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Herdprämie, notleidende Banken, Betriebsratsverseuch und alternativlos - die Unworte der vergangenen vier Jahre. Das Unwort 2011 und die Gründe für die Entscheidung verriet Nina Janich von der Technischen Universität in Darmstadt dem SWR1 Moderator Detlef Budig noch vor der Pressekonferenz.
Unwort des Jahres 2011 ist das Wort "Döner-Morde". Wir haben außerdem noch den Gutmensch gewählt und die marktkonforme Demokratie.
Da haben wir lange über die Reihenfolge diskutiert. Es hat sich deswegen am Ende durchgesetzt, weil es ein Unwort par excellence ist. Es erfüllt praktisch alle unsere Kriterien: Gegen Menschenwürde, diskriminierend, verharmlosend und damit letztendlich auch undemokratisch. Es ist sehr stark wahrnehmungsleitend. Die ganzen letzten Jahre hat es sich in seiner Unwortdimension erst 2011 entblößt. Gutmensch ist uns eigentlich auch sehr wichtig ist, aber das gibt es eben noch viel länger im Sprachgebrauch und eben auch immer in dieser diffamierenden Absicht. Da hatten wir das Gefühl, dass das wieder eine neue Qualität durch die Netzdebatten. Das wäre uns auch sehr wichtig gewesen und wir fürchten, dass es ein wenig runterfällt, wenn wir die "Döner-Morde" nehmen. Aber die Döner-Morde waren jetzt für 2011 einfach das Hauptwort, das auch am häufigsten eingesendet wurde. Die Jury wählt nicht oft das am häufigsten eingesendete Wort.
Ja.
Letzte Änderung am: 17.01.2012, 10.28 Uhr