Violette Fliederblüten vor dem Nördlichen Zirkelgebäude im Schwetzinger Schlossgarten

Schwetzinger SWR Festspiele

"Altes wiederentdecken, Neues wagen, dem Nachwuchs eine Chance", so lautet auf eine kurze Formel gebracht die Schwetzinger Dramaturgie. Einerseits werden Werke des 18. Jahrhunderts, die in Vergessenheit geraten oder weniger bekannt sind, nach langer Zeit wieder in zeitgemäßen Produktionen aufgeführt, wie z.B. Henry Purcells Ballett-Oper "The Fairy Queen" oder Alessandro Scarlattis "Telemaco". Andererseits wird die zeitgenössische Kunst gefördert.

Über 40 Opernkompositionen wurden von den Schwetzinger SWR Festspielen in Auftrag gegeben und in Schwetzingen uraufgeführt. Die Liste der Komponisten liest sich wie ein "Who is Who" der Musikgeschichte seit 1945. Ob Hans Werner Henze oder Werner Egk, ob Udo Zimmermann, Aribert Reimann, Salvatore Sciarrino, Adriana Hölszky oder Wolfgang Rihm, sie alle hinterließen mit ihren für Schwetzingen komponierten Werken deutliche Spuren in der Operngeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und des 21. Jahrhunderts.

Neben dem Opernprogramm ist der Konzertbereich die zweite Säule der Festspiele.

Kammer- und Orchesterkonzerte sowie Klavier- und Liederabende sind dabei wesentlicher Programmbestandteil. Weltstars wie Alfred Brendel, Gidon Kremer, Jewgenij Kissin, Lang Lang, das Emerson String Quartet oder das Hagen Quartett stehen neben jungen, wenig bekannten Künstlern und Ensembles auf der Schwetzinger Konzertbühne. Sängerinnen wie Jessye Norman, Cecilia Bartoli oder Teresa Berganza sangen schon in Schwetzingen, lange bevor sie zu internationalen Stars wurden. Dem Nachwuchs widmen sich die Sonntagsmatineen sowie die "Schwetzinger Hofmusik-Akademie", einem Orchesterworkshop für junge Musiker, die sich unter der Leitung renommierter Dozenten mit der Musik der weltberühmten "Mannheimer Schule" auseinandersetzen. Durch den internationalen Programmaustausch der Rundfunkanstalten erleben nicht nur die Festspielbesucher das Schwetzinger Opern- und Konzertprogramm. Mit jährlich rund 550 Rundfunkausstrahlungen weltweit entstand das größte Radio-Festival für Klassische Musik.

Die kulturhistorisch bedeutende Theater- und Landschaftsarchitektur des Schwetzinger Schlosses mit den historischen Konzertsälen, dem einzigen im Zeitstil der Erbauung erhaltenen Hoftheater in Deutschland und der weitläufigen Parkanlage geben den Festspielen ihr einmaliges Ambiente.

Die Schwetzinger SWR Festspiele werden seit 1952 im Auftrag des SWR, der Stadt Schwetzingen und des Landkreises Rhein-Neckar veranstaltet. Im Jahr 2015 werden sie von den beiden Hauptsponsoren Sparda-Bank Baden-Württemberg und BASF SE, sowie von Fuchs Petrolub SE unterstützt. Neben dem Südwestrundfunk tragen auch das Land Baden-Württemberg, die Stadt Schwetzingen sowie der Freundeskreis der Schwetzinger SWR Festspiele wesentlich zur Finanzierung der Festspiele bei.

Stand: 03.12.2014, 10.57 Uhr