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Buch gegen E-Book Das Öko-Duell für alle Leseratten

Die Zukunft gehört dem E-Book. Es wiegt nur ein paar hundert Gramm und bietet trotzdem genug Speicherplatz für tausende von Buchtiteln. Außerdem schont papierloses Lesen die Wälder. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Das Ökoinstitut in Freiburg hat Buch und E-Book miteinander verglichen.

E-Books oder gedruckte Bücher?

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1. Die Herstellung

Diese Runde geht an das gedruckte Buch. Denn bei der Herstellung eines E-Book-Readers werden rund acht Kilogramm des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) produziert. Das Treibhausgas gilt als einer der Hauptverursacher der weltweiten Klimaerwärmung. Zum Vergleich: Beim Drucken eines Buches wird nur etwas mehr als ein Kilogramm CO2 in die Luft geblasen.

2. Das Lesen

Ökologisch korrektes Lesen
Etwa zehn Bücher liest jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Jedes von ihnen hat, statistisch gesehen, etwa 200 Seiten. Auf der Basis dieser Daten hat das Ökoinstitut in Freiburg analysiert, was nachhaltiger für die Umwelt ist: das gedruckte Buch oder das E-Book.

Ist der E-Book-Reader erst einmal produziert, kann er seine Öko-Vorteile ausspielen. Der Stromverbrauch der Geräte hält sich in Grenzen, so dass er auch indirekt kaum noch Treibhausgase produziert. Beim Wiederaufladen mit Ökostrom wird er sogar zum "Null-Emissions-Apparat". Außerdem verbessert sich mit jedem E-Book, das zusätzlich geladen wird, die Umweltbilanz der Lesegeräte. Anders ist es bei gedruckten Büchern. Mit jedem neu gekauften Exemplar wird Papier verbraucht und im Schnitt ein weiteres Kilogramm CO2 angesammelt.

3. Die Entsorgung

Bei diesem Check fällt die Umweltbilanz unentschieden aus. Denn die meisten Bücher stehen nach dem Lesen nutzlos im Regal. Lesegeräte dagegen können perfekt recycelt werden. Das setzt allerdings voraus, dass E-Books fachgerecht entsorgt werden. An diesem Punkt hapert es noch: Die meisten elektronischen Lesegeräte landen im Hausmüll - und mit ihnen viele wertvolle Rohstoffe.

Wie funktioniert ein E-Book-Reader?

SWRinfo | Funktion Funktion

Die meisten E-Book-Reader besitzen einen unbeleuchteten Schwarz-Weiß-Bildschirm. In der Sonne sind die Texte deshalb gut zu erkennen. Tablet-PCs bieten mehr multimediale Anwendungen als die reinen Lesegeräte. Dafür aber ist im Sonnenlicht auf ihrem Bildschirm kaum etwas zu sehen. Auch die Akkulaufzeit ist kürzer: Bei klassischen E-Buch-Lesegeräten beträgt sie rund zwei Wochen, Tablet-PCs geht spätestens nach zehn Stunden der Saft aus.

SWRinfo | Angebot Angebot

Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) vertreibt rund ein Drittel aller Verlage in Deutschland elektronische Bücher. Die Tendenz ist allerdings steigend. Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Code Mantra zum E-Buch-Markt gibt an, dass das Angebot an E-Büchern in deutscher Sprache je nach Anbieter zwischen 25.000 und 80.000 Stück liegt. An gedruckten Werken sind hingegen mehr als 1,2 Millionen Titel lieferbar.

SWRinfo | E-Books laden E-Books laden

Die Texte gelangen über das Internet auf die Geräte. Teilweise verfügen die E-Book-Reader dafür über drahtlose Internetzugänge per WLAN. Einige können über die Handynetze auf das mobile Internet zugreifen. Es gibt auch Geräte, bei denen ein Umweg über den Computer notwendig: Nutzer müssen dann die Inhalte aus dem Internet auf den Computer laden und sie anschließend auf das Lesegerät übertragen.

SWRinfo | Kosten Kosten

Zunächst einmal fallen die Kosten für das Gerät an. Die Preisspanne bei E-Book-Readern liegt etwa zwischen 100 und 300 Euro. Tablet-Computer sind meist für 300 bis 800 Euro zu haben, können dafür aber auch deutlich mehr. Beim Lesestoff gilt laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Deutschland bei neueren E-Büchern die Buchpreis-Bindung. Es gibt aber auch kostenlose Bücher im Netz, etwa auf der Webseite gutenberg.org.

SWRinfo | E-Books kopieren E-Books kopieren

Beim elektronischen Buch gelten andere Regeln als beim Kauf eines normalen Buches. Der Erwerb einer E-Buch-Datei ist im juristischen Sinne kein Kauf, sondern der Erwerb einer persönlichen Lizenz. Sie darf normalerweise nicht weitergegeben werden. Für den eigenen Gebrauch ist es dem Verbraucher in der Regel erlaubt, fünf bis sechs Kopien seines E-Buchs zu erstellen. Das Übertragen auf einen anderen Reader scheitert meist am Kopierschutz.

SWRinfo | Endgeräte Endgeräte

Die Texte liegen in bestimmten Formaten vor. Hier haben sich mit PDF und EPUB zwei Versionen durchgesetzt, die von fast allen Geräten verstanden werden. Größere Probleme bereitet der Kopierschutz, mit dem zahlreiche E-Books versehen sind. Apple und Amazon, die sowohl Lesegeräte als auch digitale Bücher verkaufen, verwenden jeweils einen Kopierschutz, der nur auf den Geräten aus eigener Herstellung läuft.

4. Fazit

Wer mehr als zehn Bücher im Jahr liest, ist mit dem E-Book-Reader auf der ökologisch korrekten Seite. Voraussetzung ist allerdings, dass das Gerät länger als drei Jahre hält. In diesem Zeitraum spart der E-Book-Leser so viel Papier, Energie und Treibhausgase ein, dass die Ökobilanz des vergleichbaren Stapels gedruckter Bücher wesentlich schlechter ausfallen würde. Allerdings kann auch das gedruckte Buch noch punkten. Seine Ökobilanz verbessert sich, wenn es nach dem Lesen nicht nutzlos im Regal verstaubt, sondern weiterverkauft oder -verschenkt wird.

Dominik Bartoschek; Online-Redaktion: Andreas Böhnisch

Quelle: SWR cont.ra

Letzte Änderung am: 12.10.2011, 10.08 Uhr

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