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Ensemblekonzert I

Live in SWR2 und als Video-Stream

Veranstaltung

Datum:
Samstag, 20. Oktober 2012
Beginn:
11 Uhr
Ort:
Donauhallen, Bartók Saal

Stefan Prins
"Generation Kill" (2012)
(Uraufführung)
Kompositionsauftrag des SWR
Dauer: ca. 25 Minuten

Johannes Kreidler
Der "Weg der Verzweiflung" (Hegel) ist der chromatische
für neun Instrumente, Audio- und Videoplayback (2012)
Uraufführung
Kompositionsauftrag des SWR
Dauer: ca. 16 Minuten

25 Minuten Pause

Yoav Pasovsky
"Mimshak" (2012)
für enhanced Ensemble
Uraufführung
Kompositionsauftrag des SWR
Dauer: ca.

Klaus Schedl
"Selbsthenker II – durch die Wand ins Gehirn"
für Ensemble (2012)
(Uraufführung)
Kompositionsauftrag des SWR
Dauer: ca. 14 Minuten

Nadar Ensemble
Katrien Gaelens, Flöte, game controller
Dries Tack, Klarinette, game controller
Thomas Moore, Posaune
Yves Goemaere, Percussion
Hannes Nieuwlaet, Percussion
Kobe Van Cauwenberghe, Gitarren
Elisa Medinilla, Klavier, game controller
Marieke Berendsen, Violine
Pieter Matthynssens, Violoncello
Alex Fostier, Elektronik und Klangregie
Josiah Oberholtzer, Programmierung
Kobe Wens, Videos
Leitung Daan Janssens

Mit Unterstützung von deSingel

SWR2 Live-Sendung sowie am Mittwoch, 24. Oktober 2012, 23.03 Uhr JetztMusik

„Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken“ vermerkte Friedrich Nietzsche lange vor unserem Medienzeitalter. Wenn wir von neuen Ensemblekonstituierungen sprechen, können nicht nur Instrumentationsfragen verhandelt werden. Die Besetzung bildet nur die Oberfläche für ein neues Klangbild. Viel zentraler sind die Fragen nach den Handlungsträgern des künstlerischen Geschehens und den medialen Transportformen und Transformationen der einzelnen Medien. Wer bestimmt das Geschehen: der Mensch oder die Maschine? Wie interaktiv-kommunikativ ist das Verhältnis dieser beiden Akteure innerhalb der neuen Ensemblekonstellationen? Einen außergewöhnlichen Blick auf die wachsende Hybridisierung all dieser Zusammenhänge vermag das Konzert mit dem belgischen Ensemble Nadar zu vermitteln. So stellt Yoav Pasovsky die akustische Exklusivität des Musikers in Frage, wenn er mit Hilfe von Körperschalllautsprechern digitale Signale durch die Resonanzkörper der Instrumente erklingen lässt, die sie zum Interface umfunktionieren; so integrieren Johannes Kreidler und Stefan Prins Video, Internet, Computergames sowie akustische und elektronische Klänge in ihr multimediales Setup, bei dem Technik nicht unbedingt als Gegenpol zum Körperlichen verstanden werden will. Selbstproduziertes Material prägt das Geschehen ebenso wie der Griff in die Archive von Youtube und der Computerspiele. Und so amalgamieren sich nicht nur die medialen Texturen der einzelnen Werke, sondern auch die einzelnen Stücke selbst: Die Generation „Kill“ auf dem Weg der Verzweiflung?