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Mittwoch, 23. Mai 2012
PANAMERICANA
Emerson String Quartet

Charles Ives (1874 – 1954)
Streichquartett Nr. 1, »From the Salvation Army«
Pierre Jalbert (geb. 1967)
Streichquartett Nr. 5 (Deutsche Erstaufführung)
Aaron Copland (1900 – 1990)
Lento Molto aus »Two Pieces for String Quartet«
Antonín Dvorák (1841 – 1904)
Streichquartett Nr. 12 F-Dur op. 96, »Amerikanisches Quartett«
»Old World, New World«, so lautet der Titel der jüngsten CD-Veröffentlichung des seit seiner Gründung im Jahr 1987 renommierten Emerson String Quartet. »Alte Welt, Neue Welt« – das zielt auf Europa und die USA, man denke nur an Dvořáks »Amerikanisches Streichquartett«, das auf dieser CD einen Ehrenplatz erhalten hat. Aber verbirgt sich hinter diesem Titel nicht auch ein Hinweis auf das Repertoire des Ensembles? Jedenfalls bewegen sich die »Emersons « geradezu planmäßig im Spannungsfeld von Tradition und Moderne, möchten sie immer das Eine tun, ohne das Andere zu lassen – eine künstlerische Verortung, die den scharfzüngigen Kritiker Karl Kraus begeistert hätte, erkannte er den Platz zwischen den Stühlen doch als den einzig richtigen an. So ist es gewiss kein Zufall, dass von den vier Kompletteinspielungen der »Emersons« die eine Hälfte Komponisten des 19. Jahrhunderts gewidmet wurde (Beethoven und Mendelssohn), während die andere dem 20. Jahrhundert vorbehalten ist (Bartók und Schostakowitsch).
Aber auch in seinen Konzerten übt das Quartett immer wieder den Brückenschlag, wie man schon an den Titeln seiner Veranstaltungsreihen ablesen kann: Im New Yorker Lincoln Center präsentierte es u.a. »The Noise of Time« (»Der Lärm der Zeit«), wobei das 15. Streichquartett von Schostakowitsch mit Hilfe von Theaterleuten, Tänzern und Choreographen, von Filmen und Sprachaufnahmen multimedial erweitert wurde – mit solchem Erfolg, dass es in London, Los Angeles, Berlin, Wien, Paris und Moskau zu weiteren Aufführungen kam. Angesichts der mentalen Weite des Emerson String Quartet fügt es sich ins Bild, dass sich die vier Musiker vielfach in Benefizkonzerten engagieren, sei es gegen den Hunger in der Welt, sei es zugunsten von Aids-Kranken.
Kammermusiksaal: 19.00 bis 19.30 Uhr Werkeinführung
Letzte Änderung am: 04.11.2011, 16.18 Uhr