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Sie kam zu mir an einem einsamen Sonntagmorgen,
ihr langes Haar flatterte im Winterwind.
Ich weiß nicht, wie sie mich gefunden hat,
denn ich tappte im Dunkeln,
zerstörte alles um mich herum im sinnlosen Kampf,
den ich nicht gewinnen konnte.
Sie wollte wissen, wer mein Feind sei.
Ich sprach vom inneren Drang mancher Menschen,
gegen ihre Brüder zu kämpfen und sie umzubringen,
ohne einen Gedanken an Liebe oder an Gott.
Ich bat sie um Pferde, damit ich meine Feinde niedertrampeln konnte,
so sehr brannte ich darauf, diesen Abschaum aus dem Weg zu räumen.
Aber sie wollte nichts wissen vom Kampf,
bei dem der Mensch zum Tier wird -
man bricht ihn so leicht vom Zaun und kann dann nicht mehr aufhören.
Als Mutter aller Menschen hat sie mir weisen Rat gegeben.
Ich hatte Angst, alleine weiterzugehen und bat sie, zu bleiben.
"Gib mir deine Hand, Madonna!", rief ich aus. "Lass mich bei dir zur Ruhe kommen."
"Vertraue mir", sagte sie und erfüllte mein Herz mit Leben. "Diese Macht ist nicht messbar, täusch´ dich da nicht. Aber wenn du mich brauchst, bin ich bestimmt nicht weit."
Nach diesen Worten ging sie davon.
Ich konnte nichts sagen, blieb aber stehen und schaute ihr nach,
bis ihr schwarzer Umhang verschwunden war.
Meine Bürde ist nicht leichter geworden, aber ich weiß jetzt, dass ich nicht allein bin.
Wann immer ich an diesen stürmischen Tag zurückdenke, schöpfe ich neuen Lebensmut.
Und wenn sie eines Tages zu dir kommt,
dann nimm ihre weisen Worte in dich auf,
lass dich von ihr ermutigen und grüß sie schön von mir.
Letzte Änderung am: 27.01.2005, 00.00 Uhr
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