SWR2 Programmschwerpunkt zum 200. Geburtstag von Frédéric Chopin vom 22. Februar bis 1. März 2010

Kaum ein Komponistenleben des 19. Jahrhunderts ist so vielfältig dokumentiert wie das von Frédéric Chopin. Dennoch bleibt seine Gestalt vage und flüchtig wie seine Musik, und auch voller Widersprüche. Seine Krankheit prägte sein kurzes Leben - Chopin wurde 39 Jahre alt. Das genaue Datum seiner Geburt war lange Zeit unklar. Ältere Biographien geben den 22. Februar 1810 an, viele Quellen sprechen allerdings für den 1. März. SWR2 nimmt diese Tage als Eckpunkte für sein SWR2 extra: Frédéric Chopin mit Musikstunden, Gesprächen und natürlich vielen seiner Werke.
Letzte Änderung am: 26.02.2010, 13.28 Uhr
Programmschwerpunkt zum 200. Geburtstag von Frédéric Chopin
»Bei Chopin vergesse ich ganz die Meisterschaft des Klavierspiels, und versinke in die süßen Abgründe seiner Musik, in die schmerzliche Lieblichkeit seiner ebenso tiefen wie zarten Schöpfungen«, schwärmte Heinrich Heine.

Chopin im Salon des Fürsten Radziwill
Viel Schönes ist über Frédéric Chopin gesagt worden, von Künstlerfreunden wie Franz Liszt, Heinrich Heine und Eugène Delacroix, von Bewunderern wie Hector Berlioz, Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy, von seiner Familie, natürlich von seiner Geliebten, der Schriftstellerin George Sand, nicht zu vergessen die Nachwelt, die ihm bereitwillig Kränze flocht. Kaum ein Komponistenleben des 19. Jahrhunderts ist durch Aussagen von Zeitgenossen, aber auch durch eigene Briefe so vielfältig dokumentiert wie das von Frédéric Chopin.
Dennoch bleibt seine Gestalt vage, irgendwie traumverhangen und flüchtig wie seine Musik. Und ebenso voller Widersprüche. Während seine Freunde Chopins vornehme Gelassenheit preisen, berichten seine Schüler über furchterregende Anfälle von Jähzorn. Neigten seine Gefühle offenbar zur Exzentrik, so verweigerte ihm seine kränkliche körperliche Konstitution die Teilnahme am normalen Leben. Dieses, einschließlich seiner künstlerischen Existenz, spielte sich fast ausschließlich außerhalb der Öffentlichkeit, im privaten Raum ab.
Begnadeter Pianist, der er war, mied er große Konzertsäle und zog sich stattdessen in die Pariser Salons zurück. Seine Krankheit gab den Takt seines Lebens vor, dessen schweres Ende Franz Liszt verklärend so kommentierte: »Chopin erlosch, indem er sich allmählich in seiner eigenen Glut verzehrte. Er war ein Dichter mit einer von Geheimnissen erfüllten und von Schmerzen durchwühlten Seele.« Chopin wurde 39 Jahre alt.
Erstaunlicherweise war das genaue Datum seiner Geburt lange Zeit unklar. Ältere Biographien geben den 22. Februar 1810 an, viele Quellen sprechen allerdings für den 1. März, auf den man sich neuerdings geeinigt hat. SWR2 nimmt diese Tage als Eckpunkte für sein SWR2 extra: Frédéric Chopin.
Marlene Weber-Schäfer
Letzte Änderung am: 26.02.2010, 13.28 Uhr
Letzte Änderung am: 26.02.2010, 13.28 Uhr
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