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Stromkunden im Jahr 2012 Mehr Kosten, mehr Rechte

Das Jahr 2012 sieht finanziell gar nicht so schlecht für den Bürger aus – denn es gibt für ihn eine ganze Reihe Entlastungen. So werden zum Beispiel die Beiträge zur Rentenversicherung zum 1.1. sinken, bei der Steuer steigen die Grundfreibeträge und die kalte Progression soll abgemildert werden. Aber – auf der anderen Seite kommen auf die Verbraucher in vielen Bereichen auch höhere Kosten zu. Bei der Energie zum Beispiel – denn etliche Stromversorger werden im kommenden Jahr die Preise erhöhen. Bei den Stromkunden kommt das (natürlich) nicht gut an, wie Sabine Geipel aus der SWR1-Wirtschaftsredaktion berichtet.

Eine ganze Reihe von Energieversorgern in Rheinland-Pfalz erhöht zum Jahreswechsel ihre Tarife. Unter anderem auch die Gemeindewerke Budenheim bei Mainz. Deren Kunden haben bereits Mitte November von der Preiserhöhung erfahren. Auch Christina Märcz, die mit Freund und den beiden Kindern in Budenheim wohnt, hat entsprechende Post von ihrem Stromversorger bekommen. Für uns heißt es wahrscheinlich so zwischen 60 und 70 Euro mehr im Jahr...

Drei Faktoren bei Preissteigerung

Außerdem erhöhen in Rheinland-Pfalz unter anderem die Stadtwerke Bad Kreuznach die Preise, die Technischen Werke Ludwigshafen oder die Stadtwerke Trier. Nur für die Preiserhöhung dieses Mal könne man ausnahmsweise nicht die Unternehmen selbst zur Verantwortung ziehen, sagt Energieexperte Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – der Gesetzgeber sei der Schuldige. Gleich drei Faktoren wirkten dabei preistreibend:

Strommasten

Ausbau von Stromnetzen.

Das eine ist das Thema "Berechnung der Netzentgelte". Zum einen hat man dort die stromintensive Industrie sehr stark befreit und zum anderen wurde ein Fehler gemacht im Gesetzgebungsverfahren bei der Berechnung der Netzentgelte. Beides zusammen führt dazu, dass insbesondere die Privathaushalte stark belastet werden.

Leichterer Wechsel

Allein diese Faktoren erhöhten den Strompreis um gut 10 Prozent – jeder Stromversorger entscheide dann selbst, ob und inwieweit er diese Mehrkosten an seine Kunden weitergebe. Weinreuter ist sich sicher, dass daher auch im Laufe des Jahres noch weitere Unternehmen ihre Tarife erhöhen werden. Immerhin – für die Kunden soll der Wechsel des Stromversorgers im neuen Jahr leichter werden. Ab Anfang Februar soll etwa die Rechnung transparenter werden, so muss beispielsweise neuerdings die Dauer des Stromvertrags angegeben werden:

Das heißt, dass ich direkt auf der Rechnung noch einmal sehen kann, wann denn meine nächste Möglichkeit des Versorgerwechsels kommt.

Schlichtung in Streitfällen

Außerdem muss auf der Rechnung auf die neue „Schlichtungsstelle Energie“ hingewiesen werden. An diese können sich Verbraucher in Streitfällen mit ihrem Versorger wenden, wenn eine Beschwerde keine Einigung gebracht hat. Und: der Wechsel des Energielieferanten soll künftig schneller vonstattengehen: Maximal drei Wochen, nachdem der neue Anbieter seinen Kunden beim Netzanbieter angemeldet hat, muss der Wechsel vollständig durchgeführt sein.

Auch Christina Märcz aus Budenheim denkt über einen Wechsel des Stromversorgers nach – aber erst 2012. Ich werde bis Anfang nächsten Jahres warten und werde mir dann die Tarifrechner noch einmal anschauen, wenn die Anbieter die neuen Preise eingestellt haben. Dann werde ich den Vergleich machen und dann vielleicht den Anbieter wechseln.

Sabine Geipel

Letzte Änderung am: 28.12.2011, 16.03 Uhr