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Komponisten Liza Lim

wurde 1966 im australischen Perth geboren. Ihre kompositorische Arbeit ist zumeist auf den interkulturellen Austausch in Hinblick auf die Kunst chinesischer und australischer Ureinwohner bezogen. Ein thematischer Schwerpunkt ist die Bedeutung der Ambivalenz, besonders unter den Bedingungen der Diaspora als einem Raum der Transformation und der Vervielfältigung von kulturellem Wissen. Dies ist mit einem starken Interesse für die politische und kulturelle Bedeutung der Übersetzung und anderer Formen von Kommunikationshandlungen verbunden. Derartige Auseinandersetzungen manifestieren sich in den drei Opern „The Oresteia“ (1993), „Moon Spirit Feasting“ (1999) und „The Navigator“ (2008) und dem mit der Lyrikerin Patricia Sykes komponierten Gesangszyklus „Mother Tongue“ (2005).

Lims Zusammenarbeit mit chinesischen, japanischen und koreanischen Musikern unterstützt ihr Interesse an einer kinästhetischen Annäherung von Aufführungsformen, wobei die körperliche Geste als Basis einer neuen Herangehensweise an Instrumentaltechniken und Hörformen erforscht wird. Die Erforschung der Kultur der Aborigines durch die Zusammenarbeit mit eingeborenen Künstlern wie Judy Watson (Das Installationsprojekt „Glass House Mountains“, 2005) und mit dem Yolngu-Frauenältestenrat des Gumatj-Stammes aus Yirrkala haben sie jüngst dazu geführt, sich mit Aspekten der Eingeborenenästhetik und der nichtwestlichen Erkenntnisse von Zeit und Raum in Kunst, Musik und narrativen Strukturen auseinander zu setzen. Schlüsselwerke hierfür sind „Songs found in a dream“ (2005), „Shimmer Songs“ (2006), „The Compass“ (2006), „Ochred String“ (2008), „Inisibility“ und „Pearl, Ochre, Hair String“ (2009).

Liza Lim erhielt Aufträge von führenden Sinfonieorchestern, Ensembles und den wichtigsten Festivals der zeitgenössischen Musik. Mit dem australischen ELISION Ensemble verbindet sie eine zwanzigjährige Zusammenarbeit, die ein „kreatives Laboratorium“ verkörpert für verschiedene Projekte, darunter die kürzlich entstandene Oper „The Navigator“, die von den Festivals in Brisbane und Melbourne in Auftrag gegeben wurde und beim Internationalen Tschechow Theaterfestival in Moskau und an der Opéra de Bastille in Paris gastierte. Von 2005 bis 2006 war Liza Lim Composer in residence der Sydney Symphony. Als DAAD-Stipendiatin lebte sie 2007 bis 2008 in Berlin. Gegenwärtig ist sie Professorin für Komposition an der Universität von Huddersfield.

Uraufführungen in Donaueschingen

Letzte Änderung am: 28.04.2008, 14.55 Uhr

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