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Der Radioerzähler Günter Eich
SWR2-Programmschwerpunkt zum 100. Geburtstag von Günter Eich ab 1. Januar 2007
1907 war das Jahr, in dem mit ersten Vorboten wie dem "Seefunk" das Zeitalter des Rundfunks begann. Es war auch das Jahr, in dem der Hörspielpionier und Radioerzähler Günter Eich geboren wurde. Seit 1928 war Eich im Radio zu hören, mit Gedichten, Geschichten und eigenen Hörfolgen. In der Nachkriegszeit begründete er seinen epochalen Ruhm als literarischer Hörspielautor. Mit seinen poetischen Radiostücken setzte er das "Eich-Maß" für andere Autoren. Seine Stücke zählen bis heute zu den Klassikern des deutschen Hörspiels. SWR2 feiert den 100. Geburtstag von Günter Eich mit einem Programmschwerpunkt vom 1. Januar bis 2. Februar. In diesem Schwerpunkt sind elf Hörspiele von Günter Eich zu hören, darunter auch eine Neuproduktion seines letzten Stücks "Zeit und Kartoffeln". An Eichs Geburtstag, dem 1. Februar, sendet SWR2 einen ARD-Radioabend über Günter Eich.
Den Auftakt der Günter-Eich-Retrospektive in SWR2 bildet am 1. Januar 2007 um 18.20 Uhr das Hörspiel "Das Jahr Lazertis", eine Produktion aus dem Jahr 1954, als erstes von zehn Günter-Eich-Hörspielen, die SWR2 im Januar sendet. Alle wurden vom SDR oder SWF produziert, die meisten in den 50er Jahren. Eichs 100. Geburtstag am 1. Februar feiert SWR2 von 20.05 –24.00 Uhr mit dem ARD-Radioabend „Günter Eich 100 - Ich bin gar nicht gegen die Realität, im Gegenteil ...“, einer Werkbesichtigung des Poeten und Hörspielklassikers. Der Abend ist eine Gemeinschaftssendung des ARD-Hörfunks. Zum Abschluss des Programmschwerpunkts sendet SWR2 am 2. Februar ab 22.03 Uhr eine Neuproduktion von Günter Eichs letztem Hörspiel "Zeit und Kartoffeln", das Eich im Jahr vor seinem Tod für den SWF schrieb. Auch die Veranstaltung SWR2 Hörbar am 19. Januar in Freiburg steht im Zeichen des 100. Geburtstags von Günter Eich. Aufgeführt werden „Zeit und Kartoffeln“ und „Träume“.
In seinen Hörspielen verstand Eich sich als ein "Erzähler auf dem orientalischen Markt". Er war ein Fabulierer mit der lockenden Rätselhaftigkeit und Sprachintensität des Lyrikers, der er zeitlebens blieb. An der Funkdramatik interessierte Eich besonders das Ausgesparte, das Schweigen. Auch wenn unsere Medienwelt heute fast panisch das Schweigen zu vermeiden sucht, haben Eichs Hörspiele ihre Wirkung behalten. Vielleicht wird heute klarer als damals, dass er das Schweigen, das Ausgesparte und Rätselhafte zur Steigerung der Spannung einsetzte, die das Publikum in Atem hielt.
Letzte Änderung am: 29.12.2006, 16.05 Uhr