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Tipps für die Auswahl des richtigen AnbietersDas Angebot von Tchibo

Nachhilfeunterricht

Nachhilfeunterricht bei Tchibo. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man es für einen Scherz halten. Aber, es stimmt. Mittlerweile kann man neben Kaffee, Klamotten und Haushaltsartikeln auch den Nachhilfelehrer dort buchen. Zusammen mit dem Studienkreis bietet der Kaffeeröster bis zu 12 Doppelstunden á 90 Minuten für 49,90 Euro an. Ein echtes Schnäppchen, möchte man meinen. Werner Kinzinger von der Aktion Bildungsinformation in Stuttgart weiß, auf man bei einer guten Nachhilfe achten sollte.

Was halten Sie denn von diesem Nachhilfeangebot?

Werner Kinzinger: "Das gehört in ein Marketingkonzept, wovon wir eigentlich in den letzten Jahren immer wieder gesehen haben, dass gerade diese kommerziellen Nachhilfe-Firmen die Note 1 verdienen - was das Marketing betrifft. Sie verstehen wirklich, wie man an den Kunden herankommt und dafür halte ich dieses Angebot auch für ein Lockangebot. Deswegen sollten die Eltern, wenn sie dieses vermeindliche Schnäppchen annehmen, doch auf ganz bestimmte Punkte achten. Denn wir wissen alle nicht, was danach kommt. Ich habe zumindest erfahren, dass eine sog. Verlängerungsoption möglich ist, die dann monatlich kündbar ist. Das finde ich gut, denn wenn man monatlich kündigen kann, muss sich dieses Nachhilfe-Institut anstrengen."

Im gewissen Sinne ist dieses Angebot schon seriös, aber es geht ja beim "Einkauf von Nachhilfe" nicht um Klamotten oder Haushaltsgeräte, sondern es geht um Menschen. Auf was sollen dann die Eltern achten, was ist denn wichtig bei einer  Nachhilfe?

Werner Kinzinger: "Die Eltern sollten unbedingt darauf achten, wo und wie diese Nachhilfe stattfindet, z.B. das kleine Gruppe gebildet werden. Aber auch kleinen Gruppen sollten nicht gewürfelt sein, also nicht Grundschüler mit Hauptschüler, Realschüler oder Gymnasiasten zusammen. Und das dann noch in verschiedenen Fächern - das ist blanker pädagogischer Unsinn."

Wie groß darf denn eine solche Gruppe sein? 

Werner Kinzinger: "Bis maximal 5, aus meiner Sicht können es auch noch mehr sein bis 10, wenn die Gruppe homogen ist. Also nicht gewürfelt!"

Nun ist die Nachhilfe dazu da, dass die Schüler besser werden. Wann sollte sich eine solche Nachhilfe in Noten bemerkbar machen und wie stark? 

Werner Kinzinger: "Das ist auch unterschiedlich und vom einzelnen Schüler abhängig, aber wenn ich so nach 3-4 Monaten beispielsweise merke, dass es nichts bringt, dann sollte ich die Möglichkeit haben, aus einem Vertrag wieder auszusteigen. Normalerweise bringt die Nachhilfe schnell etwas, wenn sie in einer motivierten Atmosphäre stattfindet. Das ist übrigens das Wichtigste bei jeder Nachhilfemaßnahme. Wenn der Lehrer motiviert ist und es versteht, den Schüler zu motivieren, öffnet sich der Schüler und dann findet der sog. „Fruchtbare Lernprozess“ statt. Nur so kann das wirklich funktionieren."

Letzte Änderung am: 04.05.2009, 11.16 Uhr

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