62. Internationale Filmfestspiele Berlin
Berichte, Interviews und Kritiken zur Berlinale
In Gesprächen, Hintergrundberichten und Filmbesprechungen informiert SWR2 über die 62. Berlinale. SWR-Filmkritiker Herbert Spaich berichtet über den Wettbewerb und weitere herausragende Filme. In der Reihe Berlinale-Splitter in SWR2 am Morgen widmet er sich Themen rund um die Filmfestspiele.
Die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin sind zu Ende. Der Goldene Bär für den besten Film ging an die Brüder Taviani für ihren dokumentarischen Film "Cesare deve morire", eine fragwürdige Entscheidung, wie viele Kritiker meinen. Die Berlinale Bilanz von Herbert Spaich in SWR2 Journal am Morgen, 20.02.2012
Oliver Storz wurde mit Fernsehfilmen zu zeitgeschichtlichen Themen zu einem der bekannteste Regisseure dieses Genres. Er starb im Juli 2011. Dominik Graf hat über seinen Kollegen einen Dokumentarfilm gedreht. Kern des Films sind zwei große Interviews und der autobiografische Roman von Storz "Die Freibadclique". Die Kritik von Herbert Spaich in SWR2 Journal am Abend, 18.2.2012
Maria, eine wahrhaft gute Seele, fährt eines Nachts ein Mädchen an, ohne genau zu merken, was passiert ist. Das Mädchen stirbt. Matthias Gnasner wirft in seinem Film die Frage auf: Was ist Gnade? Kann so etwas wie Gnade überhaupt helfen, wenn wir etwas getan haben, was sich nicht rückgängig machen lässt? Herbert Spaich im Gespräch über den Film in SWR2 Journal am Abend, 16.02.2012
Irina, die aus Bosnien geflohene illegale Prostituierte und Kalle, der arbeitslose Punker verlieben sich ineinander. Ihre Lebensverhältnisse eröffnen ihnen keinen einfachen Weg ins "Glück". Die auf Tatsachen beruhende Erzählung "Glück" von Ferdinand von Schirach ist die Vorlage zum Film von Doris Dörrie. Ein Beitrag von Herbert Spaich in SWR2 Journal am Abend, 15.02.2012
Mehr als sechs Jahre hat der Journalist Thomas Kuban undercover in der rechtsradikalen Szene gefilmt. Daraus ist der Dokumentarfilm "Blut muss fließen - Undercover unter Nazis" entstanden, der auf der Berlinale uraufgeführt wird. Mit dem Regisseur Peter Ohlendorf spricht Peter Armbrüster in SWR2 Journal am Mittag, 15.2.2012
6:09 min
62. BerlinaleIn einer Stunde werdet ihr erschossen
"Das Meer am Morgen" von Volker Schlöndorff spielt 1941 in Frankreich. In einer "Vergeltungsaktion" sollen 150 Franzosen von der Wehrmacht erschossen werden. Schlöndorff schildert die Ereignisse aus Sicht des siebzehnjährigen Guy Môquet, der erschossen wird, und eines deutschen Wehrmachtssoldaten. Die Kritik von Herbert Spaich in SWR2 Journal am Abend, 15.2.2012
"Ich habe meine Mutter immer wieder gefragt: Mama, bin ich jetzt wirklich schwanger?" So wie Fabienne ging es auch Lisa, Steffi und Laura. Alle vier wurden als Teenager schwanger, alle haben ihre Kinder bekommen. Cornelia Grünberg hat die Mädchen über zwei Jahre mit der Kamera begleitet. Die Kritik von Herbert Spaich in SWR2 Journal am Mittag, 14.2.2012
Bei der Berlinale sind 18 Weltpremieren, darunter drei Beiträge von deutschen Filmemachern, im Wettbewerb um die Goldenen und Silbernen Bären. Hans-Christian Schmid ist mit seinem Drama "Was bleibt" mit Corinna Harfouch und Lars Eidinger in den Hauptrollen im Wettbewerb.
[mehr zu: "Was bleibt" im Berlinale-Wettbewerb]
Das erste Berlinale-Wochenende brachte unter anderem Filme von Angelina Jolie (In the land of blood and honey), Frédéric Videau (A moi seule) und Christian Petzold (Barbara). Herbert Spaich war vom prominenten Regiedebüt enttäuscht. Christian Petzolds Film mit Nina Hoss in der Hauptrolle hat ihn dagegen überzeugt. Sein Beitrag in SWR2 Journal am Morgen, 13.2.2012.
"Extrem laut und unglaublich nah" schildert die Geschichte um ein enges Vater-Sohn-Verhältnis im Schatten von 9/11. Mit seiner komplexen Struktur und seinen wechselnden Erzählperspektiven ist das Buch von Jonathan Safran Foer kaum verfilmbar. Das zeigt sich auch in Stephen Daldrys Film, meint Herbert Spaich. Die Kritik in SWR2 Journal am Abend, 10.2.2012.
Die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffneten mit "Les adieux à la Reine" von Benoît Jacquot. Versailles im Juli 1789. Das Volk begehrt auf, die Revolution steht vor der Tür. Der Film verfolgt die Ereignisse aus der Perspektive von Sidonie, der Vorleserin Marie-Antoinettes.
[zur Bildergalerie zu: Eröffnung mit "Leb wohl, meine Königin"]
Die roten Teppiche sind ausgerollt, die Fans in Hab-acht-Stellung, die Cineasten und Kritiker in freudiger Erwartung und der Festivalleiter wahrscheinlich etwas nervös: Die 62. Berlinale beginnt am Donnerstag. Dieter Kosslick, Leiter der Berlinale, spricht im SWR2 Kulturgespräch über das Motto der Berlinale, "Umbruch".
Die Berlinale ist - auch - ein Festival für die Ohren. Denn was man im Kino sieht, muss man auch hören, sonst funktioniert es nicht. Musik und Sounddesign bestimmen maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg eines Films. Und anders als beim Bild, ist der Filmton daheim vor dem Fernseher manchmal besser als im Kino.
[mehr zu: Der Ton macht den Film]