Finanzamt, Christuskirche, Brauerei: Beim Wanderkonzert "Berlin an der Brigach" spielten Musiker der Berliner Improvisationsszene an ungewöhnlichen Orten entlang der Brigach. Und auch der Donaueschinger Fluss wurde zum Klangort

Rund ein Dutzend weiße und bunte Halbkugeln schwammen fiepend, läutend und funkelnd auf dem Wasser. Am späten Freitag Abend wanderten die Konzertbesucher von einer Spielstätte zur anderen, um die jeweils zwanzigminütigen Auftritte zu erleben. Jedes Ensemble spielte dreimal nacheinander, die Besucher konnten die Reihenfolge selbst wählen und so die Dramaturgie ihres Konzerterlebnisses bestimmen.
Anneke Brüning und Hendrik Kirchhof
Letzte Änderung am: 20.10.2007, 16.37 Uhr
Das Duo Krebs/Hayward
Es sind ungewöhnliche Geräusche, die das Duo Krebs/Hayward produziert. Erst recht, wenn man die Instrumente dazu sieht: Tuba und E-Gitarre. Annette Krebs und Robin Hayward erklären, wie sie die überraschenden Klänge erzeugen: mal natürlich, mal mit elektronischer Unterstützung.

Robin Haywards Spielweise sieht nicht nur ungewöhnlich aus – sie klingt auch so: "Ich verwende die Tuba, als ob sie ein Elektronik-Studio wäre“, erklärt er. Das wuchtige Blasinstrument ist teilweise umgebaut: An Haywards Tuba sind die Ventile nicht verschraubt, sondern mit einer Art Schnellspanner befestigt und können so gedreht werden.
Auch Annette Krebs hält ihr Instrument in einer ungewöhnlichen Art und Weise. Die elektrische Gitarre liegt bei ihr auf dem Schoß, ist für den Zuschauer hinter Laptop, Mischpult und Kabeln kaum zu sehen. Wäre Krebs nicht als Gitarristin angekündigt – die Zuhörer könnten die verfremdeten Geräusche dem Instrument nicht zuordnen. Eine rein elektronische Musik zu spielen, ist für die Künstlerin aber undenkbar. "Alles, was ich denke, denke ich von der Gitarre her. Teilweise wird die Gitarre stark reduziert, aber es ist doch Gitarrenmusik."
Die beiden Musiker lassen Tuba und Gitarre in Improvisationen verschmelzen und schaffen mit ihren geräuschhaften Klängen eine erstaunlich zarte akustische Atmosphäre.
Anneke Brüning und Hendrik Kirchhof
Letzte Änderung am: 20.10.2007, 16.37 Uhr
Acrylobjekte, LEDs, Lautsprecher, 8-Kanal-Licht und Audiosystem

Bernhard Gáls Klangbojen bei Nacht
Bei einem Spaziergang an der Brigach fallen sie sofort auf, die weißen Klangbojen auf dem Wasser. Am Ufer steht Bernhard Gál und hantiert mit Leuchtdioden, kleinen Lautsprechern und Plastikeimern von IKEA.
Freitag, 19. Oktober, 23:30, der Eröffnungsabend der Donaueschinger Musiktage. Es ist eisig kalt und regnet. Der Erschaffer der Klangbojen, Bernhard Gál ist skeptisch: "Sicherlich wird das Wetter einige Leute davon abhalten, hierher zu kommen, oder sie laufen schnell durch und werden nicht viel hören und erleben." Seine leuchtenden Halbkugeln verbinden die Stationen des Wanderkonzertes "Berlin an der Brigach". Eine knappe Stunde später: Der Regen hat aufgehört. Einige Besucher der Musiktage sind unterwegs und beobachten die Installation auf dem Wasser – wenn sie sie überhaupt als Klanginstallation bemerken. Publikumsstimmen:
Anneke Brüning und Hendrik Kirchhof
Letzte Änderung am: 20.10.2007, 16.37 Uhr
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