Seite vorlesen:
Es ist erst seit einer Woche auf dem Markt, aber schon jetzt weltweit millionenfach verkauft: Das Computer-Baller-Spiel Battlefield 3. Was viele Spieler nicht wissen: Wer dieses oder auch andere Spiele des Herstellers Electronic Arts spielen will, muss erst eine Online-Vertriebsplattform installieren, Origin heißt sie. Und die kann Ihren Rechner auszuspionieren!
Journalist Hartmut Gieselmann hat in der Computerzeitschrift cT schon darüber berichtet - SWR1 hat mit ihm über die Spiel-Spionage gesprochen:
Das weiß man noch nicht so ganz genau, aber in den Vertragsbedingungen seiner neuen Onlineplattform Origin nimmt sich der Vertreiber Electrerst malonic Arts weitgehende Rechte raus die Festplatten der Anwender zu durchsuchen und eventuell nach illegalen Kopien seiner Spiele zu suchen und noch ein paar andere Ordner zu scannen.
Electronic Arts ist eine Firma, die aus den USA kommt und erst mal gedacht hat: Was wir in den USA dürfen, dürfen wir in Deutschland auch. Also haben sie ihre Vertragsbedingungen einfach erstmal 1:1 im Wortlaut übersetzt und sich dabei weitgehende Rechte herausgenommen, die so mit dem Deutschen Datenschutzrecht nicht vereinbar sind.
Es ist nicht nur das neue Kriegsspiel, sondern auch alle anderen neuen Programme des Herstellers werden mit der Origin-Plattform - zumindest auf dem PC - gekoppelt. Betroffen ist beispielsweise auch die Fußball-Simulation "FIFA 12" und auch alle weiteren Spiele des Herstellers, die jetzt in der Weihnachtszeit natürlich sehr stark auf den Markt kommen. Konsolenversionen sind nicht betroffen, weil hier generell die Gefahr von illegalen Kopien nicht so gravierend ist und deshalb sich der Hersteller auf den Kopierschutz der Konsolen verlässt.
Man muss sich im Klaren sein, dass die neuen Spiele des Herstellers, die jetzt ab Herbst auf den Markt gekommen sind, zwingend die Installation dieser Origin-Plattform auf dem PC benötigen, weil sonst die Spiele nicht mehr starten. Und der Hersteller scannt die Festplatte durch. Er sagt zwar selber, dass er kein Interesse an irgendwelchen Dokumenten, Fotos oder Steuerdateien hat - aber da muss man ihm auch vertrauen. Was genau mit den Daten passiert, dass wissen wir noch nicht ganz genau. Da laufen noch die Analysen. Auf jeden Fall ist Electronic Arts daran interessiert zu sehen, ob sich irgendwelche illegalen Kopien von Videospielen auf der Festplatte befinden. Diese Daten werden dann an Electronic Arts übertragen und von dort dann an die Ermittlungsbehörden weitergegeben.
Letzte Änderung am: 03.11.2011, 10.21 Uhr