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Bilanz: 10 Jahr Euro "Der Euro ist kein Teuro"

Und gute Aussichten für 2012

Vor zehn Jahren haben wir die D-Mark gegen den Euro getauscht. Schnell hatte der Euro sein Ruf als Teuro weg - obwohl uns seit zehn Jahren die Statistiker sagen, dass das nicht stimmt! Trotzdem haben wir gefühlt eher weniger Geld zur Verfügung. Bilden wir uns das nur ein? Ansgar Belke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung kann diese Frage beantworten.

Stimmt das Gefühl, dass das Geld zum Leben weniger geworden ist?

A. Belke: "Ich denke ja. Vor allen Dingen ist es ein Gefühl bei Bevölkerungsschichten, die vorwiegend Güter des täglichen Bedarfs kaufen - und dies auch ständig vor Augen haben. Gerade im Nahrungsmittelbereich - auch bei Rohstoffpreisen - hat es erhebliche Preisschübe gegeben, gerade anfänglich zu Zeitpunkt der Bargeldeinführung. Man darf aber nicht übersehen, dass im Bereich der langlebigen Konsumgüter die Preise durchaus gefallen sind und die Qualität gestiegen ist - was auch einem Preisverfall gleich kommt. Insofern kommen hier die Dinge wieder in Einklang. Der Euro ist kein Teuro - der Euro hat eben nicht alles teurer gemacht. Wenn wir die Inflationsraten vergleichen mit der D-Mark-Zeit: Die 10 Jahre vor der Euro-Zone lag die Inflationsrate bei 2,2 - 2,3%. Innerhalb der Eurozone hatten wir dann für Deutschland ca. 1,6% und für die Euro-Länder insgesamt fast die Ideallinie von 1,97%."

Sie sagen, die Konjunktur wird sich positiv entwickeln. Das ist doch was Positives für 2012!

A. Belke: "Richtig. Wir haben im Moment eine relativ hohe Unsicherheit vorliegen darüber, wie es in der Euro-Zone weiter geht. Wir sind auf dem letzten Eurogipfel einen Schritt voran gekommen in Richtung einer gehärteten Fiskalunion - hier gibt es aber noch viel Arbeit zu leisten, wie man das rechtlich operationalisiert, wie man Durchgriffsrechte schafft gegen Länder, die sich nicht an die Stabilitätsziele halten. Dort ist der Rahmen noch recht schwammig und schafft viel Unsicherheit. Und wenn diese Unsicherheit hoffentlich in den ersten beiden Quartalen 2012 verschwindet, dann investiert die Wirtschaft auch wieder. Hierrüber kommt es noch zu mehr Beschäftigung, es steigt gesamtwirtschaftlich die Nachfrage und wir werden hier wahrscheinlich eine Erholung sehen."

Letzte Änderung am: 02.01.2012, 11.05 Uhr

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