Navigation

Volltextsuche

Direkt zum Programm...

aus dem Jahr

Seite vorlesen:

Werke des Jahres 2010 String Quartet Nr. 6

Brian Ferneyhough

In den letzten Jahren habe ich wiederholt die Bedeutung unserer verschiedentlich ausgeprägten Wahrnehmung von Zeit überdacht, insbesondere wie unsere Wahrnehmung des Zeitraumes erhöht oder neu definiert werden kann durch das Herbeiführen von Diskrepanzen zwischen der Verortung bzw. der Entfaltung von Klangmaterial und der Zeit, die zur Verfügung steht für dessen individuelle Wahrnehmung. Das Orchesterstück „Plötzlichkeit“ (2006) sowie der groß angelegte Ensemble-Essay „Chronos – Aion“ (2008) setzen sich aus einer Reihe kurzer Fragmente zusammen, die gelegentlich durch Pausen getrennt oder direkt aneinandergefügt sind. Mein Streichquartett Nr. 6 versucht zunächst weitgehend an vergleichbare Prinzipien anzuknüpfen, aber anstatt sie zu hermetisch geschlossenen Einheiten zu zwingen, werden diese atemlosen Texturen durchgehend überlappt und eingebettet, um ein schwirrendes Durcheinander von aufeinanderstoßenden Materialien, kurzlebigen formalen Strategien und provisorisch umrissenen Zeitrahmen zu erzeugen. In der Tat, größtenteils unterminiert und umgeht das Zusammentreffen der breiten Vielfalt von Figur das ursprünglich autonome „Zeitschnitt“-Prinzip und führt dergestalt zu einer Art gespiegelter oder negativer Hierarchie, einer qualitativ ausgeprägten Neubestimmung von Dimensionen.

Das Werk ist dem Andenken James Averys gewidmet, einem selbstlosen Unterstützer der neuen Musik und für dreißig Jahre ein guter Freund.

Brian Ferneyhough
(Übersetzung aus dem Englischen: Bernd Künzig)


JACK Quartet bei der Aufführung von Alan Hilarios "slap Schlag, Klaps + stick Stock" Film Film: Die Quardittiade

Drei Streichquartettformationen aus verschiedenen Ländern spielen dreimal ihre Konzerte. Wie unterscheiden sie sich voneinander? Wie finden die Zuhörer das Konzept der Quardittiade? [zum Weblog zu: Film: Die Quardittiade]

Letzte Änderung am: 01.09.2010, 16.19 Uhr

Probe für die Komposition „limited approximations“, Konzert für sechs Klaviere im Zwölfteltonabstand und Orchester von Georg Friedrich Haas.
Pause
1/6
Vorheriges Bild Nächstes Bild
Weblog 2010 Bilder einer Musikbaustelle

Die Donaueschinger Musiktage sind vorbei. Im Musiktage-Weblog erfahren Sie, wie die Konzerte waren, wie die Uraufführungen ankamen und was sonst noch los war - in Filmen, Fotos und Beiträgen der zwei jungen Musiktage-Blogger. [zum Weblog zu: Bilder einer Musikbaustelle]