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Kabarettistischer Jahresrückblick Kein Weltuntergang, aber WLAN für alle!

Hans Gerzlich über die Piraten und die Grünen im Jahr 2012

Was war das wieder für ein Jahr?

... Wulff tritt ab, Whitney Houston stirbt gleich ganz, Kreuzfahrtschiff kippt um und der Kapitän versehentlich ins Rettungsboot, Olympische Spiele in London, wo die Sicherheitsvorkehrungen mehr gekostet haben als die Sportanlagen, Lance Armstrong gedopt, wer hätte denn damit gerechnet, Wirbelsturm Sandy, Sturm im Wasserglas um den Berliner Großflughafen, Obama wiedergewählt und am Schluß geht noch die Welt unter.

Also sollte eigentlich... am 21. Dezember. Und was ist? Wieder nur leere Versprechungen!

Wenn Sie den Weltuntergang wieder mal verpasst haben, keine Angst, die nächsten Termine stehen schon fest: 5. November 2013 - obwohl, das wär blöd, da könnte ich persönlich gar nicht -, 6. Januar 2077 oder 30. Februar 2219 .

Weltuntergangsstimmung auch bei der TSG Hoffenheim, der Piratenpartei und der Deutschen Bank! Kaum ist der Big Boss Ackermann weg, fällt bei ihr alles in sich zusammen und der neue Chef wird fast verhaftet. Das hätte es doch früher nicht gegeben. Da hätten die den gar nicht angetroffen, weil der auf der Weihnachtsfeier im Kanzleramt gewesen wäre.

WLAN für Alle!

Anders die Piratenpartei: Die haben gar keinen Chef. Deshalb darf da jeder jeden demontieren - und das machen die auch! Basisdemokratisch organisiert sitzen sie in abgewetzten Jeans und schlabberigen Pullis, die sie bei den grünen Anzugträgern aus der Altkleidersammlung gefischt haben, bei Günther Jauch in der Talkshow und twittern sich um Kopf und Kragen. Wichtigstes Politisches Ziel: "WLAN für Alle!" Ob das reicht, um über das nun endende Jahr 2012 hinaus bleibende Spuren in der deutschen Parteienlandschaft zu hinterlassen?

Bundestagswahl

Immerhin ist nächstes Jahr Bundestagswahl. Da muss geliefert werden. Und zwar nicht nur flotte Sprüche und Wischi-Waschi-Aussagen, sondern handfeste politische Statements - sagen genau die Politiker, die sich seit Jahren und Jahrzehnten mit flotten Sprüchen und Wischi-Waschi-Aussagen durchlavieren. Und sich auf gar nichts festlegen - höchstens mal auf einen zukünftigen Koalitionspartner. Das muss reichen...

Der FDP wäre naturgemäß alles Recht, Merkel wäre, sollten die Nachlassverwalter von Theodor Heuss und Hans-Dietrich Genscher sich nach der Bundestagswahl in der außerparlamentarischen Opposition wieder finden, für eine große Koalition offen, Steinbrück will nur Rot-Grün.

Jürgen "Tritt ihn" als Kanzler einer Koalition aus Grünen, Linken und Piraten?

Aber: Wenn die Piraten nicht ein Phänomen des Jahres 2012 bleiben und im nächsten Jahr tatsächlich ins Parlament einziehen sollten, hieße der neue Bundeskanzler... Jürgen Trittin. Natürlich! Oberbürgermeister- und Ministerpräsidentenämter waren für die Grünen doch nur der Anfang! Jürgen "Tritt ihn" als Kanzler einer Koalition aus Grünen, Linken und Piraten. Und dann wird der eine oder andere sich wünschen, dass der Maja-Kalender doch Recht gehabt hätte.

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