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Sonntag, 18. Oktober 2009
Beat Furrer
Apon
für Orchester und Sprecher U
(Text Händl Klaus)
Kompositionsauftrag des SWR
Salvatore Sciarrino
Libro notturno delle voci
für Flöte und Orchester U
Kompositionsauftrag des SWR
1. In val d'abisso (Im Tal des Abgrunds)
2. Fauci dell'emozione (Schlünde der Emotion)
3. Mario Caroli e l'iridescenza di un Re (Mario Caroli und das Irisieren eines Königs)
Rolf Riehm
„Wer sind diese Kinder“
für Klavier, großes Orchester in drei Gruppen und elektronische Zuspielungen U
Kompositionsauftrag des SWR
Nicolas Hodges, Klavier
Mario Caroli, Flöte
Helmut Vogel, Sprecher
Inger Christensen, Jossif Brosdkij, Najim Abdullah Mustafa, Ernst Stötzner (Stimmen vom Band)
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Leitung Beat Furrer
Hinsichtlich der Präsentationsform handelt es sich bei diesem Konzert des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg bei den diesjährigen Donaueschinger Musiktagen um ein gängiges "Nummernprogramm". "Gängiges" im Wortsinne wird aber auch hier nicht zu hören sein. Das Konzert vereint drei Komponisten aus unterschiedlichen Traditionen, die jeweils ganz individuell und sensitiv mit den Räumen um die Klänge agieren, bzw. die in der Tiefe des Klangraumes nach neuen musikalischen Kontexten suchen.
Sowohl Beat Furrer, Jahrgang 1954, als auch Rolf Riehm, Jahrgang 1937, arbeiten dabei mit Textfragmenten. "Wer sind diese Kinder" ist ein Zitat aus Hesiods 700 vor Christus geschriebenen Theogonie - eine Weltschöpfungsgeschichte, in der der griechische Philosph versucht, die von Gewalt durchzogene Welt erfahrbar zu machen. Riehm sucht in seiner Musik nach klanglichen Metaphern, die diese historischen und doch höchst aktuellen Verhältnisse "bebildern", damit wir ihrer habhaft werden und sie durchdringen können.
Auch Beat Furrer bezieht sich auf altgriechisches Gedankengut. Seine auf eigenen Texten und von Händl Klaus basierende Orchesterkomposition „Apon“ kreist um eine menschliches Grundgefühl: den Zustand der Angst. Furrer geht es dabei um das antike Verständnis von Angst als künstliche Emotion, der mit Gelassenheit zu begegnen sei. "Libro notturno delle voci" ist ein erneuter Versuch von Salvatore Sciarrino, Jahrgang 1947, Orchesterinstrumenten den Charakter von Vokalstimmen einzuhauchen.
Letzte Änderung am: 15.05.2009, 12.28 Uhr