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1925 in Montbrison (Loire) geboren, gilt als einer der maßgeblichen Erneuerer des musikalischen Denkens nach 1950. Nachdem er seine ersten Dirigiererfahrungen zwischen 1946 und 1955 als Leiter der Bühnenmusik der Compagnie Renaud-Barrault sammeln konnte, erfolgte der internationale Durchbruch als Dirigent 1959 bei den Donaueschinger Musiktagen, als er kurzfristig für den erkrankten Hans Rosbaud einsprang. Auch als Komponist fand Boulez erstmals in Donaueschingen internationale Beachtung mit der Uraufführung der Polyphonie X 1951, die er später jedoch zurückzog. Nach seinem ersten Gastdirigat bei den New Yorker Philharmonikern im Jahre 1969 trat Pierre Boulez 1970 die Nachfolge Leonard Bernsteins als Musikdirektor des Orchesters an. 1969 wurde er für vier Jahre zum Chefdirigenten des BBC Symphony Orchestra in London ernannt. Maßstabsetzend war sein „Jahrhundert-Ring“ 1976 mit Patrice Chéreau in Bayreuth. Im gleichen Jahr gründete er in Paris das Ensemble Intercontemporain und ein Jahr später erfolgte durch ihn die Gründung des IRCAM, dessen Leitung er bis 1991 innehatte; er gilt zudem als Inaugurator der Opéra Bastille und der Cité de la musique. Pierre Boulez ist Autor zahlreicher Bücher und Essays über Musik; seit 1992 verbindet ihn ein Exklusivvertrag mit der Plattenfirma Deutsche Grammophon, mit der er bereits eine umfangreiche Diskographie eingespielt hat. Neben vielen Schallplattenpreisen wurden Boulez zahllose weitere Ehrungen zuteil, darunter mehrere Ehrendoktorate, eine Professur am Collège de France (1976), der Ernst von Siemens-Musikpreis (München 1977), der Premium Imperial (Tokio 1989) und der Theodor W. Adorno-Preis (Frankfurt/Main 1992).
Letzte Änderung am: 12.09.2008, 12.15 Uhr