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Verleihung des Karl-Sczuka-Preises für Hörspiel als Radiokunst 2008
Sonntag, 19. Oktober 2008
Preisträger des Karl-Sczuka-Preises: Thomas Meinecke und David Moufang
Der Karl-Sczuka-Förderpreis 2008 geht an Anja Utler
Preisverleihung durch den Hörfunkdirektor des Südwestrundfunks Bernhard Hermann
Laudatio: Frank Kaspar, Jurymitglied
Karl-Sczuka-Preis 2008
Thomas Meinecke / Move D (David Moufang)
übersetzungen/translations
Stimme, Trompete, Gitarre: Thomas Meinecke
Electronics, Klavier: David Moufang
Komposition und Realisation: Thomas Meinecke/ David Moufang
Redaktion: Herbert Kapfer
Produktion: BR 2007
Ursendung: BR am 19. Oktober 2007
Die unabhängige Jury gab für ihre Entscheidung folgende Begründung:
In ihrer Gemeinschaftsarbeit übersetzungen/ translations entwickeln Thomas Meinecke und David Moufang (alias Move D) aus dem Alphabet als Lautvorrat zehn musikalische Miniaturen. Semantisch und akustisch assoziationsreiche Wortpaare wie Osterglocke - Daffodil werden zerlegt, rebuchstabiert und mit Klängen und Mustern der Club- und Jazzmusik verzahnt. Ein ironisch-reflektierendes Spiel zwischen Sprachen und Stilebenen, zwischen zwei souverän interagierenden Künstler-Freunden, das die Fantasie des Hörers an der langen Leine spazieren führt.
Karl-Sczuka-Förderpreis 2008
Anja Utler
suchrufen, taub
Stimme: Anja Utler
Ton: Anna Kuncio
Realisation: Anja Utler
Redaktion: Christiane Zintzen
Produktion: ORF Kunstradio 2007
Thomas Meinecke, geboren 1955 in Hamburg, studierte von 1977 bis 1983 Theaterwissenschaften, Neuere deutsche Literatur und Kommunikationswissenschaften in München. 1978-1986 war er Mitherausgeber der Zeitschrift Mode & Verzweiflung, seit 1980 ist er Mitglied in der Band F.S.K. 1983-1987 schrieb er die Kolumne „Die aktuelle Kurzgeschichte“ im Feuilleton der Zeit. Seit 1985 ist er als freier Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks Radio-DJ im „Zündfunk“. Als Schriftsteller zählt er seit 1986 mit zahlreichen Romanen und Erzählungen im Suhrkamp Verlag zu den wichtigen Vertretern junger deutscher Literatur. Als Musiker veröffentlichte er in diesem Jahr mit seiner Band F.S.K. ein neues Album auf Daniel Richters Buback Label. Neben zahlreichen Tonträgern erschienen viele Buchveröffentlichungen, zuletzt: Feldforschung, Erzählungen (2006), Meinecke hört, Kolumnen (2007), Lob der Kybernetik, Songtexte 1980-2007 (2007) und Jungfrau, Roman (2008). Zu den zahlreichen Auszeichnungen zählen der Förderpreis zum Heimito von Doderer Preis (1997), der Rheingau Literaturpreis (1997) und das Förderstipendium des Deutschen Literaturfonds (1997), der Literaturpreis Kranich mit dem Stein des Deutschen Literaturfonds (1998), eine Einladung als Poet in Residence an die Universität/GH Essen (1998/99), der Literaturpreis der Stadtsparkasse Düsseldorf (2003), der Tukan-Preis der Landeshauptstadt München (2004), die Dozentur Manuskriptum an der Ludwig-Maximilians-Universität München (2004/2005) und ein Stipendium der Niedersächsischen Literaturbüros (2005).
David Moufang (alias Move D), geboren 1966 in Heidelberg, hatte neben dem humanistischen Gymnasium 1977-1983 klassischen Schlagzeugunterricht an der Musikschule Heidelberg/ Mannheim und in den achtziger Jahren privaten Jazzgitarren- und Klavierunterricht. Nach dem Abitur 1986 durchlief er ein Toningenieur-Studium an der SAE Frankfurt bis zum Abschluss mit Diplom 1990. Danach übernahm er Auftragsarbeiten zur Industriefilmvertonung (Musik), sowie kleinere Fernsehproduktionen. Von Mitte der achtziger Jahre bis 1992 war er Gitarrist in diversen lokalen Bands. 1983 erste Plattenveröffentlichung. Seit 1992 betreibt er ein eigenes Plattenlabel Source Records zusammen mit Partner Jonas Grossmann; seit 1996 zweites eigenes Label KM20 (ebenfalls mit Jonas Grossmann). Seit 1994 zahlreiche Auftritte in Clubs und als DJ auf Festivals, u.a. bei Intermedium 1 1999 in Berlin, Intermedium 2 2002 in Karlsruhe, bei den Donaueschinger Musiktagen 2002 und den Hörkunsttagen Erlangen 2003. Seit 1998 Auftragsarbeiten für den Bayerischen Rundfunk; zu den Gemeinschaftsarbeiten mit Thomas Meinecke zählen Tomboy (1998), Freud's Baby (2000), Konvent (2002), Flugbegleiter (2004) und übersetzungen/translations (2007). Solo-Arbeiten waren Tonspuren 1-10 (2003/2004). 2002-2007 war David Moufang Gastdozent an der Bauhaus Universität in Weimar/ Lehrstuhl für experimentelles Radio, Fachbereich: Musik im experimentellen Radio.
Anja Utler, geboren 1973 in Schwandorf/ Oberpfalz, studierte Slawistik, Anglistik und Sprecherziehung in Regensburg, Norwich und St. Petersburg. 2003 promovierte sie in Regensburg über russische Lyrikerinnen der Moderne. Von Thomas Kling wurde sie selbst als Lyrikerin entdeckt. Seit 2001 lebt sie in Wien, war 2005/06 Stipendiatin der Stuttgarter Akademie Schloss Solitude und im Sommer 2008 Inhaberin der Poetikdozentur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. - Bisher liegen drei Gedichtbände vor: Aufsagen (1999), Münden – entzüngeln (2004), Brinnen (2006; auch als Hörbuch). In der Reihe der Münchener Reden zur Poesie erschien 2007 ihr Vortrag Plötzlicher Mohn. Das im Raumklangformat 5.1 für das ORF Kunstradio produzierte Gedicht suchrufen, taub ist ihre erste Radioarbeit. Anja Utler erhielt den Leonce-und-Lena-Preis für Lyrik (2003), den Förderpreis zum Horst Bienek-Preis für Lyrik (2005) und den Förderpreis der Deutschen Schiller-Stiftung von 1859 (2006).
Letzte Änderung am: 29.09.2008, 15.32 Uhr