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Enno Poppe: "IQ" Positionen zum Musiktheater

Enno Poppes Oper "IQ"

Szenenfoto "IQ"

Gerade ist der Intelligenztest hundert Jahre alt geworden. Aber wie verlässlich oder fair ist die ganze Testerei? Der Komponist Enno Poppe hat den Intelligenzquotienten einer Eignungsprüfung unterzogen. Und zwar mit den Mitteln der Musik. Die Oper "IQ" wird auf den Schwetzinger SWR Festspielen uraufgeführt.



Szenenfoto "IQ"

Enno Poppe möchte aus dem Thema einen heiteren Abend machen. "Das ist das, was uns quasi auch besonders an dem Stoff interessiert hat. Man kann dort auf relativ einfachem Wege eine Vielfalt von infantilen Dingen, von lustigen Dingen und von den Dingen, die in irgendetwas Abgründiges führen, zeigen (...) Tatsache ist, dass vieles von dem, was gemacht wird, einfach lächerlich ist."



Probenfoto "IQ"

Das Szenenbild stammt von Anna Viebrock, die bei der Inszenierung auch Regie führt. Für "IQ" hat sie das Rokoko-Theater des Schwetzinger Schlosses in ein Versuchslabor verwandelt.



Probenfoto "IQ"

Zwei Probanden müssen sich verschiedenen Testeinheiten unterziehen. Einer davon wird von dem britischen Bariton Omar Ebrahim dargestellt.



Probenfoto "IQ"

Die österreichische Schauspielerin Katja Kolm als Testerin. In einem Livestream unterhält sie sich mit ihrer Probandin (Anna Hauf).



Probenfoto "IQ"

Auch die Orchestermitglieder vom Klangforum Wien sind an dem Test beteiligt. "Es sind neun Musiker auf der Bühne, die einen Test machen, in dem sie Töne nachspielen müssen", sagt Enno Poppe.



Szenenfoto "IQ"

Spannend soll es vor allem dann werden, wenn die "Probanden" aus dem Ruder laufen und gegen den versteckten Machtanspruch der Tester aufbegehren.



Was messen wir, wenn wir die Intelligenz messen? Was ist überhaupt Intelligenz? Die Geschichte des Intelligenztests beginnt Ende des 19. Jahrhunderts in einem Umfeld, zu dem auch Eugenik und die sogenannte Rassenhygiene gehören. (...) Das Ziel war die Klassifikation aller Menschen. Der ursprüngliche Zweck, die Intelligenz anzuheben und die Menschheit zu verbessern, wurde aber sofort durch die gegenläufige Tendenz, durch die Testverfahren Menschen abzuqualifizieren, in sein Gegenteil verkehrt. Das Verfahren, einer Person eine Zahl anzuheften, die IQ genannt wird, ist bis heute üblich und beliebt.

Was hat all das auf einer Opernbühne zu suchen? Die Grundidee ist sehr einfach. In acht Akten wird, immer wieder von vorn beginnend, die Situation eines Intelligenztestes dargestellt. (...) Die verschiedenen Testverfahren, aber auch Musik, Licht, Kostüme, Requisiten etc. können wie Variationen auseinander abgeleitet werden. Dadurch entsteht für das ganze Stück auf allen Ebenen eine musikalisch durchgearbeitete Großform. Durch die Fülle an existierenden Tests ist eine Fülle an kleinen Szenen möglich. Da viele der Verfahren auf der Einübung und Abfragung völlig sinnentleerter Techniken (...) beruhen, kann hier vieles gezeigt werden, vom Grotesken über tumultartige Massenszenen bis zur Verzweiflung. (Enno Poppe)

Das Begleitprogramm soll ein Forum der Auseinandersetzung mit Fragestellungen zum Neuen Musiktheater sein. Die Werkstattgespräche, die auf den Besuch der Uraufführung folgen, richten sich an Studierende der Fächer Dramaturgie, Musik- und Theaterwissenschaft, Regie und Komposition. Insgesamt 50 Plätze stehen zur Verfügung.
Übernachtungsmöglichkeiten werden bereit gestellt. Die Anmeldung ist über die unten angegebene Adresse möglich. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme am gesamten Programm. Auch interessierte nichtstudentische Zuhörer/Innen sind willkommen!

Freitag, 27. April 2012, Schloss

18 UhrBegrüßung
19 Uhr Einführung mit Norbert Abels
20 UhrBesuch der Uraufführung »IQ«


Samstag, 28. April 2012, Palais Hirsch
Werkstattgespräche mit Marcel Beyer, Libretto | Enno Poppe, Komposition und musikalische Leitung | Anna Viebrock, Regie, Bühnenbild und Kostüme | Wolfgang Heiniger, Audio Software | Malte Ubenauf, Dramaturgie

10 Uhr Marcel Beyer, Enno Poppe und Malte Ubenauf
12 – 14 UhrEnno Poppe und Wolfgang Heiniger
15 – 17 UhrAnna Viebrock und Malte Ubenauf
17 Uhr roundtable/open space – Nachbereitung mit G. Delnon
18 UhrEnde des Programms


Konzeption und Leitung: Dr. Julia Cloot
Organisation: Sarah Grahneis, Lena Krause

Teilnahmegebühr für eine Übernachtung (Jugendherberge Mannheim), Vorstellungsbesuch und Begleitprogramm: 20 Euro (vor Ort zu entrichten)
Anmeldung unter Angabe des Studienfachs und der Hochschule / Universität an assistenz-izm@hfmdk-frankfurt.de
Anmeldeschluss: 1. April 2012

Letzte Änderung am: 12.01.2012, 12.34 Uhr