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„Franz Liszt: Vom Überschwang zur Askese“
Sonntag, 13. Mai 2012
Der musikalische Philosoph – Alfred Brendel in Wort und Ton II
Franz Liszt: Vom Überschwang zur Askese
Jahrzehntelang war der Pianist Alfred Brendel ein regelmäßiger Gast der großen internationalen Konzertsäle und Festivals sowie der führenden europäischen und amerikanischen Orchester unter namhaften Dirigenten. Sein letztes Konzert gab Brendel am 18. Dezember 2008 mit den Wiener Philharmonikern. Seitdem tritt er regelmäßig mit Lesungen, Meisterkursen und Vorträgen zu Themen wie »Humor in der Musik« und »Licht- und Schattenseiten der Interpretation« auf. Anlässlich des 200. Geburtstages von Franz Liszt 2011 ist Alfred Brendel außerdem mit einem dem Jubilar gewidmeten Vortrag zu hören. Liszt, dessen Klavierwerke Brendel im Konzertsaal immer wieder auf seine Programme setzte, war neben Beethoven, Mozart und Schubert einer der Eckpfeiler seines Repertoires.
Robert Schumann nannte Franz Liszt ein »Genie des Ausdrucks«. Liszt war nicht nur der größte Klaviervirtuose, sondern in Richard Wagners Worten »der musikalischste aller Musiker«. Seine wichtigsten Klavierwerke stehen neben jenen von Chopin und Schumann. Wohl kein anderer Komponist hat vom strahlend begabten Wunderkind bis zur »Bitternis des Herzens« seines letzten Jahrzehnts einen so weiten musikalischen Weg zurückgelegt. Radikaler als jeder andere Musiker seiner Zeit kündigt Liszt in seinen späten Stücken die Musik des 20. Jahrhunderts an. Als Person war Liszt bei aller Widersprüchlichkeit eine noble und großzügige Erscheinung; der Vortrag möchte die Vielfalt dieser Persönlichkeit ohne Vorurteile lebendig machen.
Letzte Änderung am: 04.11.2011, 13.36 Uhr