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"Ich bin ein kleines, zähes Unkraut" Sarah Wiener

Köchin und Unternehmerin

Sendung vom Sonntag, 29.11.2009 | 10.00 Uhr | SWR1 Rheinland-Pfalz

Sarah Wiener hat keinen Stern, nie eine Kochlehre gemacht und ist dennoch die bekannteste Köchin Deutschlands. Mit SWR1-Moderatorin Katja Heijnen spricht sie in SWR1-"Leute" über ihren ungewöhnlichen Weg von der Sozialhilfe-Empfängerin ohne Schulabschluß zur erfolgreichen Unternehmerin und Fernsehköchin.

Sarah Wiener

Sarah Wiener

Schwieriger Start

Sarah Wiener hatte es nicht einfach: Ihr Vater - der Kulturphilosoph und Künstler Oswald Wiener, - verließ die Familie, als sie ein Jahr alt war. Sie wuchs mit den beiden Geschwistern und der Mutter in Wien auf. Das Geld war knapp. Statt gesundem Essen gab es Dauerwurst; die Mutter war ebenfalls Künstlerin und opferte alles ihrer Kunst: "die Familie, die Kinder, die Karriere." Später kam sie ins Internat. Mit 17 haute sie ab, trampte quer durch Europa.

Das Erweckungserlebnis: Ein Kuchen

Ein Kuchen veränderte schließlich ihr Leben. Sarah Wiener jobbte in der Küche ihres Vaters, der inzwischen ein Restaurant in Berlin- Kreuzberg betrieb. Sie war inzwischen alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes und lebte von Sozialhilfe. Dann backte sie für die Gäste einen Kuchen, der so gut ankam, daß ihr die kreative Arbeit in der Küche immer mehr Spaß machte. Bis heute hat sie eine Vorliebe für Süßes. In ihrem neuen Buch "La dolce Wiener" verrät sie ihre liebsten Kuchen- und Plätzchenrezepte.

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Nach dem Erfolgserlebnis in der Küche ihres Vaters arbeitete Sarah Wiener als Köchin für eine Werbeagentur, dann lockte die Selbständigkeit: Sie nahm einen Kredit auf, kaufte sich einen alten NVA-Wagen, ließ die Gulaschkanone rausreißen und einen Herd einbauen. Sie bekochte Filmteams auf Drehs, kochte für Stars Bruce Springsteen, Veronica Ferres und Hannelore Elstner. Einem großen Publikum wurde Sarah Wiener bekannt, als sie in der ARD-Dokumentation "Das Gutshaus" als Mamsell mitwirkte und zwei Monate lang unter Bedingungen wie zur Kaiserzeit lebte: ohne Strom, ohne Heizung, ohne fließendes Wasser:" Es waren die spannendsten Monate meines Lebens." Heute betreibt Sarah Wiener mehrere Restaurants, ist Chefin von über 100 Angestellten, regelmäßig in Sendungen wie "Lanz kocht" zu sehen und glücklich mit dem Schauspieler Peter Lohmeyer verheiratet. Angekommen fühlt sie sich deshalb noch lange nicht: "Beim Kochen ist man immer unterwegs und kommt nie an."

Sarah Wiener - "La dolce Wiener"

Buch

Titel der Reihe:
La dolce Wiener
Süße Verführungen von Apfelstrudel bis Zimtschnecken
Autor:
Sarah Wiener
Verlag:
Droemer/Knaur
Produktion:
9. September 2009
Preis:
19,95 Euro

Spitzbuben oder Terrassenplätzchen

Für etwa 60 Spitzbuben oder 40 Terrassen

Rezept: Sarah Wiener

Einkaufsliste:

Für den Mürbeteig:

350 g Mehl, 125 g Zucker
1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
1 Prise Salz
abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
225 g kalte Butter, 1 Eigelb

Für die Füllung:

Rote Marmelade oder Gelee (z. B. aus Johannisbeeren, Himbeeren, Hagebutten) oder Lemoncurd (siehe Tipp* oder fertig gekauft)

Zum Fertigstellen:

Mehl für die Arbeitsfläche
Puderzucker zum Bestäuben oder 150 g Puderzucker
2 EL Zitronensaft
etwas heißes Wasser
3 EL gehackte grüne Pistazien

Zubereitung:

1. Das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben. Zucker, Vanillezucker, 1 Prise Salz und die Zitronenschale dazugeben. Die kalte Butter in Scheiben darauf verteilen. In die Mitte eine Mulde drücken und das Eigelb hineingeben. Zunächst alles grob zerhacken, dann mit den Händen rasch zu einem Mürbteig zusammenkneten. Zu einer Kugel formen und abgedeckt 30 Minuten kühl stellen.

2. Den Backofen auf 190 °C vorheizen. Die vorhandenen Backbleche mit Backpapier auslegen. Den Teig auf der dünn bemehlten Arbeitsfläche zu einer etwa 3 mm dicken Platte ausrollen.

3. Für die Spitzbuben aus der Hälfte des Teigs Kreise (etwa 3-3 ½ cm Ø) ausstechen und aus der anderen Hälfte Ringe in demselben Durchmesser. Für die Terrassen mit Stern- oder Blütenausstechern in drei verschiedenen Größen Plätzchen ausstechen. Auf die Bleche legen und noch einmal kurz kühl stellen. Im vorgeheizten Backofen etwa 8 bis 10 Minuten lichtgelb backen. Auf Kuchengittern auskühlen lassen.

4. Die Plätzchen nun entweder mit roter Marmelade zusammensetzen oder mit Lemoncurd. Für die Spitzbuben einen Kreis mit Füllung bestreichen und einen Ring aufsetzen. Für die Terrassen jeweils drei Plätzchen unterschiedlicher Größe zusammensetzen. Eventuell sehr festes Gelee vor dem Füllen leicht erwärmen und glatt rühren.

5. Die mit Marmelade gefüllten Plätzchen mit Puderzucker bestäuben, mit Lemoncurd gefüllte mit Zitronenglasur überziehen. Dafür den Puderzucker mit Zitronensaft und so viel heißem Wasser verrühren, dass eine dickflüssige Glasur entsteht. Die Plätzchen damit bepinseln und mit gehackten Pistazien bestreuen.

*Tipp: Lemoncurd – Englische Zitronencreme
Dafür 500 g Zucker und 3 Eier in einem Topf hell cremig rühren. Saft und abgeriebene Schale von 5 unbehandelten Zitronen zugeben.
250 g Butter in kleinen Stücken zufügen. Das Ganze bei milder Hitze unter ständigem Rühren einmal aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und in heiß ausgespülte Gläser mit Schraubdeckel füllen. Am besten im Kühlschrank aufbewahren

Letzte Änderung am: 19.11.2009, 14.49 Uhr



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