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Frankreich subventioniert E-Bikes Radeln leicht gemacht

Frankreich subventioniert seit dem 1. März den Kauf von E-Bikes mit bis zu 200 Euro. So möchte die Regierung Anreize schaffen, ein umweltfreundliches Fortbewegungsmittel zu wählen. Wie stehen die Chancen für deutsche Radler?

Schon seit geraumer Zeit werden E-Autos in unserem Nachbarland mit üppigen Zuschüssen gefördert. Ségolène Royal, die französische Ministerin für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie, hat nun auch elektrisch betriebene Fahrräder in ein entsprechendes Programm aufgenommen. Beim Kauf von E-Bikes und S-Pedelecs, aber auch zweiachsigen E-Trikes und E-Quads steuert der Staat 20 Prozent des Neuanschaffungspreises bei - bis zu 200 Euro.

Förderung zeigt Wirkung

Bedingung für die Bezuschussung ist eine Maximalgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Außerdem werden nur E-Bikes subventioniert, die moderne Lithium-Ionen-Akkus anstelle von älteren Antrieben auf Blei-Basis nutzen. Die Förderung ist zunächst bis Ende Januar 2018 befristet und kann von jedem französischen Staatsbürger nur einmal in Anspruch genommen werden. In vereinzelten Regionen Frankreichs liegt die Fördersumme sogar bei bis zu 400 Euro und ist schon seit Jahren verfügbar.

Frankreich ist nicht das erste europäische Land, das Anreize zur Nutzung von E-Bikes setzt. In der norwegischen Hauptstadt Oslo wird der Kauf von E-Bikes mit bis zu 500 Euro gefördert. Seit dem Start des Programms im Januar 2016 hat sich der Umsatz der Zweiräder fast verdoppelt. Zuletzt hat der schweizerische Hersteller von E-Bikes Stromer angekündigt, sein Angebot in Norwegen auszuweiten. In den Niederlanden wiederum wurde ein spezielles Angebot für Pendler ausgearbeitet, um den Berufsverkehr zu entlasten.

Ein Vorbild für deutsche Subventionierungen?

Auch in Deutschland fordern verschiedene Verbände seit Längerem die staatliche Förderung von E-Bikes. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sieht vor allem auf Kurzstrecken erhebliche Vorteile: Im Berufsverkehr oder etwa auf Fahrten innerstädtischer Lieferdienste könnten elektrisch betriebene Räder Autos gänzlich ersetzen. Das französische Förderungsmodell bewertet Sara Tsudome vom ADFC Rheinland-Pfalz im Gespräch mit SWR1 als "Schritt in die richtige Richtung."

Bisher sind bundesweite Subventionen aber nicht Sicht: Der Bundesrat hat zuletzt im Herbst 2016 einen entsprechenden Gesetzesentwurf abgelehnt. In der Begründung heißt es, der E-Bike-Markt in Deutschland befinde sich in guter Verfassung und bedürfe keiner direkten Förderung. Ähnlich wie in Norwegen sind regionale Förderungen aber durchaus möglich. Eigene Wege geht zum Beispiel die Stadt München: Dort werden elektrische Lastenräder oder Pedelecs mit bis zu 25 Prozent des Anschaffungspreises subventioniert.


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