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Safer Internet Day "Sich zu verlaufen gehört zum Internet"

Längst ist das Internet zu einem Erziehungsthema geworden, denn schon die Kleinsten bewegen sich regelmäßig im Netz. Die Eltern sind gefragt, die Online-Erfahrungen ihrer Kinder möglichst sicher zu gestalten. Dabei helfen können spezielle Websites für Kinder - eine davon: das SWR Kindernetz. Redakteurin Aurelia Amann erklärt, wie sicheres Surfen im Netz aussehen sollte.

SWR.de: Das Internet ist für Kinder inzwischen alltäglich, die Gefahr sich dort zu "verlaufen" ist aber groß. Was ist die Idee des Kindernetzes?

Aurelia Amann: "Verlaufen" gehört zum Internet, "vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen", ist ein Reiz des Internets. Deshalb wirken wir dem nicht entgegen, sondern wir bemühen uns, den Kindern die nötige Kompetenz zu vermitteln, um sich dort sicher zu bewegen. Allerdings gehen wir sehr sparsam mit Links auf externe Seiten um. Wir achten darauf, dass diese Seiten kindgerecht aufgemacht sind. Und: Wenn man auf einen externen Link klickt, erscheint eine Zwischenseite, die darauf hinweist, dass das Kindernetz verlassen wird.

Können die Kinder im Kindernetz miteinander chatten?

Ja, wir bieten einen Chat an, der für alle Besucher offen ist. Er findet aber nur einmal wöchentlich für zwei Stunden statt und es sind immer eine Moderatorin oder ein Moderator und eine Kindernetz-Redakteurin eingeloggt. Kinder melden sich immer mit einem "Nickname" (dt. Spitzname) an. Beschimpfungen, Beleidigungen oder Fragen nach persönlichen Daten werden nicht geduldet. Teilnehmer, die gegen die Regeln verstoßen, werden verwarnt und gegebenenfalls aus dem Chat ausgeschlossen.

Kindernetz Logo

Welche Möglichkeiten bietet das Kindernetz außerdem?

Bei uns gibt es den so genannten "Netztreff", wo Kinder sich nach einer Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten anmelden können. Wir wünschen uns die Mitwirkung der Eltern - gerade bei den ersten Schritten der Kinder im Internet. In der Anmeldung geben die Kinder Namen, Adresse und E-Mail-Adresse - die eigene und die der Eltern - an. Wir geben die Daten selbstverständlich nicht an Dritte weiter.

Im Kindernetz können Kinder sich mit dieser eigenen kleinen Homepage dann auf sehr unterschiedlichen Kenntnisstufen ausprobieren: Kommunikation mit anderen Kindern, Anlegen von Rollenspielen und Clubs, Diskussion in Foren, Recherche für Schularbeiten. Kinder können aber keine eigenen Bilder hochladen. Dies hat zum einen urheberrechtliche Gründe, dient aber auch einfach ihrem Schutz. Generell sollten Kinder keine persönlichen Daten von sich preisgeben und nur mit ihrem Spitznamen kommunizieren.

Ab welchem Alter sollten Kinder überhaupt ins Netz?

Es gibt viele Internetangebote, die bereits für Kinder im Vorschulalter geeignet sind. Im Kindernetz gibt es eigene Bereiche für kleinere Kinder. Diese sollten aber in der Regel mit den Eltern surfen. Die Kleinen lieben zum Beispiel die Geschichten von "Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig". Der "Netztreff" und das "Infonetz", das kindgerechte Lexikoneinträge beinhaltet, richten sich dagegen an Kinder, die schon lesen und schreiben können.

Viele Websites für Kinder blocken einen Großteil des Internets. Wie sinnvoll ist das?

"Surfen ohne Risiko" oder "Meine Startseite" zum Beispiel arbeiten mit einer Positivliste: Es werden nur zuvor geprüfte Links angeboten. Auch Kindersuchmaschinen wie "Blinde Kuh" oder "FragFinn" durchsuchen nur Angebote, die sie geeignet finden. Das ist für jüngere Kinder, die alleine am Computer sitzen, eine gute Sache. Ältere Kinder ab zwölf oder 13 Jahren werden sich damit aber nicht mehr zufriedengeben. Sie wollen das Netz - ebenso wie die Welt - erkunden.

Was sollten ältere Kinder beim Surfen beachten?

Kinder sollten persönliche Daten nie ohne Absprache mit den Eltern irgendwo im Netz angeben und auch Downloads mit diesen absprechen. Vor allem sollten sie sich natürlich nie alleine mit Netzbekanntschaften verabreden. Internetseiten, die sie beunruhigen oder verängstigen, sollten Kinder ihren Eltern in jedem Fall zeigen.

Welchen Tipp können Sie Eltern allgemein mit auf den Weg geben?

Eltern sollten ihren Kindern keine Angst machen vor dem Internet. Und sie müssen sich natürlich selbst im Netz auskennen. Denn nur dann nehmen gerade die größeren Kinder ihre Warnungen auch ernst.

Schau hin

"Schau hin!" ist wie "Surfen ohne Risiko" eine Initiative des Bundesfamilienministeriums, allerdings in Zusammenarbeit mit ARD, ZDF, Vodafone und TV Spielfilm. Eltern erhalten dort Informationen über den richtigen Einsatz von Filtersoftware auf den Computern ihrer Kindern, aber auch allgemeine Tipps für die Erziehung in Sachen Internet.

Blinde Kuh

"Blinde Kuh" ist eine Suchmaschine, die kindgerechte Internetangebote wie das Kindernetz und offizielle Seiten wie beispielsweise die Website der Bundesregierung durchforstet. Zudem bietet sie ausgewählte Surftipps für Kinder.

FragFinn

Auch "FragFinn" ist in erster Linie eine Suchmaschine für Kinder. Sie verwendet - ebenso wie "Blinde Kuh" - so genannte "Whitelists" (Positivlisten): Nur vertrauenswürdige Websites werden überhaupt durchsucht.

Die Fragen stellte Manuela Hübner

Quelle: SWR.de - Ratgeber

Letzte Änderung am: 06.01.2012, 14.28 Uhr

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