Navigation

Volltextsuche

Vorliebe für starke Frauen Margarethe von Trotta

Sendung vom Sonntag, 13.9.2009 | 10.00 Uhr | SWR1 Rheinland-Pfalz

Margarethe von Trotta ist die erfolgreichste deutsche Regisseurin. Mit Filmen wie "Rosa Luxemburg", "Die bleierne Zeit" oder "Jahrestage" wurde sie international berühmt. Mit SWR1-Moderatorin Katja Heijnen spricht sie über ihren neuen Film "Vision. Aus dem Leben der Hildegard von Bingen".

Margarethe von Trotta

Margarethe von Trotta

Heilkundige, Seherin, Komponistin

Am 17. September, am 730. Todestag der Hildegard von Bingen, feiert der Film Deutschlandpremiere. Die Figur der Heiligen Hildegard ist Margarethe von Trotta zum ersten Mal in den 70er Jahren begegnet, als die Frauenbewegung nach Vorbildern suchte. Da bot sich die Ende des 11. Jahrhunderts in Bermersheim bei Alzey geborene Nonne an: Gegen alle Widerstände schaffte sie es, ein eigenes Kloster zu gründen, ihr Wissen aufzuschreiben und der Welt zugänglich zu machen. Doch Margarethe von Trotta sah keine Chance, eine Produktionsfirma zu finden, die den Film finanzieren würde. Erst jetzt - da unzählige Bücher über Hildegard von Bingen erschienen sind und ihre Gedanken zu ganzheitlicher Gesundheit und Naturschutz bekannt gemacht haben - war das möglich.

Von der Büroangestellten zur Erfolgsschauspielerin

Daß Margarethe von Trotta gerne starke Frauenfiguren in den Mittelpunkt ihrer Geschichten stellt, hat seinen Grund: Ihre Mutter war eine solche starke Frau. Die aus Moskau stammende Aristrokratin war nach der russischen Revolution nach Deutschland geflohen - mit nichts im Gepäck außer dem eigenen Leben. Ihre Tochter Margarethe zog sie in der harten Nachkriegszeit alleine groß. Um auf eigenen Füßen stehen zu können, machte Margarethe von Trotta zunächst eine Ausbildung zur Bürofachgehilfin. Später holte sie das Abitur nach, besuchte neben dem Studium eine Schauspielschule, spielte unter Regisseuren wie Werner Fassbinder und wurde rasch als Schauspielerin berühmt.

Nicht vor, sondern hinter der Kamera

Doch Ihr Traum war ein anderer: Sie wollte nicht vor, sondern hinter der Kamera stehen, Regie führen. Einblick in die Regiearbeit bekam sie nicht zuletzt durch Ihre 20jährige Ehe mit Erfolgsregisseur Volker Schlöndorff. Schon bald emanzipierte sie sich von ihm, realisierte eigene Filme und wurde für Ihren ersten eigenen Film gleich mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Über ihren neuen Film über Hildegard von Bingen sagt sie: "Der Film soll nicht wirken wie die Heiligenbildchen, die man in die Bibel oder ins Gesangbuch steckt. Die Zeit ist zwar weit von uns entfernt, aber die Menschen sollten uns nahe sein."

Letzte Änderung am: 19.08.2009, 09.08 Uhr

Musikrecherche

Archiv Dieser Beitrag ist Teil des SWR1 Leute Archivs

Sendezeit

Sonn- und Feiertags von 10.00 bis 12.00 Uhr