Navigation

Volltextsuche

Seite vorlesen:

Oper Anton Schweitzer: Rosamunde

Donnerstag, 24. Mai 2012

Ort:
Rokokotheater
Beginn:
20.00 Uhr

"Rosamunde"


Musik von Anton Schweitzer
Text von Christoph Martin Wieland


Musikalische Leitung: Jan Willem de Vriend
Regie: Jens-Daniel Herzog
Bühnenbild: Frank Hänig
Kostüme: Sibylle Gädeke
Dramaturgie: Tina Hartmann


Rosamunde: Eleonore Marguerre (Sopran)
Königin Eleonore: Sarah Wegener (Sopran)
König Heinrich: Christoph Genz (Tenor)
Belmont: Morgan Moody (Bass)
Emma: Julia Amos (Sopran)
Lucia: Anke Briegel (Sopran)
Ritter des Turms: Johann-Werner Prein (Bass)


Philharmonischer Chor Klausenburg (Cluj)
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR

Koproduktion der Schwetzinger SWR Festspiele mit dem Theater Dortmund und dem Deutschen Nationaltheater Weimar

In einer mittelalterlichen englischen Chronik findet sich die traurige Geschichte von Rosemunde, »die (wie einige sagen, vergiftet von der Königin Elinor) im Jahre 1177, zu Woodstock starb, wo König Heinrich ein Haus von wunderbarer Bauart für sie hatte bauen lassen«. Es ist, um es mit Heine zu sagen, die alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu. Nicht nur die Liebe macht blind, auch Eifersucht, weil sie selbst die Welt verdunkelt, alles eintaucht in die schwarze Obsession des Hasses.

Christoph Martin Wielands und Anton Schweitzers Singspiel von 1779, das unbedingt zu den neu zu entdeckenden Schätzen der Empfindsamkeitsepoche gehört, handelt von der Eifersucht. Ihre stoffliche Gewichtung ist so elementar, dass ihr im 12. Jahrhundert angesiedelter historischer Hintergrund, die Geschichte Heinrich Plantagenets (später Heinrich II von England) und seiner Ehe mit der ehemaligen französischen Königin Eleonore von Aquitanien, als bloßes Dekor einer zeitlosen Liebesleidtragödie dient.

Regisseur Jens-Daniel Herzog zielt deshalb auf die zentrale Anatomie jenes Affektes. Ihn erfährt der niedergeschmetterte König, als er den von Eleonore an seiner Geliebten begangenen Giftmordversuch erfahren hat. Beide, Komponist und Poet, sahen in der zu erzielenden Empathie und der mit ihr einhergehenden Rührung eine elementare Forderung des Singspiels.

Schweitzer, als traditionsfixierter Tonsetzer den Gluckschen Reformen kritisch gegenüberstehend und musiksprachlich nicht eben ein Erneuerer, kam gleichwohl Wielands Ästhetik der Ornamentlosigkeit ebenso entgegen wie dessen Technik, das Gewicht auf die innere und nicht die äußere Handlung zu verlegen. Ungewöhnlich für ein deutsches Singspiel ist der an das alte Formgesetz der Tragödie anknüpfende Schluss, die Ermordung der Titelheldin. Solch ein »tragico fine«, auf den venezianischen Bühnen längst eingeführt, war hierzulande noch ein wirkliches Wagnis.

Zirkelsäle: 19.00 bis 19.30 Uhr Werkeinführung

Letzte Änderung am: 04.11.2011, 16.26 Uhr