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Asya Fateyeva spielt klassische Saxophon-Musik Virtuos und souverän

CD-Tipp vom 15.1.2016

CD-Cover Fateyeva

CD

Titel:
Works by F. Decruck, W. Albright, J.-D. Michat und J. Ibert
Interpret:
Asya Fateyeva, Saxophon | Valeriya Myrosh, Piano | Brandenburger Symphoniker • Michael Helmrath, Conductor
Label:
GENUIN GEN 16401

Auf ihrer Debüt-CD spielt die Gewinnerin des Deutschen Musikwettbewerbs 2012, Asya Fateyeva, die bereits Dozentin für klassisches Saxophon an der Musikhochschule Münster ist, Werke von Fernande Decruck, William Albright, Jean-Denis Michat und Jacques Ibert.

Schon mit zehn Jahren erhielt die junge Musikerin, die 1990 auf der Krim geboren wurde, Unterricht im klassischen Saxophon-Spiel französischer Schule. Später studierte sie in Köln und in Paris. Wenn man ihr zuhört, kann man schnell verstehen, warum sie nicht nur erfolgreich bei „Jugend musiziert“ war und später den Deutschen Musikwettbewerb gewonnen hat, sondern auch 2014 als erste Frau überhaupt den dritten Preis beim nur alle vier Jahre stattfindenden Concours International Adolphe Sax mit nach Hause nehmen konnte.

Spannend ist die Sonate für Altsaxophon und Klavier von William Albright, komponiert 1984. Asya Fateyeva hat dieses effektvolle Stück für ihre Debüt-CD ausgesucht, weil sich darin ganz unterschiedliche Charaktere und Stilrichtungen zusammenfinden: Elemente aus Atonalität, Minimalismus und Jazz, selbst ganz klassische Formen wie eine zweistimmige Invention. Dazu kommen freie Kadenzen und Ausbrüche – diese Musik erzählt von Wahnsinn, vom Verstehen und vom Beherrschen dieses Gefühlszustandes, so empfindet es zumindest die junge Saxophonistin.

Das jüngste Stück auf der neuen CD von Asya Fateyeva ist „Shams“ – arabisch für Sonne. Es stammt von Jean-Denis Michat und wurde 2010 uraufgeführt, ein Concerto für Altsaxophon und elf Instrumente mit deutlich orientalischen Anklängen, für die das Saxophon geradezu prädestiniert zu sein scheint. Das Stück hat dieselbe Besetzung wie Iberts Concertino, und Michat bezieht sich sogar direkt darauf. Sein Konzert ist eine Art Gegenentwurf, gespickt mit Vierteltönen, Doppel- und Tripelzunge und hohen Lagen – selbst für die versierte Saxophonistin ein Herausforderung, denn Jean-Denis Michat ist gleichzeitig Saxophonist, bei ihm hat Fateyeva auch studiert. Für sie also die beste Voraussetzung, diese Musik adäquat zu interpretieren. Auch in „Shams“ überzeugt die junge Musikerin mit ihrer Virtuosität und Souveränität, aber auch mit ihrer stilistischen Vielfalt. Ihr Ziel ist es, das Saxophon als Solo-Instrument im Konzertbetrieb als feste Größe zu etablieren – sei es mit Original-Kompositionen oder auch mit Bearbeitungen. Beste Voraussetzungen für eine Karriere hat sie, ihr Publikum dürfte begeistert von ihr sein – und dazu sollte sicherlich auch diese Produktion beitragen, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikrat beim Label GENUIN erschienen ist.

CD-Tipp vom 15.1.2016 aus der Sendung „SWR2 Treffpunkt Klassik – Neue CDs“

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