Vom 27. April bis 16. Juni 2012 wartet das weltweit größte Radio-Festival für klassische Musik im Jubiläumsjahr mit vielen Highlights auf und trägt den Forderungen der Schwetzinger Dramaturgie in über 60 Veranstaltungen Rechnung: „Altes wiederentdecken, Neues initiieren, dem Nachwuchs eine Chance“.
OPER
Die beiden Opernproduktionen, die alljährlich eine feste Größe der Schwetzinger SWR Festspiele sind, lassen den Gegensatz von Altem und Neuem am deutlichsten werden: Die wiederentdeckte Eifersuchtstragödie „Rosamunde“ aus der Epoche der Empfindsamkeit (Musik: Anton Schweitzer, Libretto: Christoph Martin Wieland), in Mannheim uraufgeführt, wird nach 230 Jahren wieder auf die Bühne gebracht. Die Uraufführung von Enno Poppes „IQ“, eine aufregend experimentierfreudige Oper über Intelligenztestverfahren, kontrastiert gegen Schweitzers Werk nicht nur thematisch, sondern auch mit innovativen Kompositionstechniken.
KONZERTE
Schwetzingen Vokal
Die Präsenz ausgezeichneter Stimmen hat bei den Schwetzinger SWR Festspielen von Beginn an Tradition; auch die Saison 2012 lässt die Bewunderer großer Vokalkunst ins Schwärmen geraten. Das Repertoire umfasst zehn Jahrhunderte, von der Gregorianik bis zum Lied, letzteres in allen Facetten von der Klassik bis zur Gegenwart.
Spitzenensembles wie das SWR Vokalensemble Stuttgart, The Hilliard Ensemble und Stile Antico wechseln sich ab mit großen Solistennamen der Opernbühne, darunter Vesselina Kasarova, Magdalena Kožená, Dorothea Röschmann und Joyce DiDonato. Daneben werden die erfolgreichsten Lied-Interpreten unserer Zeit erwartet: Christoph Prégardien, Christian Gerhaher und Matthias Goerne. Mit Daniel Behle kommt ein hochbegabter Jungstar hinzu.
Damit ist allerdings das Kapitel „Vokalkunst in Schwetzingen“ noch längst nicht abgeschlossen: Christine Schäfer, Mojca Erdmann und Tim Severloh werden dem Komponistenporträt Aribert Reimann stimmlichen Glanz verleihen, und die ebenso jungen wie fabelhaften Sängerinnen und Sänger der beiden Opern-Produktionen sowie des „Mozart-Tags“ runden das einzigartige Vokaltableau dieser Saison ab.
Orchestermusik der Jahrhunderte
Festlichen Glanz verbreiten auch in dieser Festspielsaison die vom Publikum alljährlich sehr geschätzten Orchesterkonzerte, die dem Schwetzinger Konzertangebot eine attraktive Facette hinzufügen. Ob Stuttgarter, Freiburger oder belgischer Provenienz, ob ausschließlich instrumental oder mit herausragenden Stimmen kombiniert – die Musiker bürgen für große Orchesterkultur, und am Dirigentenpult steht jeweils ein ausgewiesener Meister seines Fachs.
Das Mozart-Requiem in Speyer, die Mozart-Klavierkonzerte mit den Freiburgern und das barock-klassische Programm des RSO Stuttgart – drei Mal Orchesterkultur auf höchstem Niveau und drei Mal Freude pur.
"Melos und Klangraum" - der Komponist Aribert Reimann
Als Aribert Reimann im Frühjahr 2011 für sein Lebenswerk mit dem bedeutenden Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichnet wurde, war die Entscheidung, ihm 2012 ein Schwetzinger Komponistenporträt zu widmen, längst gefallen und wurde dadurch im Nachhinein nochmals bestätigt.
Aribert Reimann ist neben Hans Werner Henze der erfolgreichste deutsche Musiktheater-Komponist. Seine Opern reisen um die Welt, und nicht erst seit der spektakulären Aufführung des „Lear“ im Jahr 1978 ist klar: Reimann geht es von Anfang an um die menschliche Stimme, um den Ausdruck und den Nachdruck des poetischen Worts.
Diese künstlerischen Ziele und seine individuelle Musiksprache hat er mit entschlossener Konsequenz über Jahrzehnte hinweg verfolgt, persönlich bescheiden und eher scheu, in der Kunst jedoch zielstrebig und unbeirrbar.
Seine Doppelbegabung als schaffender und nachschaffender Künstler hat Reimann stets gepflegt: Der bedeutende Liedpianist setzte auch in diesem Bereich Maßstäbe. Und so erklingen bei seinem vierteiligen Komponistenporträt in Schwetzingen nicht nur von Reimann eigenhändig ausgewählte Vokal- und Kammermusikkompositionen, sondern er selbst wird zusammen mit Axel Bauni am Klavier zu hören sein. Und nicht zu vergessen – das Wort: Im Werkstattgespräch und in seinen Werkeinführungen gestattet uns Reimann den einen oder anderen Blick hinter die Kulissen, erläutert die Hintergründe seines Schaffens. In jedem Fall wird dabei ein bedeutendes Stück deutscher Musikgeschichte zum Vorschein kommen.
PanAmericana
Sie ist eine der Traumstraßen der Welt und verbindet Alaska mit Feuerland: Wer auf der „Panamericana“ über den amerikanischen Kontinent reist, erlebt eine landschaftliche, ethnische und kulturelle Vielfalt ohnegleichen. Nach der überaus erfolgreichen musikalischen „Entdeckung“ des Mittelmeerraums im Konzertschwerpunkt vor zwei Jahren laden die Schwetzinger SWR Festspiele 2012 ein, wichtige Musikkulturen Amerikas zu erkunden und dabei den historischen Verbindungswegen zwischen der Alten und der Neuen Welt zu folgen. Abenteuerlust, Neugierde und Offenheit für Unbekanntes beim Hören vorausgesetzt, sind spannende Reise-Erlebnisse sicher – dank der Kompetenz internationaler Solisten und Ensembles auf höchstem künstlerischen Niveau. Lassen Sie sich überraschen!
Cello-Gipfel
Was haben die drei Künstler des Schwetzinger Cello-Gipfels trotz aller Unterschiede dennoch gemeinsam? Sie spielen ein Instrument, dessen warmer, gesanglicher Klang so modulationsfähig und ausdrucksstark daher kommt wie die menschliche Stimme – und uns deshalb besonders berührt. Davon abgesehen, ist jeder von ihnen eine einzigartige Interpretenpersönlichkeit mit ganz eigenen Deutungen und individuellen Repertoirevorlieben: Die musikalische Erstürmung gleich mehrerer Gipfel ist garantiert.
Klavierissimo
Es gibt viele herausragende Pianisten auf dieser Welt – bei den Schwetzinger SWR Festspielen gastieren grundsätzlich nur die allerbesten. Dabei ist die Palette der Künstlerpersönlichkeiten außerordentlich breit gefächert: Vom introvertierten, scheuen Einzelgänger bis zum charismatischen Tastenstar sind markante Interpreten-Charaktere in einer außerordentlichen Vielfalt von musikalischen Epochen und Stilen zu Gast. Jedes einzelne der vier Konzerte garantiert ein unvergessliches künstlerisches Erlebnis; dafür stehen die Pianisten-Namen Sokolov, Lupu, Schiff und Demidenko.
Sonderkonzerte
Die Sonderkonzerte sind im 60. Festspieljahr ein Spiegel der Programmentwicklung der letzten 15 Jahre. Weltstars wie Alfred Brendel, Streichquartette wie das Hagen und das Artemis Quartett, Geiger wie Frank Peter Zimmermann und Julia Fischer wurden kontinuierlich an die Festspiele gebunden. Hinzu kamen in den letzten Jahren Musiker wie Jörg und Carolin Widmann, der Schauspieler Bruno Ganz und der Perkussionist Peter Sadlo.
So sind die Schwetzinger SWR Festspiele 2012 Treffpunkt und zugleich Rückblick für viele Künstler und Ensembles, die in und mit Schwetzingen gewachsen sind und die sich dem Festival verbunden fühlen. Aber nicht nur die Interpreten der Sonderkonzerte sind Schwetzingen treu; das Motto „Treffpunkt Schwetzingen 1997 – 2012“ zieht sich wie ein roter Faden auch durch alle Themenschwerpunkte der diesjährigen Festspiele. Die langjährigen Konzertbesucherinnen und -besucher werden in der aktuellen Saison vielen vertrauten Namen wiederbegegnen.
Specials
27. Mai
Ein Tag für Mozart
2012 feiern wir Mozart am Pfingstsonntag ab 10 Uhr zwölf Stunden lang mit ebenso jungen wie hochbegabten Musikerinnen und Musikern in acht unterschiedlichen Veranstaltungen, die einen Querschnitt durch seine musikalische Welt präsentieren: „Ein Tag fur Mozart“ als Familienangebot im einzigartigen Ambiente rund um das Schwetzinger Schloss und für alle Mozart-Freunde, die sich an seiner Musik nicht satt hören können.
Philipp Vitkov Klavier, Serge Zimmermann Violine, Markus Hadulla Klavier, Sophie Pacini Klavier, Anna Lucia Richter Sopran, Christoph Schnackertz Klavier, Răzvan Cosmin Poptean Klarinette, Leibniz Trio, Weimarer Bläserquintett, Arcadia String Quartet, Studierende der Musikhochschule Mannheim, Sebastian Schwab Rezitation, Silke Leopold Vortrag
2. Juni
Lange Nacht im Rokokotheater
»Land of Hope and Glory« Gastland: Großbritannien
Das Abschlusskonzert des alljährlichen Workshops „Woche der Begegnung junger Musiker“ präsentiert in einem exquisiten Kammermusikprogramm herausragende Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Großbritannien und Deutschland – für viele Schwetzinger Festspiel-besucher seit Jahren Kult und ein absolutes „Muss“ im Konzertangebot!
16. Juni
Cena Ultima
Salut Salon
Musik, Kulinarik und Feuerwerk: das große Abschlussfest der Schwetzinger SWR Festspiele, auch 2012 mit gewohntem Glanz. Künstlerisch sorgt dafür einer der erfolgreichsten deutschen „Kultur-Exporte“, wie „Die Welt“ schrieb: Die vier Musikerinnen vom Ensemble 2Salut Salon“ haben die Kunst des Cross Over virtuos auf die Kammermusik übertragen und ihren brillant entwickelten Mix aus Klassik, Rock, Chanson und Folk in eine ebenso individuelle wie unterhaltsame Bühnenshow eingebunden, musikalisch perfekt, mit faszinierendem Zauber und einzigartigem Charme.
Schwetzinger Matineen: Internationale Preisträger
Wenn es um die Förderung herausragender junger Interpreten geht, sind die Schwetzinger SWR Festspiele alljährlich ganz vorne dabei: Ob Pianist, Geiger, Cellist oder Streichquartett, die jungen Preisträger machen auf dem Weg zur großen internationalen Karriere frühzeitig in Schwetzingen Station – sehr zur Freude des Publikums, das die Sonntagsmatineen im einzigartigen Jagdsaal des Schlosses stets besonders nachfragt. Kein Wunder, wenn sich der Zauber der Jugend mit herausragendem musikalischen Können mischt.
Eine Besonderheit der Festspielsaison 2012 hangt mit dem runden Geburtstag von Wolfgang Rihm, dem führenden deutschen Komponisten seiner Generation und bekennenden Karlsruher, zusammen: Zu seinem Sechzigsten erklingt in jeder Matinee ein kurzes Stück von Rihm.