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Schwetzingen Vokal Christian Gerhaher, Bariton / Gerold Huber, Klavier

Donnerstag, 24. Mai 2012

Ort:
Mozartsaal
Beginn:
20.00 Uhr

SCHWETZINGEN VOKAL


Christian Gerhaher Bariton
Gerold Huber Klavier


Franz Schubert (1797 – 1828)
»Die Winterreise«, Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller D 911

Emotionalität ist sinnvoll und gewollt, Sentimentalität aber ist furchtbar. Diese Einsicht stammt nicht von Christian Gerhaher, sondern von Wilhelm Furtwängler. Aber Gerhaher hat sich in einem Interview darauf berufen – und hinzugefügt, man müsse sich als Sänger die Emotionalität »so zu eigen machen, dass eine unangreifbare technische Darbietung niemanden in der Rezeption des Werks stört. Die Gefühlswelt des interpretierenden Individuums spielt hier überhaupt keine Rolle.«

Es ging da um Brahms‘ »Deutsches Requiem«; man darf aber wohl den Satz generell auf den Künstler Christian Gerhaher anwenden, der von vielen als einer der führenden Liedinterpreten seiner Generation angesehen wird. Vielleicht macht das überhaupt seine Faszination aus: Statt die Stücke zur Selbstdarstellung zu nutzen, stellt Gerhaher die Stücke dar. Objektivität bedeutet hier nicht Unbeteiligtheit, wohl aber ein Zurücktreten vor der Gestaltungskraft des Komponisten. Auch der »Winterreise«, Franz Schuberts unversöhnlichstem Liederzyklus, kann eine solche kluge und selbstbewusste künstlerische Demut nur gut tun.

Zur Seite steht Gerhaher dabei sein ständiger Begleiter seit den gemeinsamen Studientagen in München, der Pianist Gerold Huber, auch er ein Meister darin, Seelenregungen in der Musik aufzuspüren, statt sie hineinzulegen. Beide sind gebürtige Straubinger; Gerhaher hat schon bei Hubers Vater Geigen- und Bratschenunterricht genommen und in dessen Chor gesungen. Seit 23 Jahren arbeitet das Duo nun schon zusammen; gemeinsam haben sie neben vielem anderen auch Schuberts Liederzyklen – mehrfach preisgekrönt – auf CD vorgelegt.

Letzte Änderung am: 04.11.2011, 16.20 Uhr