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Dieselautos mit Plakette Jetzt nachrüsten und Zuschuss sichern?

Expertengespräch

Berlin wird ab 2012 die Nachrüstung der Selbstzünder mit Partikelfilter wieder fördern. Und zwar mit einem Zuschuss von 330 Euro. Stellt sich die Frage: Soll man jetzt zugreifen, der Umwelt zuliebe, um seinen Diesel sauberer zu machen, oder ist das finanziell vielleicht doch ein bisschen happig? Diese Fragen beantwortet Christof Gaißmayer aus der SWR1 Wirtschaftsredaktion.

Mann tankt Diesel

330 Euro gibt es vom Staat für die Nachrüstung mit dem Diesel-Partikelfilter. Deckt das die Kosten des Einbaus?

Leider nicht, denn die Kosten für die Nachrüstung liegen bei 800 bis 1000 Euro. Das heißt der Eigenanteil ist trotz der Förderung noch relativ hoch. Zumal die Fahrer älterer Diesel damit rechnen müssen, dass neben der Partikel-Nachrüstung auch der sogenannte Oxidations-Katalysator ausgetauscht werden muss. Da sind nochmals rund 300 Euro fällig. Davon betroffen sind in der Regel Diesel-Fahrzeuge die älter als 5 Jahre sind und die über 80.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Es kommt also trotz staatlicher Förderung ein gewisser Betrag auf die Autofahrer zu, die sich den Partikelfilter nachträglich einbauen wollen.

Da stellt sich natürlich die Frage, soll man Nachrüsten oder nicht?

Ob es sich lohnt, muss jeder für sich und für sein Automodell überschlagen. Prüfen Sie dabei beispielsweise wie viel sie sparen, wenn sie durch den Partikelfilter weniger KFZ-Steuern zahlen müssen. Denken sie daran, dass ihr Fahrzeug durch den Filter im Wert steigt, was für alle, die ihr Auto in absehbarer Zeit verkaufen wollen, wichtig ist.

Viele haben keine andere Wahl als nachzurüsten. Das sind diejenigen, die mit ihrem alten Diesel in die Umweltzonen der großen Städte müssen, beispielsweise nach Frankfurt. Da darf man ab Januar nur noch mit der grünen Plakette rein. In Rheinland-Pfalz existieren noch keine Umweltzonen, dabei könnte es in Mainz im nächsten Jahr aber soweit sein.

Oder man überlegt sich den alten Diesel zu verkaufen und sich einen neuen zuzulegen?

Auch das ist natürlich eine Möglichkeit. Derzeit sind ein bis zweijährige Gebrauchte recht günstig, haben schon einen Partikelfilter und verbrauchen in der Regel weniger Sprit, so der TÜV Süddeutschland. Unter diesem Gesichtspunkt kann das eine Alternative zur Nachrüstung sein. Man kann sagen, dass sich eine Nachrüstung von Dieselautos, die ca. 3000 Euro oder weniger wert sind, kaum lohnt - da wäre ein neuer Gebrauchter vielleicht besser.

Wie kommt man an die 330 Euro Förderung, wenn man nachrüsten will?

Die Details für die Förderung stehen noch nicht fest. Voraussichtlich ab Februar kann der Antrag auf die 330-Euro Förderung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Dabei werden auch die Werkstätten in der Regel behilflich sein.

Christof Gaißmayer

Letzte Änderung am: 29.12.2011, 16.44 Uhr

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