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Italien ganz unten, da wo Europa am Ende ist. Südlicher geht’s nicht – da möchte man bei dieser Kälte hin. Apulien, der Absatz des Stiefels. Da wärmen die Sonne und der Wein – hofft man halt so.
Wir testen den 2010 Tarantino Primitivo/Merlot von Tornicola, gekauft beim Weinmarkt vino für 5,99€ (übrigens auch über's Internet bei vino24.de).
Aber erst einmal die Hausaufgaben gemacht: Tarantino hat mit Quentin Tarantino nichts zu tun. Das ist die Region um die Hafenstadt Taranto herum. Das ist eine IGT-Bezeichnung. Also etwa so etwas wie Landwein. Tornicola ist schlicht ein Markenname.
Mit den Rebsorten können wir ein bisschen mehr anfangen: Primitivo – der gehört nach Süditalien. Und er ist ein Zwillingsbruder des kalifornischen Zinfandel. Und der Merlot liefert den internationalen Touch. Wir ziehen den kleinen Presskork raus – Der signalisiert: da wurde um jeden Cent bei der Kalkulation gerungen.
Dunkel Kirschrot mit einem Stich Aubergine – das ist eine Farbe, die eigentlich auf einen reiferen Wein hindeuten würde. Pflaumenmus und Liebstöckel in der Nase. Man kann das auch Maggi-Note nennen. Stramm-süß auf der Zunge. Fast schon likörartig. Vermittelt eine nette Frucht - aber eben auch nur das. Wie ein Saft: eindimensional, süßlich, kurz. Trotz 14% Alkohol fehlt ihm alles Wärmende.
Nein, das ist kein Wein fürs Herdfeuer. Eher schon für den Ausflug ins Grüne mit Klappgrill und Tomatensalat. Aber daran mag ich diese Woche gar nicht denken.
Letzte Änderung am: 08.02.2012, 13.28 Uhr