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Pop & Poesie Eagles – „The Last Resort“

Sie kam aus Providence im Staat Rhode Island –
dort, wo die Alte Welt noch ihre tiefen Schatten wirft.
Sie schnürte ihre Hoffnungen und Träume in ein Bündel, wie ein Flüchtling – und genauso wie ihr Vater, als er seinerzeit über den Großen Teich gekommen war.

Sie hörte von einem Ort, wo die Menschen andauernd lächelten.
Sie sprachen vom ganzheitlichen Lebensgefühl der Indianer und davon, wie sehr sie doch das Land liebten.
Und sie kamen von überall her zur Großen Wasserscheide der Rocky Mountains – auf der Suche nach einem Platz, wo sie bleiben oder sich verstecken konnten.

Eine Weile lief alles super in den belebten Strandbars –
hey, ich muss dir unbedingt erzählen, wie toll hier alles ist!
Sie nannten es nur noch „das Paradies“ – frag’ mich nicht, weshalb.
Irgendjemand machte die Berge platt, während die Stadt in die Höhe wuchs.

Dann wehte ein kühler Wind aus der Wüste herüber,
durch die Canyons an der Küste bis runter nach Malibu,
wo all die schönen Menschen spielen, hungrig nach Energie, um ihre Neonwelt zu beleuchten und sich überhaupt irgendwie zu beschäftigen.

Ein paar Geldsäcke fielen brutal über das Land her – niemand hinderte sie daran.
Sie stellten ein paar hässliche Buden drauf – Gott im Himmel: die Leute kauften das auch noch!
Und wieder nannten sie es „ihr Paradies“, den Platz, wo sie hingehörten – und sie schauten zu, wie die dunstverhangene Sonne im Meer versank.

Du könntest das auch alles hinter dir lassen und rüber nach Hawaii segeln – so wie früher schon die Missionare.
Sie haben sogar ein beleuchtetes Neonschild mit der Aufschrift „Hier kommt Jesus!“ mitgebracht.
Sie erfüllten die ehrenvolle Pflicht der weißen Rasse, andere Völker mit ihrer Zivilisation zu beglücken und sie zu beherrschen.

Wem gelingt jetzt der große Wurf, die entscheidende Schritt?
Was gehört dir, was mir?
Wenn es keine neuen Grenzen mehr gibt, müssen wir uns nämlich selbst welche setzen.

Wir befriedigen unsere grenzenlosen Ansprüche, rechtfertigen unsere blutigsten Machenschaften im Namen eines hehren Ziels und im Namen Gottes.

Sonntags morgens kannst du sehen, wie sie da stehen und singen von dem, was da kommt – sie nennen es „das Paradies“.
Ich verstehe nicht, wie man überhaupt irgendeinen Ort „Paradies“ nennen kann – vergiss es einfach!

Christian Pfarr

Letzte Änderung am: 04.09.2009, 16.05 Uhr

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