Seite vorlesen:
Hörspiel in drei Teilen von Heinrich Steinfest
Am 9. Februar, 20 Uhr stellt Heinrich Steinfest sein Hörspiel im Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart vor!
Kommissar Rosenblüt, ein nach München versetzter Stuttgarter Kommissar, gelangt im Zuge von Ermittlungen, die einen Überfall auf den Sohn eines Münchner Professors für Geologie untersuchen, zurück in seine alte schwäbische Heimat. In der entflammt sich gerade der uralte "Krieg der Welten" an einem Bahnhofsprojekt. Zudem triff Rosenblüt auf einen Hund, von dem er dachte, er sei tot, ein kurzbeiniges, langohriges stoisches Wesen, das den Namen Kepler erhält.

Der Krimi-Autor Heinrich Steinfest schreibt ein Stück schwäbischer Gegenwartsgeschichte neu – was zur Farce wurde, holt er zurück in die Utopie. Dabei sieht er sich als Interpret des Projekts Stuttgart 21 sowie der Bürgerbewegung. Ganz besonders fasziniert ihn die soziologische Dimension des Vorhabens, die er satirisch überhöht, bis sie auf romantische Weise in sich zusammenbricht. Das Ganze steigert sich zur grandiosen Posse, von der sich endlich mal wieder sagen lässt: Die krude Wirklichkeit ist gar nichts dagegen. Die Fiktion ist einfach noch einen Tick härter.
Auch ein Österreicher kommt ins Spiel, Wolf Mach. Denn für jede Geschichte braucht es einen Österreicher. Der Österreicher symbolisiert das Leben und den Tod. Wolf Mach, Spezialist für antike Artefakte, wird nach Stuttgart geholt, weil man tief im Boden des Schlossgartens auf eine ominöse Maschine gestoßen ist. Genau dort, wo eine schöne, neue, schneeweiße Bahnhofswelt entstehen soll.
Begleitet und bewacht wird Mach von Alicia Kingsley, einer Frau von viskotischer Körperlichkeit. Mach kann noch nicht sagen, ob sie sein Todes- oder sein Schutzengel ist. Und dann ist da ein Mann, Hans Tobik, Frührentner und seines Zeichens Wutbürger. Dieser plant ein Attentat, der den Mächtigen etwas zurückbringen möchte, was ihnen mangelt: die Angst. Sein Ziel ist der Sprecher von Stuttgart 21, ein Mann, den er Ratcliffe nennt, nach dem Getreuen von Shakespeares Richard III.
Seine Ermittlungen führen Kommissar Rosenblüt zusammen mit seiner Assistentin Teska Landau nach Canstatt, zu einem höchst kultivierten Waffenhändler: Samy Lynch. Allerdings spricht der Cineast Lynch gerne in Rätseln. Er empfiehlt Kommissar Rosenblüt: "Gehen Sie hin, wo die Löwen weinen."
1961 in Albury/Australien geboren, sozialisiert in Wien, lebt als Maler und Autor in Stuttgart. Seit 1982 stellt er seine experimentelle Theaterarbeit mit dem Kunstverein "up-art" in Wien, Hamburg und Kiel aus. Er veröffentlichte eine Reihe von meist utopischen oder Science-Fiction-Erzählungen und schließlich mit "Das Ein-Mann-Komplott" 1996 seinen ersten Kriminalroman. Zahlreiche weitere folgten. Daneben schrieb er die Glossen "steinfests stuttgarturen" für die Stuttgarter Zeitung. Heinrich Steinfest wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet. Er erhielt 2010 den Stuttgarter Krimipreis und den Heimito-von-Doderer-Literaturpreis.
Letzte Änderung am: 13.12.2011, 10.00 Uhr