Der 1955 erstmals verliehene und nach dem Hauskomponisten der SWF-Gründerjahre benannte Karl-Sczuka-Preis wurde zunächst für Hörspielmusik vergeben und ist nach Satzungsänderungen der Jahre 1969-72 zur wichtigsten Auszeichnung für avancierte Werke der Radiokunst geworden.
Am jährlichen Wettbewerb nehmen Bewerberinnen und Bewerber aus den Bereichen Hörspiel und Medienkunst, Radioliteratur, Musik und ars acustica teil. An sie kann der mit 12.500 Euro dotierte Hauptpreis oder der 1997 gestiftete Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro vergeben werden.
Die Preisverleihung findet seit 1972 während der Donaueschinger Musiktage statt.
Zu den Preisträgern gehören Juan Allende-Blin, Barry Bermange, John Cage, Hans-Ola Ericsson, Luc Ferrari, Hartmut Geerken, Ulrich Gerhardt, Stefano Giannotti, Heiner Goebbels, Pierre Henry, Patricia Jünger, Mauricio Kagel, Ferdinand Kriwet, Walter Kempowski, Alison Knowles, Ole Lützow-Holm, Friederike Mayröcker, Franz Mon, R.Murray Schafer, Richard P. Scott, Urs Widmer, Caroline Wilkins, Stephan Wunderlich, Wilhelm Zobl und Peter Zwetkoff.
Karl-Sczuka-Preiswerke in der ZKM-Mediathek
Informationen zu allen Karl-Sczuka-Preiswerken sind in der Datenbank der ZKM-Mediathek online recherchierbar. Sie können die Werke auch vor Ort im Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe anhören.
Informationen zum Karl-Sczuka-Preis und insbesondere zu den Teilnahmebedingungen erhalten Sie hier:
Südwestrundfunk
76522
Baden-Baden
Leitung: Hans Burkhard Schlichting
Letzte Änderung am: 04.04.2011, 10.32 Uhr
Der Südwestrundfunk, Anstalt des öffentlichen Rechts, stiftet einen Preis für Hörspiel als Radiokunst. Ausgezeichnet werden soll die beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt.
Der Karl-Sczuka-Preis wird jährlich im Oktober durch den Intendanten des Südwestrundfunks verliehen.
Die mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichneten Werke sollen nach Möglichkeit im Rahmen der "Donaueschinger Musiktage" vorgeführt werden.
In Ergänzung des Karl-Sczuka-Preises schreibt der Südwestrundfunk einen Förderpreis aus.
Im einzelnen gelten folgende Bestimmungen:
I.
Der Karl-Sczuka-Preis beträgt 12.500,- Euro (in Worten: zwölftausendfünfhundert Euro). Er kann geteilt werden.
Der Förderpreis ist mit 5.000,- Euro (in Worten: fünftausend Euro) ausgestattet.
II.
Der Karl-Sczuka-Preis wird öffentlich ausgeschrieben.
Um den Preis können sich Autoren, Komponisten, Regisseure oder Realisationsteams – im Folgenden Urheber genannt – bewerben.
Um den Preis können sich Autoren, Komponisten, Regisseure oder Realisationsteams - im Folgenden Urheber genannt - bewerben.
Die Urheber müssen ihre Produktionen in Form sendefähiger Kopien (Tonband, CD, DVD, DAT-Kassette oder Audio-Kassette) bis zum 15. Juni eines jeden Jahres beim Südwestrundfunk einreichen. Ein bereits früher eingereichtes Werk darf kein weiteres Mal eingereicht werden. Für den Urheber kann auch der Produzent (z. B. die Rundfunkanstalt) einreichen.
Mit der Produktion ist das vollständig ausgefüllte Einreichungsformular incl. der Erklärung über die Nutzungsrechte einzureichen. Die Erklärung über die Nutzungsrechte stellt sicher, dass alle für den Wettbewerb erforderlichen Rechte eingeräumt werden. Der Einreicher stellt mit dieser Erklärung den SWR von Ansprüchen Dritter frei.
Das Einreichungsformular ist als pdf-Datei über die Internetseite www.swr2.de/sczuka erhältlich. Es soll online übermittelt werden und muss als handschriftlich unterschriebener Ausdruck der Produktion beigelegt sein. Hinweise zum Ausfüllen und zum Versand des Einreichungsformulars finden Sie auf der o.a. Internetseite und auf dem Formular selbst.
Schriftlich sind darüber hinaus der Produktion beizufügen:
a) ein Manuskript oder, wo ein solches nicht vorliegt, ein Treatment (sechsfach);
b) eine Kurzbiographie und ein Werkverzeichnis des Urhebers (sechsfach);
c) Angaben über Ort und Zeitpunkt der Produktion und gegebenenfalls deren Erstsende- oder Erscheinungsdatum. Dieses darf nicht vor dem 1. Juni des Vorjahres liegen.
III.
Der Förderpreis wird alljährlich an einen der Bewerber um den Karl-Sczuka-Preis vergeben.
IV.
Mit der Einreichung räumt der Einreicher dem Südwestrundfunk an seinem Werk/ seiner Produktion das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht, sowie das Recht zur öffentlichen Wiedergabe von Tonträgern ein. Dies erfolgt zum Zweck der Bekanntmachung des Karl-Sczuka-Preises und des Förderpreises im Zusammenhang mit Festivals, insbesondere den "Donaueschinger Musiktagen", in geeigneten Mediatheken, Ausstellungen, auf Messen und bei sonstigen Werbemassnahmen für das Rundfunkwesen. Diese Rechtseinräumung umfasst auch die nicht-exklusive Online-Nutzung auf der Homepage des Südwestrundfunks, insbesondere die Online-Präsentation von Ausschnitten des Werkes / der Produktion, um über den Wettbewerb um den Karl-Sczuka-Preis zu informieren. Der Einreicher gestattet dem Südwestrundfunk ebenfalls, Ausschnitte aus seinem Werk oder ggf. sein Werk als Ganzes zu üblichen Rundfunkkonditionen in einer Überblickssendung („Das Hörspiel vom Hörspiel“) zu verwenden sowie die Sendung im Anschluss daran als Online stream für die Dauer von 7 Tagen auf die homepage des SWR einzustellen. Darüber hinaus erklärt der Einreicher seine Bereitschaft, die Senderechte an der Produktion zu den üblichen Bedingungen allen Rundfunkanstalten der ARD und des Deutschlandradios zu übertragen.
V.
Über die Zuerkennung des Preises und des Förderpreises entscheidet eine unabhängige Jury. Sie ist nicht zur Vergabe eines oder beider Preise verpflichtet. Die Jury besteht aus fünf Mitgliedern aus dem Kreis der Fachleute und Kritiker. Der Jury-Vorsitzende wird vom Südwestrundfunk berufen; er benennt jeweils vier weitere Mitglieder.
Die Juroren dürfen nicht festangestellte Arbeitnehmer einer Rundfunkanstalt sein.
Die Jury wird bei ihrer Tätigkeit durch einen vom Intendanten bestimmten Mitarbeiter des Südwestrundfunks unterstützt; dieser ist berechtigt, an den Sitzungen der Jury teilzunehmen, hat aber kein Stimmrecht.
Die Beratung der Jury ist nicht öffentlich. Die Mitglieder sind zur Stimmabgabe verpflichtet; die Jury trifft ihre Entscheidung mit einfacher Stimmenmehrheit.
Die Entscheidung der Jury ist endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Stuttgart, den 20.7.2010
Peter Boudgoust
Intendant des Südwestrundfunks
Letzte Änderung am: 04.04.2011, 10.32 Uhr
1946-54
Während der Gründerjahre des Südwestfunks (SWF) in Baden-Baden ist der Komponist Karl Sczuka (15. Juni 1900 - 23. Mai 1954) musikdramaturgischer Berater der Hörspielabteilung. Unmittelbar nach seinem Tod gibt der Intendant Friedrich Bischoff die Stiftung eines Preises für Hörspielmusik zum Gedenken an Karl Sczuka bekannt.
1.8.1955
Der Intendant Friedrich Bischoff erlässt die erste Satzung für den "Karl-Sczuka-Preis des Südwestfunks", der bis 1963 alle zwei Jahre für die beste im SWF gesendete Hörspielmusik vergeben wird. Die Jury besteht aus drei Rundfunkkritikern und drei SWF-Vertretern.
1966
Der nunmehr jährliche Wettbewerb wird für alle Rundfunkanstalten der ARD einschließlich RIAS geöffnet. Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury unter wechselndem Vorsitz der Musikhochschul-Leiter des SWF-Sendegebietes. Der Vorsitzende benennt vier weitere Juroren aus dem Kreis der Kritiker. Die Arbeit der Jury wird durch den Hauptabteilungsleiter Kultur (Bernhard Rübenach, 1968/69) oder seinen Vertreter (1967 Hermann Naber) unterstützt (ohne Stimmrecht).
1969/71
Wandel von einem Preis für Hörspielmusik zu einem Preis für die "beste radiophonisch gestaltete Produktion eines Hörspiels". Der beratende SWF-Vertreter in der Jury wird seitdem vom Intendanten benannt; 1970-98: Hermann Naber, der Leiter der Hörspielabteilung.
Seit 1972
Öffentliche Ausschreibung. Preisverleihung während der "Donaueschinger Musiktage". Dauerhafte Festschreibung des neuen Preiskriteriums: Ausgezeichnet werden soll die "beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialen und Strukturen benutzt".
1985
Zum 30-jährigen Stiftungsjubiläum wird neben dem international ausgeschriebenen "Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst" ein Produktionsstipendium der Heinrich-Strobel-Stiftung eingerichtet. Der Intendant bestimmt hinfort den Juryvorsitzenden aus dem Kreis der Fachleute und Kritiker und erteilt den Auftrag zur Bildung des Sekretariats des Karl-Sczuka-Preises, das bis 1998 von Hermann Naber geleitet wird. Den Juryvorsitz hat 1985-98 Heinrich Vormweg.
1997
Erhöhung der Preissumme auf DM 25.000,- und Umwandlung des Produktionsstipendiums in einen Förderpreis in Höhe von DM 5.000,-.
1999
In Nachfolge des SWF führt der neugegründete Südwestrundfunk den "Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst" weiter und erhöht den Förderpreises auf DM 10.000,-. Der jeweilige Einreichungsschluß wird auf den 15. Juni - den Geburtstag Karl Sczukas - festgesetzt. Klaus Ramm übernimmt den Vorsitz der Jury, der weiterhin Monika Lichtenfeld, Johann-Georg Schaarschmidt, Heinrich Vormweg und Christina Weiss angehören.
2000
Zum 100. Geburtstag von Karl Sczuka am 15. Juni ist die erste Buchdokumentation zur Geschichte des Preises erschienen. Erstmals präsentierte sich der Karl-Sczuka-Preis auch außerhalb der Donaueschinger Musiktage. Im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) wurde eine Veranstaltungsreihe durchgeführt. Alle Preiswerke sind seitdem in der Mediathek des ZKM zugänglich und über das Internet in einer Datenbank recherchierbar.
2002
Festsetzung der Preissumme auf 12.500 Euro; des Förderpreises auf 5.000 Euro.
2008
Der Intendant beruft Johann-Georg Schaarschmidt als Juryvorsitzenden.
2009
Der Intendant beruft Christina Weiss als Juryvorsitzende.
2010
Neuregelung des Einreichungsverfahrens durch obligatorische Nutzung des Einreichungsformulars mit Erklärung über die erforderlichen Nutzungsrechte.
Letzte Änderung am: 04.04.2011, 10.32 Uhr
Übersicht
| Preisträger seit 1955 | |
| 1955 | Siegfried Franz und Peter Zwetkoff |
| 1957 | Bruno Maderna |
| 1959 | Siegfried Franz und Hans-Martin Majewski |
| 1961 | Peter Zwetkoff |
| 1963 | Friedrich Scholz |
| 1967 | Miroslav Kefurt |
| 1968 | Walter Baumgartner |
| 1969 | kein Preiswerk |
| 1970 | Maricio Kagel: "(Hörspiel) - Ein Aufnahmezustand" |
| 1971 | Franz Mon: "bringen um zu kommen" |
| 1972 | Luc Ferrari: "Portraitspiel" |
| 1973 | Wilhelm Zobl: "Ändere die Welt, sie braucht es" |
| 1974 | Urs Widmer und Peter Zwetkoff: "Die schreckliche Verwirrung des Giuseppe Verdi" |
| 1975 | Ferdinand Kriwet: "Radioball" |
| 1976 | Walter Kempowski: "Beethovens Fünfte" |
| 1977 | Gerhard Rühm: "Wintermärchen" |
| 1978 | kein Preiswerk |
| 1979 | John Cage: "Roaratorio" |
| 1980 | kein Preiswerk |
| 1981 | Barry Bermange: "Warcries" und Hans-Ola Ericsson, Ole Lützow-Holm und Richard P. Scott: "New Music America" |
| 1982 | Alison Knowles: "Bohnen-Sequenzen" und Franz Mon: "wenn zum beispiel nur einer in einem raum ist" |
| 1983 | Juan Allende-Blin: "Rapport sonore. Relato sonoro. Klangbericht" |
| 1984 | Heine Goebbels: "Verkommenes Ufer" |
| 1985 | Stephan Wunderlich: "Tagesproduktion" |
| 1986 | Patricia Jünger: "Sehr geehrter Herr! - Ein Requiem" |
| 1987 | Barry Bermange: "Radioville. Metropolis London" |
| 1988 | Luc Ferrari: "Verirrt. Ein Labyrinth" |
| 1989 | Hartmut Geerken: "Südwärts, Südwärts" |
| 1990 | Heiner Goebbels: "Wolokolamsker Chaussee" |
| 1991 | kein Preiswerk |
| 1992 | Heiner Goebbels: "Schliemanns Radio" |
| 1993 | Ulrich Gerhardt: "Übergang über die Beresina" |
| 1994 | Hartmut Geerken: "Hexenring" |
| 1995 | Mauricio Kagel: "Nah und fern" |
| 1996 | Franz Mon: "Von den Fahrplänen braucht man nicht zu reden" |
| 1997 | Pierre Henry: "Antagonismen" |
| 1998 | R. Murray Schafer: "Winter Diary" |
| 1999 | Barry Bermange: "Topophonia" |
| 2000 | Caroline Wilkins: "Mecanica Natura" |
| 2001 | Friederike Mayröcker: "Das Couvert der Vögel" |
| 2002 | Stefano Giannotti: "Il tempo cambia" |
| 2003 | Asmus Tietchens: "Sechs Heidelberger Studien" |
| 2004 | Jon Rose: "Skeleton in the Museum" |
| 2005 | Hanna Hartman: "Att fälla grova träd är förknippat med risker" |
| 2006 | Asmus Tietchens: Trois Dryades |
| 2007 | Stefano Giannotti: Geologica |
| 2008 | Thomas Meinecke und David Moufang: Übersetzungen / Translations |
| 2009 | Wolfgang Müller: Séance Vocibus Avium |
| 2010 | Iris Drögekamp und Oswald Egger: Ohne Ort und Jahr |
| 2011 | Das Institut fuer Feinmotorik und Tim Elzer: Die 50 Skulpturen des Institut fuer Feinmotorik" |
| Förderpreisträger ab 1997 | |
|---|---|
| 1997 | Johannes S. Sistermanns |
| 1999 | Thomas Gerwin: "Rollenspiel" (π r²)" |
| Philip Jeck: "Vinyl Coda II" | |
| 2000 | Hanna Hartman: "Cikoria. Eine Reise. Ein Jahr" |
| 2001 | Blagomir Alexiev: "In the End of the Road" |
| 2002 | Andreas Bick: "Windscapes" |
| 2004 | Oswald Egger: "tuning, stumm" |
| 2005 | Antje Vowinckel: Call me Yesterday |
| 2006 | kein Förderpreiswerk |
| 2007 | Bernadette Johnson: 3 akustische Gedichte |
| 2008 | Anja Utler: suchrufen, taub |
| 2009 | kein Förderpreiswerk |
| 2010 | Sung Hwan Kim und David Michael DiGregorio: One from In the room |
| 2011 | Ulrike Janssen: vogelherdrecherche |
| Produktionsstipendiaten ab 1985 | |
|---|---|
| 1985 | Künstlergruppe "Blinde Ehemänner" |
| 1987 | Giorgio Battistelli |
| 1991 | Hans Ulrich Humpert |
Letzte Änderung am: 04.04.2011, 10.32 Uhr
Der Karl-Sczuka-Preis 1955–2005
Zum 50. Jubiläum des Karl-Sczuka-Preises ist im Baden-Badener Nomos-Verlag die erweiterte und überarbeitete Neuauflage der 2000 erstmals publizierten SWR-Schriftenreihe zum Karl-Sczuka-Preis erschienen.
Mit einer vollständigen Dokumentation aller Preisträger bis 2005 und der Laudationes der Juryvertreter bis 2004, einem Vorwort von SWR-Intendant Prof. Peter Voß und Texten von Hermann Naber, Heinrich Vormweg, Klaus Ramm, Iris Niemann und Hans Burkhard Schlichting gibt das Buch einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des Preises und der Akustischen Kunst. Das Buch wurde während der Donaueschinger Musiktage 2005 vorgestellt und ist im Handel erhältlich.
Letzte Änderung am: 04.04.2011, 10.32 Uhr