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Bilder des ehemaligen White-House-Fotografen Pete Souza Trump-Kritik mit Obama-Fotos

Netzkultur am 13.2.2017 von Susanne Kaufmann

Der ehemalige Chef-Fotograf des Weißen Hauses Pete Souza hat einen bemerkenswerten privaten Instagram-Account eröffnet. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump postet er dort täglich Fotografien aus der Amtszeit von Obama. Es sind historische Bilder, die überraschend aktuell erscheinen, weil sie sich als indirekte Statements gegen Trump verstehen lassen. Souza kommentierte zum Beispiel den von Trump proklamierten Einreisestopp für Menschen aus sieben Ländern, indem er ein Foto von Obama mit einem muslimischen Flüchtlingsmädchen postete. Nach drei Wochen hat er auf Instagram schon über eine Million Follower.

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Die ersten Fotos, mit denen Pete Souza am 20. Januar seinen privaten Instagram-Account eröffnet, sind zugleich die letzten, die er als Chef-Fotograf des Weißen Hauses macht: Barack Obama verlässt das Oval Office. Ein Blick von oben hinunter auf den Raum, der Präsident geht durch die Tür hinaus. In den vergangenen acht Jahren machte Souza an die zwei Millionen Fotos von Obama. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump bestückt er damit nun sein neues Instagramprofil @petesouza.

Es sind historische Bilder, die unerwartet aktuell erscheinen. Zwei Tage, nachdem Trump seinen Einreisestopp für Menschen aus sieben Ländern proklamierte, veröffentlichte er auf Instagram ein Foto von Obama, der sich auf Augenhöhe mit einem muslimischen Flüchtlingsmädchen unterhält. Es zeigt, wofür Obama in seiner Präsidentschaft stand.

Obama-Fotos als Gegenpol zur Politik von Trump

"Ich glaube daran, dass wir die Verheißungen unserer Gründerväter bewahren können, die Idee nämlich, wenn Du bereit bist, hart zu arbeiten, wirst Du hier in Amerika Erfolg haben – egal wer Du bist oder woher Du kommst. Es kommt nicht darauf an, ob Du schwarz oder weiß bist, hispanischer Abstammung oder asiatischer, ob Du reich oder arm bist, schwul oder heterosexuell: You can make it here in America!" (Obama nach seiner Wiederwahl zum US-Präsidenten am 7.11.2012)

Als Trump den Aufnahmestopp für Flüchtlinge erklärte, postete Pete Souza Fotos, die er in den 90er Jahren von verzweifelten Flüchtlingen aus dem Kosovo machte. Und als die New York Times berichteten, Trumps Mitarbeiter hätten Probleme, im Weißen Haus die richtigen Lichtschalter zu finden, da setzte er das Foto einer gut ausgeleuchteten Besprechung des Obama-Teams auf Instagram – versehen mit dem lapidaren Kommentar "Those damn lights – diese verdammten Lichter".

"Einer der einflussreichsten unbekanntesten Menschen in den USA"

Pete Souza war schon früher kein Unbekannter in der US-Hauptstadt, erzählt SWR-Korrespondentin Sabrina Fritz. "Die Washingtoner kennen ihn. Ich würde jetzt nicht sagen, dass er ein Star in den USA ist. Er wurde mal bezeichnet als einer der einflussreichsten unbekanntesten Menschen in den USA, also mit viel Power, aber nicht so sehr, dass er selber in der Öffentlichkeit steht."

Doch nun wächst die Zahl seiner Anhänger von Tag zu Tag. Nach drei Wochen hat Pete Souza auf Instagram schon über eine Million Follower. Seine Fotos stellen Fragen, die plötzlich wieder hoch aktuell sind. Wie die nach dem Bild der Frau. Souza zeigt Obama mit dreien seiner Top-Berater im Oval Office - allesamt Frauen, was bei Trump undenkbar wäre. Welten liegen auch zwischen dem Geschmack der beiden Präsidenten. Zu den ersten Amtshandlungen von Trump gehörte es ja, goldene Vorhänge ins Oval Office zu hängen. Souza konterte mit einem Bild auf Instagram, das Obama vor den alten terracotta-farbenen Gardinen zeigt. Ihm gefielen diese besser. „Euch nicht auch?“

Fotografien von höchster Qualität

Pete Souzas Instagram-Präsenz ist sehenswert. Seine Fotos sind von höchster Qualität, sie sind Kunst und transportieren wie früher die höfischen Porträts eine politische Ikonographie. Auch das Bild von Merkel und Obama beim G7-Gipfel im bayerischen Krün. Dies ist ein Sehnsuchtsbild aus guten alten Tagen für die Kanzlerin. Merkel in rot, sie steht mit ausgebreiteten Armen vor Obama, der auf einer Holzbank sitzt, umgeben von Grün, im Hintergrund die Alpen. Dem US-Präsidenten fehlte damals nur eines, wie er der Presse sagte: "I have to admit that I forgot to bring my Lederhosen." Angela Merkel schwärmte, in Oberbayern seien Tradition und Moderne eng miteinander verbunden, und Obama erklärte, für ihn gehöre zu solchen schönen Tagen auch ein gutes Bier dazu.

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