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Dienstag, 1. Mai 2012
Hagen Quartett

Ludwig von Beethoven (1770 – 1827)
Streichquartett Nr. 15 a-Moll op. 132
Wolfgang Rihm (geb. 1952)
»Fetzen 2« für Streichquartett
Ludwig van Beethoven
Streichquartett Nr. 12 Es-Dur op. 127
Ein Quartett aus Familienmitgliedern, dessen Mitglieder schon als Teenager gemeinsam auftreten – das kann eigentlich nur in Salzburg, der Wunderkind-Stadt, passieren, und so war es denn auch. Lukas, Angelika, Veronika und Clemens Hagen, Kinder eines Konzertmeisters des Mozarteum-Orchesters, waren »die Hagen-Kinder«, wurden von Nikolaus Harnoncourt gefördert und debütierten offiziell 1981 bei Gidon Kremers Kammermusikfestival in Lockenhaus – da war Cellist Clemens gerade 15. Angelika beschloss später, sich ein Leben außerhalb des Quartettspiels zu suchen; die anderen Hagen-Kinder aber spielen (seit 1987 mit Rainer Schmidt an der zweiten Geige) immer noch zusammen und gelten heute als eines der weltbesten Ensembles dieser Besetzung.
Natürlich, möchte man sagen, hat das Hagen Quartett sämtliche Quartette seines Mit-Salzburgers Wolfgang Amadeus Mozart aufgenommen, aber sein Repertoire reicht weit – und auch weit über die engere deutsch-österreichische Tradition von Haydn bis Brahms und Schönberg hinaus. Das Hagen Quartett kann die hitzig sich überschlagenden Quartettfiguren eines Leoš Janácek ebenso nachzeichnen wie die gläserne Präzision eines György Ligeti. Dass es in Schwetzingen zwei Werke aus dem einsamen Hochgebirge des Repertoires – den späten Beethoven-Quartetten – mit einem Werk des Zeitgenossens Wolfgang Rihm kombiniert, spricht für den nach drei Jahrzehnten des gemeinsamen Konzertierens unvermindert weiten musikalischen Horizont dieser kammermusikalischen Familie, deren Mitglieder heute an der Musik-Akademie Basel und am Salzburger Mozarteum lehren.
Letzte Änderung am: 04.11.2011, 11.53 Uhr