorothea Enderle

Dorothea Enderle antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Lascia la spina aus dem Oratorium Il trionfo del tempo e del disinganno
Sendung: Mittwoch, den 29.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



John Holloway

John Holloway antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Va tacito e nascosto aus der Oper Giulio Cesare
Sendung: Dienstag, den 7.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Silke Leopold, Musikwissenschaftlerin

Silke Leopold antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Trauermarsch aus Saul
Sendung: Dienstag, den 28.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Roy Goodman

Roy Goodman antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Rinaldo: V’adoro pupille aus der Oper Giulio Cesare
Sendung: Montag, den 6.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Hellmuth Rilling

Helmuth Rilling antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Trauermarsch aus dem Oratorium Saul
Sendung: Mittwoch, den 8.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Linde Brunmayr

Linde Brunmayr antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Ich weiß, daß mein Erlöser lebet aus dem Oratorium Messiah (in der Bearbeitung von W.A. Mozart)
Sendung: Donnerstag, den 9.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Lars Ulrik Mortensen

Lars Ulrik Mortensen antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Ah, mio cor, schernito sei aus der Oper Alcina
Sendung: Dienstag, den 14.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Andrea Marcon

Andrea Marcon antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Scherza infida in grembo al drudo aus der Oper Ariodante
Sendung: Mittwoch, den 15.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik und Donnerstag, den 16. April 2009, SWR2 Alte Musik, 20.03 Uhr



Holger Speck

Holger Speck antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Ausschnitte aus dem Oratorium Israel in Egypt
Sendung: Freitag, den 17.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Dr. Johannes Weiß, SWR2-Programmchef

Dr. Johannes Weiß antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Let old Timotheus yield the prize aus der Ode Alexander’s Feast
Sendung: Montag, den 20.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Jesper B. Christensen

Jesper Christensen antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Prelude und Allegro aus der Cembalosuite d-moll mit Verzierungen von Gottlieb Muffat
Sendung: Dienstag, den 21.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Lorenz Duftschmid

Lorenz Duftschmidt antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Tra le fiamme aus der gleichnamigen Kantate
Sendung: Mittwoch, den 22.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Karl Kaiser

Karl Kaiser antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Ombre piante urne funeste aus der Oper Rodelinda
Sendung: Donnerstag, den 23.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Jaap ter Linden

Jaap ter Linden antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Leidenschaften stillt und weckt Musik aus der Caecilien-Ode (Bearbeitung von W.A. Mozart)
Sendung: Freitag, den 24.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik



Portrait des britischen Dirigenten Sir Roger Norrington

Sir Roger Norrington antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: Air aus der Wassermusik
Sendung: Donnerstag, den 30.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik und Donnerstag, den 16.04.2009 ab 20.03 Uhr in SWR2 Alte Musik



Der Dirigent und Chorleiter Frieder Bernius

Frieder Bernius antwortet auf folgende Fragen:
Wie war Ihre erste Begegnung mit Händel?
Was fasziniert Sie an Händels Musik?
Welchen musikalischen Händel-Wunsch haben Sie an SWR2?
Musikwunsch: The people shall hear aus dem Oratorium Israel in Egypt
Sendung: Donnerstag, den 2.4.2009 ab 10.30 Uhr in SWR2 Treffpunkt Klassik und Donnerstag, den 16. April 2009 in SWR2 Alte Musik, 20.03 Uhr.



Die Antworten sind überraschend unterschiedlich ausgefallen, aber jede von ihnen ist sehr persönlich. Viele sind Händels Musik schon sehr früh begegnet. Etliche schwärmen für seine gesanglichen Melodien, sein dramatisches Geschick und seine meisterhafte Weise, mit ganz wenigen Mitteln großartige Wirkungen zu erreichen.

Wir sendeten die Interviews als kleine Serie in Treffpunkt Klassik, werktags zwischen 10.30 Uhr und 11 Uhr. Alle Gespräche finden Sie auch zum Anhören in unserer Bildergalerie.

Letzte Änderung am: 17.04.2009, 10.13 Uhr



SWR2 extra: Händel 2009Händeln ist menschlich

Die acht beliebtesten Irrtümer über Georg Friedrich Händel - SWR2 am Morgen vom 6. bis 14. April 2009

Händel war ein Grobian, notorisch pleite und außerdem schwul. Sein Englisch war für Londoner Ohren eine Grausamkeit, seine Opern sind zusammengeklaut und unerträglich lang - oder? SWR2 nimmt die acht beliebtesten Händel-Irrtümer unter die Lupe.

1. Mit dem Halleluja ist der Messias zu Ende

Ein königlicher Irrtum! Bei einer Benefizaufführung des "Messiah" im Jahr 1750 stand der Prince of Wales während des "Halleluja" auf - im Irrglauben, dieser klangprächtige Chor sei der Schluss. Wenn der König sich erhebt, tut es natürlich auch das Volk. Seither lauscht das englische Publikum dem "Halleluja" traditionell im Stehen - mit einer leisen Schadenfreude, es besser zu wissen als Prince George. Nach dem Halleluja folgt nämlich der grandiose dritte Teil des Oratoriums.

2. Händel war ein Grobian

Es gibt viele Anekdoten darüber, wie Händel buchstäblich ausrasten konnte, wenn seine Opernsänger ihm auf die Nerven gingen mit ihren extravaganten Wünschen. Zum Beispiel die Sopran-Diva Francesca Cuzzoni: Als sie sich weigerte, eine von Händels Arien zu singen, drohte er, sie aus dem Fenster werfen - die Diva, nicht die Arie! Trotzdem: Händel war kein Grobian! "Wenn Händel einmal lächelte", so schrieb sein Zeitgenosse Charles Burney, "war es wie Feuer, wie die Sonne, die aus einer schwarzen Wolke hervorbricht". Ohne vollendete Manieren hätten ihn die Mächtigen Europas wohl kaum so sehr umschwärmt und immer wieder seine Gesellschaft gesucht.

3. Händel ist der größte musikalische Wilderer aller Zeiten

Mit musikalischem Ideenklau nahm man es im frühen 18. Jahrhundert nicht so genau – zumal, wenn man die Ideen so kreativ weiterverarbeitete wie Händel. Alles, was er bei seinen Komponistenkollegen hörte oder sah, konnte ihm als Rohstoff für ein eigenes Stück dienen - offenbar beflügelte diese Recycling-Technik seine Phantasie. "Er nahm die Kieselsteine der anderen und polierte sie zu Diamanten", formulierte ein Bewunderer. Am allermeisten aber klaute Händel bei sich selbst: Manche Opern und Oratorien bestehen zur Hälfte aus älteren Kompositionen, die er geschickt umtextete und in den neuen Zusammenhang einbettete. So konnte sie das Publikum noch einmal hören - lange bevor die Repeat-Taste des CD-Players erfunden war.

4. Das "Largo" ist Musik für eine Beerdigung

Händels berühmtes "Largo" hat ausgerechnet im Stammrepertoire der Beerdigungs-Musiken einen festen Platz gefunden – ein Irrtum der Rezeptionsgeschichte: komponiert ist es für die Bühne und nicht fürs Grab. Das "Largo" ist eine Arie, die der Perserkönig Xerxes in der gleichnamigen Oper singt – seine Auftrittsarie; er steht dabei auf einer Aussichtsterrasse unter einer besonders schönen Platane. Meistens begegnet man dem Largo als Instrumentalstück ohne Worte – kein Wunder, der Text ist nämlich recht nichtssagend.

5. Händel war pleite

Gleich zwei Opernunternehmen hat Händel in den Konkurs getrieben – natürlich war es nicht seine Schuld, sondern die der Konkurrenten: Eine zweites Londoner Opernhaus nahm ihm die Hörer weg. Außerdem war die Oper schon im 18. Jahrhundert ein teures Vergnügen: In Händels Opern schwimmen Meeresungeheuer, Drachen schweben durch die Lüfte, es gibt Vulkanausbrüche, Erdbeben und Seestürme. Und die Sänger bekommen exorbitante Gagen. Händel kommt bei all dem Schlamassel einigermaßen glimpflich davon. Privat hat er immer genug Geld - manchmal sogar reichlich. Er wirtschaftet sehr geschickt und hinterlässt bei seinem Tod ein riesiges Vermögen.


6. Händels Opern lassen sich beliebig kürzen

Unter Regisseuren leider ein weit verbreiteter Irrtum. Händels Opern dauern fast vier Stunden, was für Opernhäuser (und auch für Rundfunkanstalten) zu einem echten Zeitproblem werden kann. Deshalb streicht man oft rigoros, entweder die vermeintlich trockenen Rezitative, in denen die Handlung erzählt wird, oder aber die Da Capo-Teile der Arien. Händels Zeitgenossen hätte das sehr befremdet: In den Arien der Barockoper geht es immer um starke Leidenschaften: Bestürzung, Zorn, Zerknirschung, Schmerz oder Liebe. Und erst die formale Klarheit der Da Capo-Form machte solche Gefühlsausbrüche überhaupt salonfähig. Außerdem bietet das Da Capo dem Sänger die Gelegenheit zu virtuosen spontanen Verzierungen - eine Überraschung, die man sich im 18. Jahrhundert um keinen Preis hätte entgehen lassen!


7. Händel war schwul

Hatte Händel etwas mit seinen Sängerinnen oder eher mit seinem Koch? Oder mit beiden? Alle Biograpen stellen die Frage nach Händels Liebesleben. Mangels historischer Hinweise klopft man auch gerne mal die Texte seiner Opernlibretti auf entsprechende Indizien ab. Definitiv wissen wir nur, dass Händel sein Leben lang Junggeselle war und dass seine Nichte den Großteil seiner Hinterlassenschaften erbte. Alles andere bleibt sein Geheimnis.


8. Händel konnte kein Englisch

Sehr zur Belustigung seiner Zeitgenossen sprach Händel eher Angel-Sächsisch als Englisch. Sein "th" muss grässlich geklungen haben, auch als er schon über 40 Jahre in England lebte – eigentlich erstaunlich für einen Menschen mit gutem Gehör! Glücklicherweise sang er die englischen Texte seiner Oratorien nicht selbst, sondern leitete die Musiker vom Cembalo aus. Vertont hat er das Englische aber mit großem Geschick. Mit Sicherheit studierte er ausgiebig die Werke von Henry Purcell, der die englische Sprache so vollendet in Musik gesetzt hatte.

Doris Blaich

Letzte Änderung am: 17.04.2009, 10.13 Uhr



SWR2 extra: Händel 2009Händel im Radio

Alle Sendungen im April

SWR2 extra: Händel 2009 1. bis 5. April

Musikalisches Quartett, Opernstammtisch und mehr [mehr zu: 1. bis 5. April]

SWR2 extra: Händel 2009 6. bis 12 April

Musikstundenrätsel, Zur Person mit dem englischen Dirigenten Christopher Hogwood und mehr [mehr zu: 6. bis 12 April]

SWR2 extra: Händel 2009 13. bis 19. April

Musikstundenreihe über Händels Welt, die Händel-Oper "Radamisto" und mehr. [mehr zu: 13. bis 19. April]

SWR2 extra: Händel 2009 20. bis 26. April

Musik kommentiert mit dem Geiger Reinhard Goebel, Thema Musik über Fürstinnen in Händels Opern und mehr. [mehr zu: 20. bis 26. April]

Letzte Änderung am: 17.04.2009, 10.13 Uhr