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Werke des Jahres 2009 Phantom splinter

Dai Fujikura

Meine erste Idee zu diesem Stück war ein Walddickicht vielgestaltiger Holzbläserklänge. Nun weiß ich nicht genau, warum mir Derartiges eingefallen ist, da ich mich nicht gerne in der „freien Natur“ aufhalte, wo mir immer Unfälle widerfahren und ich allergische Reaktionen erleide, wenn ich mit der Natur in Kontakt trete. Ich bevorzuge mehr eine von Menschen gemachte Natur mit künstlichen Bäumen und künstlichen Insekten. Ich denke, es würde ein bisschen wie die Welt in „Blade runner“ aussehen (nur muss es nicht so viel regnen!).

Das einmal gesagt, gefällt mir die Idee, in einen Wald zu geraten, in dem ein „Etwas“ ist, ein „Etwas“, das zu einem flüstert entgegen der Tatsache, dass man dort alleine ist. Es ist, als würde der Wald selbst zu einem sprechen.

Eine solche Atmosphäre wollte ich mit diesem Werk schaffen. Ich wünschte mir einen Wald, der mich nicht sofort vertreiben (auch wenn dieser Wald dennoch allergische Reaktionen in anderer Hinsicht hervorrufen würde!) und in dem ein „warmer“ Regen vielgestaltiger Klänge durch das Laubdach niedergehen würde. Diese wären Teil der imaginären Bäume und der Raum würde mit mir sprechend und flüsternd selbst lebendig.

Dai Fujikura (mit Harry Ross)
Übersetzung aus dem Englischen: Bernd Künzig

Letzte Änderung am: 04.09.2009, 12.33 Uhr

Probe für die Komposition „limited approximations“, Konzert für sechs Klaviere im Zwölfteltonabstand und Orchester von Georg Friedrich Haas.
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