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Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen…singt Elisa Doolittle in "My fair lady". Wenn ich an Spanien denke, dann schwant es unserem Weinmann eher rot. Er testet diesmal einen 2004er Marques de Caranó Gran Reserva von Penny.
2,99 € sind ja nun mal kein Geld für einen Wein, der – dem Titel nach – zum spanischen Hochadel gehört: Gran Reserva! Das sollte doch was sein!
Dunkles Purpur, riecht ziemlich intensiv und verwirrend nach Likör, gut abgelagertem Obst, Menthol und Schreinerei. Das liegt am Holz und kräftiger Holzeinsatz hat Tradition in Spanien. Das Holz kann man dann auch als erstes schmecken: wie ein Biss ins Brett! Aber ins Süßholz-Holz-Brett.
Etwas wässrig auf der Zunge – wie verdünnt. Beim Lüften entwickelt sich die Sache dann Richtung Marmelade. Rotfruchtig. Mit genügend Luft ist das dann ein Wein, bei dem das Preis-Leistungsverhältnis noch in Ordnung ist.
Gut, dass wir nicht in England leben: da kostet der gleiche Tropfen im Supermarkt das Vierfache! Mehr Glanz kann man bei unserem Einkaufspreis jedenfalls nicht erwarten. Aber ganz ehrlich: was hat das mit Gran Reserva zu tun? Es ist wie mit der deutschen Spätlese. Vertraue nie einem bloßen Wort. Worte sind Schall und Rauch.
Hinter dem Tropfen steht ein großer Zusammenschluss kleiner Genossenschaften in der Region Carinena. Und offenbar schwankt je nach Jahrgang stark, was unter diesem Namen verkauft wird. Der Jahrgang vor diesem, war nur aus Tempranillotrauben gekeltert. Auch nicht schöner, aber ganz anders. Diesmal sind viel mehr Massensorten drin.
Letzte Änderung am: 30.11.2011, 12.19 Uhr