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vom Weingut Kiefer in Worms
Man muss nicht schüchtern sein, um Scheu zu trinken. Im Gegenteil: die Weine aus der Scheurebe sind sogar ziemlich extrovertiert und vorwitzig. Woher kommt wohl der Name dieser Rebe? Unser Weinmann löst das Rätsel.
Nicht mal die Ampelografen – also die Rebenkundler – wissen, das genau. Riesling ist wohl ein Elternteil. Das andere aber war wohl eine dahergelaufene Wildrebe. Der Züchter, Georg Scheu, hatte Silvaner notiert, aber da hat er was durcheinander gebracht. Wie schon viele andere vor ihm. Schon erstaunlich, wenn man sieht, wie unorganisiert Rebenzüchtung abgelaufen ist…
Wir testen die 2011 Scheurebe trocken vom Weingut Kiefer in Worms für € 5,50. Schmuckes Künstleretikett vorne, ein Portrait und das Wort "Scheu". Der Rest steht hinten auf der Flasche. Der Inhalt ist sehr blass goldfarben. Riecht nach Grapefruit und Stachelbeere, außerdem recht deutlich auch nach Hefe. Animierend spannend auf der Zunge – das liegt auch an der spürbaren Kohlensäure - hat Süße und kräftige Säure. Alles ist sauber und fruchtig, lediglich auch hier der Hefeton.
Macht durchaus Laune und ist ein Mittel gegen Scheu, Angst oder Zurückhaltung.
Falls Sie mal z.B. in Österreich, "Sämling" oder "S 88" lesen – ist das auch nichts anderes als die alte Scheurebe. Und international: verwechseln Sie ihn mal nur nicht mit dem Sauvignon blanc!
Letzte Änderung am: 24.11.2011, 09.46 Uhr