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Sonntag, 3. Juni 2012
SCHWETZINGEN VOKAL
Daniel Behle Tenor
Oliver Schnyder Klavier
Andy Miles Klarinette
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
»An die ferne Geliebte«, Liederzyklus op. 98
Franz Schubert (1797 – 1828)
Heideröslein D 257
Du bist die Ruh D 776
Die Forelle D 550
Am Feierabend D 795 Nr. 5
Der Neugierige D 795 Nr. 6
Ungeduld D 795 Nr. 7
Der Hirt auf dem Felsen D 965
Edvard Grieg (1843 – 1907)
Sechs Lieder op. 48
Richard Strauss (1864 – 1949)
Ständchen op. 17 Nr. 2
Herr Lenz op. 37 Nr. 5
Ich liebe dich op. 37 Nr. 2
Freundliche Vision op. 48 Nr. 1
Ruhe, meine Seele op. 27 Nr. 1
Cäcilie op. 27 Nr. 2
Heimliche Aufforderung op. 27 Nr. 3
Morgen! op. 27 Nr. 4
Kunstlieder adäquat zu singen, ist eigentlich paradox: Denn nur, wenn der Sänger sein Handwerk mit einer solchen Kunstfertigkeit beherrscht, dass sein Gesang natürlich klingt, so als sei es die leichteste Sache der Welt, vermag er zu überzeugen. Fritz Wunderlich, einer der ganz Großen seines Fachs, konnte mit dergleichem aufwarten. So ist es als höchstes Lob zu verstehen, wenn der in Hamburg ausgebildete Tenor Daniel Behle von der Kritik immer wieder mit dem jungen Wunderlich verglichen wird. »Jugendfrisch und glockenklar und auch im Piano noch obertonrein leuchtend«, so beschrieb die Fachzeitschrift »Das Opernglas« Behles Stimme. Dem hier greifbar werdenden Niveau entspricht der Erfolg des Musikers, dessen Werdegang international überaus namhafte Interpreten begleiten, Dirigenten wie René Jacobs, Frans Brüggen oder Christian Thielemann, unter dessen Leitung Behle im Dezember 2011 bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden debütiert.
In einem Interview aus dem Jahr 2002 zeigt sich der Schweizer Pianist Oliver Schnyder bescheiden. Als nachschaffender Musiker trete er hinter dem Werk zurück: »Ich filtere, transportiere, setze um. Ich als Person bin da erst in zweiter Linie relevant und brauche deshalb auch nicht dem Image des aufbrausenden Genies zu entsprechen.«
Dass Schnyder, der vormals die Meisterklasse von Homero Francesch in Zürich besuchte, sich nicht als romantischer Tastenlöwe gebärdet, sondern in einem klassischen Sinn das eher harmonisch Ausgewogene anstrebt, dokumentierte er in seinen zahlreichen Konzerten und CD-Einspielungen unter Dirigenten wie Semyon Bychkov, David Zinman oder Howard Griffith, mit Kammermusikpartnern wie dem Amar oder Casal Quartett, den Geigerinnen Veronika Eberle oder Julia Fischer und mit Sängerpersönlichkeiten wie Daniel Behle oder Noëmi Nadelmann.
Andy Miles, Soloklarinettist des WDR Rundfunkorchesters, geht gern »fremd«. Er, dessen Instrument historisch gesehen vor allem Mozart und später der Romantik verpflichtet ist, spielte mit dem Auryn Quartett die CD »Crossing Borders« ein, auf der sich die Musiker im Grenzgebiet von Improvisation und Komposition, Klassik und Jazz bewegen. »Jazz at the Philharmonic« heißt wiederum eine CD, auf der Miles mit den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Jonathan Darlington agiert. Dergleichen hindert ihn aber keineswegs, mit dem romantischen Pflichtstück par excellence, Schuberts »Hirt auf dem Felsen«, aufzutreten und höchstes Lob zu ernten – so rühmte die Presse seine »lupenreine Tongebung, virtuose Technik und grandiose Pianokultur«.
Letzte Änderung am: 04.11.2011, 16.56 Uhr