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Das Streben nach der freien Weltkarte
Die einen sammeln unsere Kontodaten, die anderen Freunde in sozialen Netzwerken und das OSM-Projekt sammelt Geo-Daten. Das Ziel – eine „freie Weltkarte“.

Heute hat fast jeder schon einmal mit digitalen Karten gearbeitet. Ob im Navigationssystem im Auto, bei einer Geo-Suche im Internet oder bei der Nutzung eines Routenplanerdienstes. Überall treffen wir auf digitale Landkarten. Leider ist die Verwendung oft sehr restriktiv geregelt. Zwar kostet z.B. die Nutzung von „googleMaps“ den Privatanwender nichts, aber „google“ knüpft Bedingungen an deren Verwendung, blendet ggf. Werbung ein und filtert evtl. die Ergebnisse. Ähnlich ist das bei den Karten des Auto-Navigationsgerätes. So finden sich z.B. bei der Kartenedition eines großen Discounters zwar dessen Filialen allesamt auf der Karte, die Konkurrenz wurde aber völlig ausgespart.
Ein weiteres Problem sind die eigentlichen Geo-Daten. So stellen z.B.: „google“ und auch andere Kartendienste natürlich nicht alle Daten zu Verfügung. Außerdem setzt nahezu jeder Anbieter auf sein eigenes Format. Kompatibilität oder Zusatzinfos bleiben ein Wunschtraum.
Fazit: Frei nutzbare Karten gibt es. Umsonst sind sie (fast) nie! Oder doch?
Die Freie Weltkarte – „OSM“ (OpenStreetMap)
Im Juli 2004 wurde das OSM-Projekt von Steve Coast in London gegründet. OSM steht für „Open-Street-Map“ - also für eine frei nutzbare, kostenlose Straßenkarte. Das ehrgeizige Ziel der Betreiber und Helfer – eine „freie Weltkarte“. Was damals als Ziel in weiter Ferne lag, haben rd. eine halbe Million Nutzer weltweit inzwischen deutlich konkretisiert. Durch Verträge mit div. Luftbildanbietern oder Kartendiensten bietet das OSM-Projekt eine täglich bessere Abdeckung mit Kartendaten. OSM-Karten werden auch bei der Nutzung am Smartphone, PC oder portablen Navigationsgeräten immer öfter eingesetzt. Den Teilnehmern des Projektes steht es offen, neben ihrer Beteiligung – also dem Sammeln von Daten, z.B. auch Spezialkarten (z.B. Wanderkarten, Seekarten o.ä.) zu programmieren.
Futter für Navi und Smartphone
In letzter Zeit erfreuen sich die OSM-Daten immer größerer Beliebtheit. Smartphone-Nutzer haben oft die Möglichkeit neben kostenpflichtigen Online-Karten-Angeboten (z.B. Navigationskarten von Garmin, tomtom, o.ä.) mit entsprechenden Anwendungen auch die OSM-Karten z.B. zur Straßennavigation zu nutzen.
Außerdem gibt es inzwischen diverse Adaptionen, um OSM-Kartenmaterial auch im portablen Navigationssystem im Auto zum Einsatz zu bringen.
Karten zum Mitmachen!
OSM bietet seinen Nutzern gleich mehrere Arten die Karten zu verwenden. Wer einfach nur mit dem freien Kartenmaterial arbeiten möchte, der kann sich entsprechende Karten kostenlos aus dem Netz laden. Wer bei der Navigation Fehler entdeckt, wird gebeten dieses „OpenStreetBugs“ zu melden. Und wer richtig zur großen allumfassenden Weltkarte beitragen möchte, der kann nach einer kostenlosen Registrierung selbst Kartendaten beisteuern, die er per GPS o.ä. gesammelt hat.
Außerdem fordert die OSM-Comunity interessierte Nutzer dazu auf, nach einer entsprechenden Registrierung Karten „abzupausen“. Hierfür steht u.a.. das Material des Microsoft-Dienstes „bing“ oder das Luftbildmaterial von Yahoo zur Verfügung. Entsprechende Nutzungsverträge unterbinden einen evtl. Plagiatsvorwurf. Und selbst der Kartenriese „google“ greift zur Integration diverser Fotodienste auf OSM-Daten in einigen Bereichen der Erde zu.
Letzte Änderung am: 29.08.2011, 10.08 Uhr